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Landsberg

25.11.2020

Der neue Lechsteg in Landsberg ist komplett

Am Mittwoch wurde das letzte Brückenteil des Lady-Herkomer-Stegs in Landsberg eingehoben.
Foto: Julian Leitenstorfer

Plus Seit Mittwoch liegen alle Brückenteile des Lady-Herkomer-Stegs in Landsberg auf ihrer Position. Welche Arbeiten noch erledigt werden müssen und warum die Brücke erst im Frühjahr fertig wird.

Jetzt können sich die Landsberger eine Vorstellung davon machen, wie der Lady-Herkomer-Steg einmal aussehen wird. Seit Mittwochmorgen liegen alle sechs Brückenteile in Position. Sie werden noch miteinander verschweißt. Projektleiter Michael Spängler von der Firma GLS Bau und Montage aus Perg bei Linz in Oberösterreich war die Erleichterung anzusehen. Denn nicht immer passen die Teile vor Ort so zusammen, wie im Plan gezeichnet. Im Gespräch mit unserer Zeitung blickt er zurück und sagt, wie es auf der Baustelle weitergeht.

Anfang Juli wurde das erste von sechs Brückenteilen am Widerlager Ost zwischen Inselbad und Lechturnhalle eingepasst. Auf der anderen Seite ruht das gut 25 Meter lange und sechs Meter breite Element seither auf einem Hilfsjoch, einer Stütze, die entfernt wird, wenn alle Brückenteile miteinander verschweißt sind. Anfang August beschädigte ein Hochwasser die Arbeitsplattform im Lech, die weggespült wurde. Sie wurde wieder hergerichtet und ein verschobener Stützpfeiler neu errichtet. Rund 200000 Euro an Kosten wurden fällig, weil neben dem Kies auch so genannte Wassersteine aufgeschüttet und verbaut werden mussten.

Anfang Oktober gingen die Arbeiten weiter. Mit einem Kran wurde ein weiteres Bauteil des Lady-Herkomer-Stegs auf seinen Platz gehoben worden: der sogenannte Schuss eins. Als Schuss bezeichnen Brückenbauer die aus mehreren Einzelstücken zusammengefügten Bauteile, die zur Brücke zusammengefügt werden. Mit etwas Verzögerung kamen dann auch die letzten Brückenelemente aus Tschechien auf der Baustelle an. Auch sie wurden vor Ort zusammengeschweißt, ehe sie eingehoben wurden.

Das letzte Brückenteil des Lady-Herkomer-Stegs in Landsberg wurde mit einem Kran eingehoben und wird eingepasst. Benutzt werden kann der neue Lechsteg aber erst im nächsten Jahr.
70 Bilder
Lechsteg: Die Konstruktion des Lady-Herkomer-Stegs ist fertigestellt
Foto: Thorsten Jordan/Julian Leitenstorfer

Mitte November war eigentlich geplant, das Mittelteil des Lady-Herkomer-Stegs einzuheben. Doch dieser Schritt musste verschoben werden, weil ein Mitarbeiter der Firma GLS positiv auf das Coronavirus getestet worden war und in Quarantäne musste. Der Kran, der das Mittelteil einheben soll, stand da bereits an Ort und Stelle.

Das letzte Element des Landsberger Lechstegs ist 50 Tonnen schwer

In den vergangenen Tagen wurden nun die letzten Brückenteile eingehoben. Zunächst das westliche Mittelstück, danach erfolgte der Lückenschluss zwischen diesem Brückenteil und jenem, das am Widerlager West aufliegt. Der Schuss wurde bereits am Dienstag mit einem 500-Tonnen-Kran in Position gehoben. „Wir wollten eigentlich nur testen, ob das Teil für den Ausleger des Krans nicht zu schwer ist“, sagt Bauleiter Michael Spängler. Wäre das der Fall gewesen, hätte der Kran umgesetzt werden müssen. Doch das rund 50 Tonnen schwere, 23 Meter lange und etwa sechs Meter breite Brückenteil habe sich ohne Probleme heben und bewegen lassen. Deswegen sei es bereits am Dienstag testweise eingehoben worden.

Beim Pressetermin am Mittwochmorgen wurden die einzelnen Teile bereits verschweißt. Etwa ein bis zwei Zentimeter Schweißspalt müssen laut Spängler verschlossen werden. Als zusätzliche Sicherung würden noch Stahlträger angebracht, die aber abgebaut werden, wenn die Brücke komplett verbunden ist. Danach könne der Steg feinjustiert werden. Was noch fehle sei der Betonverguss an den Widerlagern und am Mittelpfeiler. Denn noch lagert der Steg auch dort auf einem Hilfsjoch. Für den Betonverguss hoffen die Verantwortlichen auf gutes Wetter, weil die Temperatur der Bauteile an drei Tagen und Nächten nicht unter fünf Grad fallen dürfe.

Rund 50 Tonnen wiegt das Brückenteil, das am Mittwoch in Position gehoben wurde.
Foto: Julian Leitenstorfer

Ebenfalls noch eingebaut werden vier sogenannte Schwingungstilger. „Eine solche Fuß- und Radwegbrücke ist sehr schwingungsanfällig“, sagt Michael Spängler. Die Schwingungstilger würden unter der Brücke montiert und mit einem Deckel verschlossen. Doch es folgen noch weitere Arbeiten, die mitunter aber erst im Frühjahr durchgeführt werden. Geländer, Beleuchtung und Sitzflächen in der Mitte des Stegs müssen noch montiert werden. Auf alle Fälle erst im Frühjahr werde der hellgraue Dünnschichtbelag der Fahrbahn aufgetragen. Denn dafür braucht es laut Spängler konstante Temperaturen um die 13 Grad. Erst danach könne der Lady-Herkomer-Steg von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden.

Die Stadt plant noch vor dem Winter am Widerlager West in der Von-Kühlmann-Straße den Gehweg und die Fahrbahn wiederherzustellen. Danach könne an dieser Stelle die halbseitige Sperrung der Fahrbahn aufgehoben werden.

Der Bau des Stegs ist in Landsberg durchaus umstritten

Der Bau des 128 Meter langen Stegs über den Lech war durchaus umstritten. Vor allem die Gesamtkosten in Höhe von rund acht Millionen sorgten für Kritik. Der Lady-Herkomer-Steg soll das neue Stadtviertel „Urbanes Leben am Papierbach“, wo ab dem Jahr 2025 rund 1500 Menschen wohnen sollen, mit der Altstadt verbinden. Der Steg ist in der Mitte rund 7,5 Meter breit. Dort befindet sich eine Plattform mit Sitzgelegenheiten. An ihrer schmalsten Stelle ist die neue Brücke etwa 5,5 Meter breit.

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