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Fuchstal

07.11.2019

Deutliches Signal für den Personenverkehr auf der Fuchstalbahn

Durchs Fuchstal sollen künftig wieder Personenzüge fahren. Der Kreistag Weilheim-Schongau unterstützt das Anliegen. Aktuell finden nur einige wenige Sonderfahrten mit nostalgischen Schienenwagen auf der Strecke statt. In Fuchstal wurde jetzt über die Chancen und Probleme geredet. 
Bild: Andreas Hoehne (Archiv)

Plus Zwischen Landsberg und Schongau sollen wieder Personenzüge fahren. Der Kreistag Weilheim-Schongau unterstützt den Wunsch. Wie reagiert man im Landkreis Landsberg?

Der Kreistag des Landkreises Weilheim-Schongau hat jetzt ein eindeutiges Zeichen für die Reaktivierung der Fuchstalbahn zwischen Landsberg und Schongau gesetzt. Einstimmig sprachen sich die Kreisräte dafür aus, dass auf der Strecke wieder Personennahverkehr angeboten werden soll. Einen entsprechenden Antrag hatte Hans Schütz (Grüne) gestellt. Jetzt ist die Frage, wie sich der Landsberger Kreistag positioniert.

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Um das Thema ging es auch bei einer Diskussionsveranstaltung in der Restauration Blätz in Leeder. Christine Reineking, Vorstandssprecherin der Landsberger Grünen, kündigte an, dass der Antrag von Schütz übernommen und zeitnah im Landsberger Kreistag eingebracht werden soll. Reineking ist auch Sprecherin des Bürgerforums Buntes Fuchstal und moderierte die Diskussion, zu der 50 Zuhörer kamen. Auch ÖDP-Fraktionsvorsitzender Robert Sedlmayr versprach an dem Abend seine aktive Unterstützung.

Der Kreistag stimmt beim dritten Mal zu

In dem Antrag von Hans Schütz geht es zum einen um eine Eingabe an die Bayerische Staatsregierung, die fordert, dass der Güterverkehr auf der Fuchstalbahn erhalten bleibt. Zudem sollen auf der Strecke auch wieder Personenzüge fahren. Diese verkehrten bis zum Jahr 1984 regelmäßig, anschließend gab es nur noch Sonderfahrten und eben Güterzüge, die noch verkehren.

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Bereits zweimal hatte Schütz zuvor bereits einen entsprechenden Antrag im Kreistag Weilheim-Schongau eingebracht, ohne Erfolg. „Es ist ein Stimmungswechsel eingetreten“, sagte er bei der Veranstaltung. Eine Zustimmung beider Kreistage wäre der allererste Schritt auf dem Weg zu einer Reaktivierung, so der Politiker von den Grünen.

Weniger Haltepunkte auf der Strecke

Der Ingenieur für Verkehrswesen und Betreiber der Bahnhofsgebäude in Landsberg und Schongau, Andreas Holzhey, der auf dem Podium saß, betonte, dass die Strecke ausgebaut werden müsste, um die Fahrzeiten zu verringern. Harald Baumann vom Arbeitskreis Fuchstalbahn der Umweltinitiative Pfaffenwinkel ergänzte, dass die Bayerische Eisenbahngesellschaft eine Mindestgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern fordere.

„Zweifellos wird man auch die Zahl der Haltepunkte verringern müssen“, so Baumann, dessen Initiative den Abend mitorganisiert hatte. Der ungünstigen ortsfernen Lage der Bahnhöfe könne man mit der Schaffung von Radwegen, Park-and-ride-Parkplätzen und einem Bus-Pendelverkehr begegnen. Die vom Bayerischen Verkehrsministerium genannte Mindestzahl von 1000 Fahrgästen an den Werktagen sollte nach Ansicht von Andreas Holzhey flexibilisiert werden, indem auch der zu erwartende Aufwand berücksichtigt werde.

Gemeinden sollen das Vorhaben als Chance begreifen

Zu der Höhe der Ertüchtigungskosten wollten sich Baumann und Holzhey nicht äußern, hier zeichne sich aber eine Entlastung der Kommunen ab. Geplant sei, so Holzhey, den Fördersatz des Bundes auch für die Sicherung der Bahnübergänge auf 90 Prozent zu erhöhen. Zunächst bat der Experte die Anliegergemeinden, eine Reaktivierung nicht als Bedrohung, sondern als Chance zu begreifen. So sollten keine baulichen Planungen betrieben werden, die eine spätere Entwicklung verteuerten oder behinderten.

Holzhey machte deutlich, dass die Bayerische Eisenbahngesellschaft nicht tätig werde, wenn diese merke, dass einzelne Anliegerkommunen eine Reaktivierung ablehnten. Ein Treffen der Bürgermeister an der Strecke zusammen mit Baumann und Holzhey hatte auf Einladung des Schongauer Amtsinhabers Falk Sluyterman van Langeweyde stattgefunden.

Mahnende Worte von Unterdießens Bürgermeister

Unterdießens Bürgermeister Alexander Enthofer verlangte bei der Veranstaltung in Fuchstal, dass die Befürworter nicht nur Forderungen aufstellten, sondern auch realistische Konzepte aufzeigten. So sei man nicht auf die spezielle Situation in der Stadt Landsberg mit dem Bahnübergang in der Katharinenstraße eingegangen. Wenn es aber vernünftige Planungen gebe, werde man sich im Fuchstal einer Reaktivierung nicht widersetzen.

Zur Zukunft des Güterverkehrs meinte Harald Baumann, dass es Hinweise gebe, dass auf eine Einstellung verzichtet werde, schriftlich habe man allerdings noch nichts in der Hand. Andreas Holzhey sprach davon, dass der auf der Strecke praktizierte Wagenladungsverkehr ein Auslaufmodell sei und zunehmend durch Containerzüge abgelöst werde. Eine entscheidende Frage sei, ob der Bahntransport sich weiter für die Firmen lohne.

Bedauert wurde bei der zweistündigen Diskussion, dass der Verkehr auf der Schiene im Gegensatz zu dem auf der Straße nicht als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sondern alleine unter Rentabilitätsgesichtspunkten gesehen werde.

Mehr dazu lesen Sie hier: Sie wollen grünes Licht für die Fuchstalbahn

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