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Weilheim

12.03.2018

Der große Plan: Ein Schuldorf für alle

So soll die neue Waldorfschule in Weilheim aussehen. Im Bild ist das Modell aus Richtung Nordwesten zu sehen.

Architekt Francis Kéré stellte seine Pläne für die neue Waldorfschule in Weilheim vor. Auch ein Café ist vorgesehen.

„Zerreiß deine Pläne. Sei klug. Und halte dich an Wunder. Sie sind lang schon verzeichnet im großen Plan.“ Mit der letzten Strophe von Mascha Kalékos Gedicht „Rezept“ eröffnete Eva Seidel, Mitglied des Vorstands der Genossenschaft „Freie Waldorfschule Weilheim gemeinnützige eG“, die Präsentation der Machbarkeitsstudie zum Schulneubau auf dem „Erdbeerfeld“ am Narbonner Ring in Weilheim.

Warum ein Architekt aus Berlin?

Diese stammt aus dem Büro Kéré Architecture, das von Diébédo Francis Kéré in Berlin gegründet wurde. Der Architekt und Professor an der Technischen Universität München stellte sein Konzept in der Waldorfschule in Huglfing vor.

Martin Büscher und Verena Scolaro, die dem schulgemeinschaftlichen „Baukreis“ angehören, erläuterten die Umstände, die zur Zusammenarbeit mit Kéré führten. Daher waren mehrere Architekturbüros im Umkreis eingeladen worden.

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Ein inspirierender Vorschlag

Bei der Sichtung der Bewerbungen legte der Baukreis „besonderes Gewicht auf drei Aspekte: den gestalterischen Anspruch der Architekten an ihre Entwürfe, Erfahrung mit partizipativen Verfahren und eine Übersetzung des anthroposophischen Bauens in unsere Zeit“. Sechs Architekturbüros stellten ihre Visionen vor. Darunter Francis Kéré, dessen Vortrag „alle zutiefst berührt und inspiriert“ habe. Nachdem sich die Schulgemeinschaft für das Büro Kéré Architecture ausgesprochen hatte, folgte eine Grundstücksbegehung sowie ein Gedankenaustausch.

Was ist machbar?

In der Präsentation der Machbarkeitsstudie gab Kéré nun einen Einblick in die Planung. Grundlegender Gedanke ist die Schaffung eines Neubaus, der nicht abgezirkelte Schule sein soll, sondern „eine Lehranstalt für alle, ein Schuldorf“, das über die Bedürfnisse des Schulwesens und der Unterrichtsgestaltung hinaus, auch dem Umfeld vorteilhafte Möglichkeiten bieten soll. Angedacht ist, dass die Sporthalle auch für Vereine geöffnet und die Festhalle ebenfalls für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden kann.

Auch andere sollen etwas davon haben

Diese Einzelgebäude sowie der Verwaltungstrakt mit einem öffentlichen Café sollen durch ihre Bauweise mit gewölbtem, begrüntem Dach zugleich die Funktion eines Lärmschutzwalls übernehmen. Vorgelagert ist eine Reihe mit Parkplätzen, die Eltern ermöglichen soll, das Auto ohne Stress abzustellen und sich mit Ruhe in die Schulfamilie einzubringen. Die zwischen den Gebäuden entstehenden Zugänge führen über Treppen und Rampen, bzw. eine Kinderrutsche auf den einige Meter tieferliegenden Schulhof. Dieser ist fließend und harmonisch geformt.

Das Gymnasium hat die höchste Dachwölbung

Zudem bietet der Schulhof Sitzplätze, Baumgruppen und eine Feuerstelle. Den drei halböffentlichen Gebäuden gegenüber sollen zwei weitere Bauten entstehen, im Norden die Grundschule und im Süden das Gymnasium, das als Symbol für den qualifiziertesten Schulabschluss die höchste Dachwölbung zeigt. Die dahinter liegende Landwirtschaftsfläche und der Wald böten, so Kéré, „eine wunderbare Aussicht“ und „Möglichkeiten der praktischen Zusammenarbeit“.

Hinsichtlich der Baumaterialien sieht der Architekt nachhaltige Baustoffe, die Verwendung von Holz ist für ihn von Bedeutung, ebenso wie die Einbindung vieler regionaler Baubetriebe. Im Hinblick auf die Finanzierung sagte Eva Seidel: „Wir möchten Sponsoren und Mäzene begeistern und einladen.“

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