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Ausstellung

06.07.2019

Der besondere Lichteinfall

Unter anderem Kathleen Canady stellt ihre Bilder bei den diesjährigen Uttinger Ateliertagen aus.
Bild: Romi Löbhard

Bei den Ateliertagen in Utting sind 15 Künstler dabei. Ihre Werke sind noch an diesem Wochenende zu sehen

Zum elften Mal schon öffnen in dem Ammerseeort ansässige Künstler die Türen zu ihren Ateliers, lassen sich bei der Arbeit über die Schulter schauen, zeigen, nach Art einer Retrospektive, ihre Entwicklung anhand von Arbeiten aus den vergangenen Jahren. Das Wichtigste bei den Ateliertagen aber ist das Gespräch. Die Künstler sind anwesend, erläutern Vorgehensweisen, sind bereit zu diskutieren.

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15 Frauen und Männer aus fast allen Bereichen bildender Kunst sind heuer dabei. Für Kunstfreunde und -interessierte bedeutet das fast, eine Auswahl zu treffen, was sich beim Studium des Flyers als nicht ganz einfach herausstellt. Malerei, Zeichnung, Bildhauerei, Objektkunst, Collage, Fotografie, Videoinstallation – eine Vielzahl an Ausdrucksweisen, noch dazu mit unterschiedlichen Materialien, steht zur Disposition. Da ist beispielsweise Stamatina Medrisch. Ihre Liebe gehört kräftigen Farben, auf Leinwand, Karton, Papier malt sie damit abstrakt oder konkret. Eine besondere Vorliebe hegt die Künstlerin für Frauenporträts – und das Meer. Letzteres ist für die gebürtige Griechin allgegenwärtig, immer wieder taucht es auf, und wenn es nur der strahlend blaue Hintergrund ist. Ihre Bilder erzählen oft Geschichten, Traum, Wirklichkeit, Vergänglichkeit sind vorherrschende Themen.

Barbara Manns wiederum arbeitet grundsätzlich gegenständlich, Abstraktion ist nicht ihr Thema. Die menschliche Figur steht im Mittelpunkt. Dass sich die Künstlerin immer wieder mit der Aktualität auseinandersetzt, hat sie bereits mit „Drei Brüder“, einem Werk zur „MeToo“-Bewegung, gezeigt. Mindestens genauso frech hat Barbara Manns die Mär von den 72 Jungfrauen umgesetzt. Auf grünem Untergrund sitzen, liegen, stehen 72 akribisch gefertigte kleine Scherenschnitte von Frauen in jungfräulichem Weiß. Das Grün kann Hoffnung oder auch das irdische Begehren des Mannes symbolisieren, Weiß ist natürlich Jungfräulichkeit.

Der besondere Lichteinfall

Kathleen Canady setzt sich ebenfalls viel mit dem Leben und der Natur auseinander. Wichtige Rolle in ihren Bildern spielt das Licht. Momente besonderen Lichteinfalls versucht sie immer wieder festzuhalten. Ganz neu ist „Das Bild des Lebens“: Dafür hat Canady neun kleinere Leinwände verschiedenfarbig gestaltet. Diese Bilder können auf unendliche viele Weisen zu einem großen Ganzen zusammengefügt werden und spiegeln so die Vielfalt menschlichen Lebens wider.

Zeichnung, Musik, Medientechnik: bei Peter Dietz können Besucher einige Minuten Platz nehmen und das Video „Hannelore“ auf sich wirken und die Gedanken schweifen lassen. Bei Sphärenklängen taucht diese Frau Strich für Strich auf, durchwandert mehrere Stationen und verschwindet ebenso strichweise wieder. Ganz anders im Erdgeschoss des Dietz-Hauses: Hier liegen mehrere Stapel Ordner aus, darinnen sind freche, skurrile, lustige, humorvolle, böse Zeichnungen von Michael Streitberger gesammelt und warten auf Betrachter.

Bei den Ateliertagen präsentieren 15 Künstler in 13 Ateliers ihre Kunst. Die Werkräume sind offen am Samstag und Sonntag, 6. und 7. Juli, jeweils von 15 bis 20 Uhr. An öffentlich zugänglichen Stellen liegen Flyer aus.

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