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Eresing

24.03.2019

Der dienstälteste Bürgermeister des Landkreises Landsberg hört auf

Er ist der dienstälteste Bürgermeister im Landkreis Landsberg: Josef Loy.
Bild: Julian Leitenstorfer

Bei der Bürgerversammlung in Eresing gibt Josef Loy bekannt, dass er sich nach 36 Jahren aus dem Amt verabschiedet. Er äußert sich auch zu seiner Zukunft als Kreis- und Bezirksrat.

Es war schon gemunkelt und gemutmaßt worden, jetzt ist es offiziell: Eresings Bürgermeister Josef Loy wird bei den Kommunalwahlen 2020 nicht mehr als Bürgermeisterkandidat antreten. „Nach 36 Jahren kommunaler und örtlicher Verantwortung werde ich das Amt des Bürgermeisters am 30. April 2020 abgeben.“ Das verkündete der dienstälteste Bürgermeister im Landkreis Landsberg bei der Bürgerversammlung im Alten Wirt seines Heimatortes.

Zeit für neue Ideen

Nach so vielen Jahren sei es an der Zeit, dass andere die Verantwortung übernehmen, erklärte Loy. Ein neuer Bürgermeister bringe neue Ideen mit. Ob dieser dann haupt- oder wie er bisher ehrenamtlich arbeite, das sei im Gemeinderat als beschließendem Gremium noch nicht diskutiert worden. Loy ermunterte alle Bürger, geeignete Kandidaten für das Amt vorzuschlagen. Erste Gespräche, so Loy gegenüber dem LT, laufen bereits. Dieser Aufruf gelte aber auch für das Ratsgremium. Auch dort sollten sich die Wählergruppierungen frühzeitig Gedanken machen und bei den Aufstellungsversammlungen für die Kommunalwahl im Frühjahr 2020 geeignete Kandidatinnen und Kandidaten benennen, die sich aktiv für die Gemeinde engagieren wollen.

Josef Loy ist nicht der einzige langjährige Bürgermeister, der 2020 aufhört: Die alte Bürgermeistergarde im Landkreis Landsberg tritt ab

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Er selbst werde seinen Dienst als Bürgermeister der Gemeinde Eresing wie gewohnt bis zum Ende seiner Amtszeit am 30. April 2020 ausführen. „Bezirksrat, wo ich auch Fraktionsvorsitzender bin, bleibe ich natürlich weiter“, so CSU-Mitglied Loy. Diese Wahlen haben erst im Herbst 2018 stattgefunden. „Für den Kreistag, der ja auch im kommenden Jahr gewählt wird, würde ich, so die Fraktion mich nominiert, noch einmal kandidieren.“ Dann gebe es ja auch noch die eigene Firma (Loy Holzbau GmbH), die er gemeinsam mit seinem Bruder betreibe. „Da kann ich mich dann besser einbringen“, hofft Loy. Und letztendlich gebe es ja auch noch die Familie. Seine Frau – sie befindet sich bereits im Ruhestand – hege bereits Pläne für gemeinsame Unternehmungen. Allerdings sei auch sie eingebunden im Dorfleben, engagiere sich unter anderem im Arbeitskreis Asyl und bei den Senioren.

Ruhig und abgeklärt

Die Besucher im locker gefüllten Saal erlebten anschließend einen Gemeindechef, der trotz dieser getroffenen Entscheidung ruhig und abgeklärt wie all die Jahre zuvor von großen und kleinen Ereignissen in Eresing berichtete, der das vergangene Jahr passieren ließ und in die Zukunft blickte. So habe die Kindertageseinrichtung, in der augenblicklich 110 Kinder und zusätzlich am Nachmittag 21 Schulkinder betreut werden, bedarfsmäßig erweitert werden können. Der Neubau sei fertig und könne von Gruppen bezogen werden. Jetzt müsse noch der Bestand in der ehemaligen Schule für die Krippenkinder saniert und erweitert werden. Als offiziellen Einweihungstermin der fertigen Anlage nannte Loy den Oktober.

Und das nächste Bauprojekt steht bereits in den Startlöchern: „Wir erwarten täglich den vorzeitigen Maßnahmenbeginn für Sanierung und Neubau der ehemaligen Schule zum Gemeinde- und Kulturzentrum“, so der Bürgermeister. Die Untergrundverhältnisse seien nicht optimal, laut Loy werden sie durch eingerüttelte Kiessäulen verbessert. Daher müsse auch der Maibaum in nächster Zeit umgelegt und nach beendeter Maßnahme im kommenden Jahr neu aufgestellt werden. „Wir suchen auch einen Namen für dieses Gebäude“, so Loys Bitte an die Dorfgemeinschaft, „in dem die Nutzung durch Gemeinde, Vereine und Kulturschaffende vereint sein soll.“ Bereits gebaggert werde für die Erweiterung des Gewerbegebiets „An der Geltendorfer Straße“. Dort haben die Erschließungsarbeiten begonnen und werden laut Bürgermeister voraussichtlich im September abgeschlossen. Die entstehenden 13 Gewerbegrundstücke, für die ausreichend Bewerbungen vorliegen, können in den nächsten Wochen verkauft werden.

Welche Projekte noch anstehen

Großes Thema in Eresing ist weiterhin der Verkehr. Eine in Auftrag gegebene und im Gemeinderat vorgestellte Verkehrsuntersuchung sei erweitert worden. Deren Ergebnis liege im Sommer vor. „Eine spürbare Entlastung wird es nach Aussage der Verkehrsplaner nur mit einer Gesamtumfahrung von der Windacher Straße in großem Westbogen bis zur Geltendorfer Straße geben“, betonte Loy. Die Anbindung von Gewerbegebiet und Mittlerem Feldweg sei dabei vorgesehen. Die Wasserversorgung, eine Pflichtaufgabe der Gemeinde, sei gesichert. Allerdings müsse der Hochbehälter aus den 1950er-Jahren für etwas mehr als eine Million Euro saniert werden. Beim Regenrückhaltebecken an der Schöffeldinger Straße werde von Zeit zu Zeit mutwillig, ohne Zustimmung der Gemeinde, der Absperrschieber geöffnet. Damit werde dem Ziel, die Oberflächenwasserüberflutung des Schutzgebietes und damit Kontaminierung des Trinkwassers zu verhindern, entgegengearbeitet. Das Pflaumdorfer Moos soll zurückgebaut und in seinen ursprünglichen Zustand versetzt werden. Vor allem die Fichtenbestände sollen nach und nach verschwinden. Zusammen mit Landwirten bewirtschafte die Arbeitsgemeinschaft 17 Hektar Fläche. Auch auf einzelnen Privatgrundstücken werde bereits zurückgebaut, lobte Loy.

Im Anschluss an seine Ausführungen verlas Bürgermeister Loy den Brief eines Bürgers, in dem dieser sich über eine „scheinbar neue Generation von Hundehaltern“ beklagte. Hinterlassenschaften würden nicht mehr ordnungsgemäß entsorgt, entsprechend seien etliche Wegränder übersät mit Hundehäufchen. Dazu sagte Loy, Tüten gebe es kostenlos bei der Gemeinde. Gefüllte Tüten müssen in der eigenen Mülltonne entsorgt werden.

Lothar Bergmann, bekannt als Organisator der Schulweghelfer, sprach alternative Bestattungsformen an und nannte Möglichkeiten wie einen Friedwald und die anonyme Bestattung unter einem Baum. Er nehme das als Anregung mit, versprach Loy, und lasse diese von der Verwaltung prüfen. Detlef Däke berichtete von der Leadergemeinschaft Ammersee. Dort könne für kleinere Bürgeraktionen, die der Allgemeinheit dienen, finanzielle Unterstützung beantragt werden.

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