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Apfeldorf

13.08.2020

Der erste Arbeitstag als Bürgermeister beginnt mit einem Problem

Seit gut 100 Tagen ist Bürgermeister Gerhard Schmid im Amt. In dieser Zeit hat der Apfeldorfer Rathauschef bereits drei Ehepaare getraut.
Bild: Christian Rudnik

Plus Gerhard Schmid ist seit 1. Mai Bürgermeister von Apfeldorf. Es gibt gleich in den ersten Tagen seiner Amtszeit unangenehme Überraschungen.

Bei den Kommunalwahlen im vergangenen März sind in mehreren Gemeinden auf dem Lechrain neue Bürgermeister gewählt worden. Am 1. Mai sind sie ins Rathaus eingezogen. Im LT ziehen sie eine Bilanz nach 100 Tagen im Amt. Heute: Apfeldorf.

Gerhard Schmid war gerade einmal wenige Stunden im Amt, als er schon die ersten Anrufe von Bürgern aus dem Oberdorf erhielt und handeln musste. Gleich am ersten Arbeitstag befand sich im Hochbehälter kein Wasser mehr. „Zum Glück hatte das nur zur Folge, dass die Betroffenen nicht mehr duschen konnten. Hätte es in dem Moment gebrannt, hätten wir ein viel größeres Problem gehabt. Die Wasserversorgung gehört definitiv zu den Themen, die wir in den kommenden sechs Jahren anpacken müssen“, so der ehrenamtliche Bürgermeister. Als erste Maßnahme soll nun erst einmal Überwachungstechnik im Hochbehälter eingebaut werden.

Und es war nicht die einzige unangenehme Überraschung in den ersten 100 Tagen von Schmid, die ins Geld geht. Schneller als erwartet wird nämlich auch ein neues Feuerwehrfahrzeug fällig. Das sollte eigentlich erst angeschafft werden, wenn auch das neue Feuerwehrhaus – es soll an der Stelle des jetzigen Wertstoffhofs entstehen – errichtet worden ist. Der Gemeinderat hat 450000 Euro hierfür bewilligt. Kalkuliert wird mit einer Förderung von 135000 Euro.

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Vergangenen Jahre waren in Apfeldorf ein Ideenwettbewerb

Jenseits dieser beiden Themen laufe es bisher „erschreckend gut“ und mache Spaß, sagt Schmid, der zuvor Zweiter Bürgermeister unter Georg Epple gewesen ist. Der Gemeinderat arbeite „konstruktiv-kritisch“ mit und alle seien bestrebt, den Ort voranzubringen. Ihm sei wichtig, dass alle Ratsmitglieder den gleichen Wissensstand hätten und so „gute Entscheidungen“ getroffen werden könnten, betont der Vater von drei Kindern.

In den vergangenen Jahren wurde in Apfeldorf viel darüber diskutiert, was die Gemeinde sich leisten kann und welches Projekt wie und wann umgesetzt werden soll. Aus Sicht von Schmid könne man diese Phase auch als intensiven Ideenwettbewerb verstehen und zudem sei von der Gemeinde in den vergangenen Jahren viel Grund erworben worden, der für Bauplätze genutzt werden könne. „Jetzt müssen wir bei den Themen an die Umsetzung ran.“ Neben der Wasserversorgung und der Feuerwehr geht es dabei auch um den Breitbandausbau und vor allem um das größte Vorhaben: die Sanierung und Erweiterung der Mehrzweckhalle zum Dorfgemeinschaftshaus. Veranschlagt sind hierfür insgesamt vier Millionen Euro. Knapp zwei Millionen Euro der Bausumme sind förderfähig.

Der Bürgermeister blickt mit Sorge auf die Kreisumlage

Aber kann sich Apfeldorf das Großprojekt leisten, angesichts sinkender Steuereinnahmen wegen der Corona-Krise? „Bei der Gewerbesteuer spüren wir es nicht so stark wie andere Gemeinden, beim Anteil an der Einkommenssteuer schon. Bleibt die Kreisumlage stabil, bekommen wir Probleme.“ Berechnungsgrundlage sind immer die Steuereinnahmen, die zwei Jahre zuvor erzielt wurden. Für 2021 würde also 2019 zugrunde gelegt, die Zeit vor der Pandemie. Letztlich sei es eine grundsätzliche Frage, ob das Dorfgemeinschaftshaus gewünscht werde, betont Schmid. Gemeinderat, Vereine und Bürger müssten dies beantworten. Werde das Projekt realisiert, sei der finanzielle Handlungsspielraum der Gemeinde Apfeldorf „für Jahre eingeschränkt“. Das müsse jedem bewusst sein.

Der neue Bürgermeister hält das Vorhaben für wichtig, weil im Ort aus seiner Sicht eine Räumlichkeit für größere Versammlungen, Hochzeiten und andere größere Aktivitäten fehle. Und das Projekt könne auch nicht auf die lange Bank geschoben werden, fügt Gerhard Schmid hinzu. „Wir müssen für die zugesagten Fördergelder bis 2023 deren Verwendung nachweisen, sonst sind die weg.“ Alternativ beispielsweise beim Ausbau des schnellen Internets zu sparen, würde nichts bringen, so Schmid, weil der Freistaat diese Maßnahme zu 90 Prozent fördere, so der Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Fuchstal.

Die Gemeinde Apfeldorf und ihr neuer, ehrenamtliche Bürgermeister haben also einiges vor der Brust. Der 47-Jährige freut sich allerdings darüber, wie er gegenüber dem LT sagt. „Mir ist es lieber, es rührt sich was“, so Schmid, der in seinen ersten 100 Tagen auch schon drei Ehepaare getraut hat.

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