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Petzenhausen

26.09.2017

Der neue Altar ist schon da

Der neue Altar wird in der Petzenhauser Pfarrkirche gesetzt. Unser Foto zeigt von links: Kirchenpfleger Josef Stepperger sowie die Bildhauer Dietmar Eser und Joachim Kraus.
Bild: Pfarrer Martin Rudolph

Am Sonntag wird in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Petzenhausen Altarweihe gefeiert. Weihbischof Florian Wörner hat sich angesagt und bringt Reliquien mit.

Am Sonntag, 1. Oktober, feiern die Gläubigen in Petzenhausen die Weihe des neuen Altars in der Pfarrkirche St. Peter und Paul. Rund 50 Jahre alt war der alte Holzaltar laut Kirchenpfleger Josef Stepperger, der durch einen neuen Altar des Bildhauers Joachim Kraus ersetzt wird. Der Altar aus fränkischem Juramarmor wächst auf zwei Säulen wie eine Figur aus dem Boden und breitet sich gleich zweier Arme aus, um die Altarplatte, die Mensa, zu tragen. „Eine ganz eigenständige Formensprache, die sich harmonisch in den Bestand einfügt“, meint der Bildhauer, der nach eigenen Angaben vom Entwurf bis zur Montage alles eigenhändig bewerkstelligt. Zur Hand geht ihm dabei sein Berufskollege und Freund Dietmar Eser.

Pfarrer Martin Rudolph war es, der bei einer Kirchenbesichtigung anlässlich der Gründung der Pfarreiengemeinschaft Penzing-Weil den Anstoß für einen neuen Altar in St. Peter und Paul gegeben hat. „Aber als Pfarrer kann man das nicht alleine durchsetzen“, so Rudolph, man brauche schon Leute, die das mittragen. Der Pfarrer spricht damit auf den Pfarrgemeinderat und die Kirchenverwaltung an, die von Anfang an dieses Projekt konstruktiv unterstützend begleitet haben.

Dank alter Fotos konnte einiges rekonstruiert werden

Und wie das bei Erneuerungen und Renovierungen so ist, es kommt eins zum anderen. Neben dem Altar wird künftig auch ein neuer Ambo stehen. Ebenfalls vom Bildhauer Joachim Kraus und auch aus Juramarmor. Daneben wird der Altarraum neu gestaltet, so wie er in den 1930er- beziehungsweise 1940er-Jahren ausgesehen hat. Pfarrer Martin Rudolph erzählt, es sei aufgefallen, dass in einer Kirche, die den Aposteln Petrus und Paulus geweiht ist, keine Apostelkreuze vorhanden seien. Das war Anfang Juli dieses Jahres beim Patrozinium. Es habe nur einer kurzen Absprache unter den Mitgliedern der kirchlichen Gremien bedurft, um auch diesen Teil der Neugestaltung auf den Weg zu bringen.

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Anhand alter Fotos konnte das ehemalige Aussehen des Altartraumes rekonstruiert werden. In der Filialkirche „Unsere liebe Frau“ war noch eines der Apostelkreuze vorhanden. Dieses diente als Vorbild. „Schon drei Wochen später wurde in enger Zusammenarbeit des Restaurators im Stuckateurhandwerk Günter Höck, des Kirchenmalers Markus Binapfl sowie des Geretshausener Kunstschmieds Christian Blahak zwölf Apostelkreuze angefertigt und rund um den Altarraum installiert. Ganz erfreulich sei es, so Pfarrer und Kirchenpfleger übereinstimmend, dass sich für jedes der Kreuze ein Pate aus der Pfarrgemeinde gefunden habe. „Es ist fast ein Wunder, dass sich dies sich so schnell und problemlos hat realisieren lassen“, sagte Pfarrer Martin dankbar. Auch verschiedene Heiligenfiguren, wie der Heilige Josef und der Heilige Florian, hätten wieder ihren angestammten Platz im Altarmraum gefunden. Und vom Beichtstuhl im Kirchenschiff blickt nun die Mutter Gottes herab auf die Gläubigen.

Am Sonntag gibt es einen Kirchenzug

Aber noch mal zurück zum neuen Altar und dessen feierliche Weihe. Bevor Weihbischof Florian Wörner diesen Akt vollzieht, werden zunächst Reliquien von vier Heiligen und Märtyrern unter dem Altar beigesetzt. Diese Tradition gehe zurück auf die frühe Zeit der Christenheit, als Gottesdienste noch in den Katakomben über den Gräbern der Märtyrer abgehalten wurden. Bereitgestellt wurden die sterblichen Überreste durch die Diözese.

Namentlich seien diese von der heiligen Notburga von Eben am Achensee, deren Figur am rechten Seitenaltar der Pfarrkirche steht, dem seligen Pater Rupert Mayer, der dem katholischen Widerstand angehörte und während der NS-Zeit in Landsberg inhaftiert war, sowie dem Märtyrer Franz Jägerstetter, der im Zweiten Weltkrieg zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde. „Diese drei zeugen von einem regionalen Bezug“, so Pfarrer Martin Rudolph. Die Verbindung zur Weltkirche wird durch die Reliquien des Heiligen José Sánchez del Rio dokumentiert. Er ist im Alter von 14 Jahren während des mexikanischen Bürgerkriegs grausam hingerichtet worden.

Nach der Beisetzung wird Weihbischof Florian Wörner im Rahmen eines Pontifikalamtes die Segnung des Ambo sowie der Apostelkreuze und die Weihe des Altars vollziehen.

Das Programm am Sonntag:

10 Uhr: Aufstellung zum Kirchenzug an der Alten Schule;10.15 Uhr: Kirchenzug zur Pfarrkirche St. Peter und Paul, anschließend Pontifikalamt mit der Weihe des neuen Altars, zelebriert von Weihbischof Florian Wörner. Die musikalische Gestaltung übernimmt der Weiler Chor „InTakt“.Gegen Mittag, nach dem Gottesdienst, gib es einen Festzug zurück zur Alten Schule. Dort wird im Rahmen eines Pfarr- und Dorffestes der gesellschaftliche Teil der Feierlichkeiten stattfinden. Die musikalische Umrahmung erfolgt durch die Blaskapelle der Musikfreunde Geretshausen.

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