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Der in Kaufering anonym verschickte Nazi-Vorwurf ist feige

Kommentar Von Christian Mühlhause
19.08.2020

Plus In Kaufering wird eine Familie in einer anonymen E-Mail an Parteien und Vereine in die rechte Ecke gestellt. Inakzeptabel findet das LT-Redakteur Christian Mühlhause.

Das Verhalten mancher Mitmenschen lässt einen einfach nur fassungslos zurück. Was treibt jemanden dazu, andere Personen öffentlich als vermeintliche Nazis an den Pranger zu stellen, nur weil man aufgrund des Kennzeichens glaubt, eine rechte politische Gesinnung ausgemacht zu haben? Hinter der Aktion steckt angeblich die „Antifa Kaufering“. Von deren Existenz im Ort ist zwar weder bei der Polizei noch bei Kommunalpolitikern etwas bekannt, aber der Begriff erzeugt natürlich Aufmerksamkeit.

Es braucht Demokraten, keine Denunzianten

Es ist grundsätzlich auch richtig und wichtig, gegen Rechtsradikalismus und Faschismus Stellung zu beziehen, aber nicht in einer solch feigen und diffamierenden Art und Weise. Es braucht aufrechte Demokraten und keine Denunzianten. Der oder die Verfasser der Mail verstecken sich hinter der Anonymität des Internets. Wenn es aber um die Kauferinger Familie geht, dann haben elementare Werte unseres Rechtssystems wie Persönlichkeitsrechte und Unschuldsvermutung keinen Platz mehr in der Welt der Initiatoren. Lieber einfach mal draufhauen und auch gleich noch die kleine Straße in der Mail benennen, in der die Familie lebt, damit es für Gesinnungsgenossen leicht ist, das Grundstück zu finden. Die Autoren fordern dazu auf, für eine offene Gesellschaft einzutreten. Dumm nur, dass sie selbst offenbar ein so manifestiertes Weltbild haben, dass sie das selbst gesteckte Ziel klar verfehlen.

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