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Penzing

09.01.2020

Die Anwohner kritisieren das geplante Baugebiet in Penzing

Auf dieser Fläche in Penzing soll das neue Baugebiet entstehen.
Foto: Thorsten Jordan

Plus Am Ortseingang von Penzing sollen 26 Bauplätze für Mehr- und Einfamilienhäuser entstehen. Einigen Anliegern ist das zu viel - sie sammeln Unterschriften.

Das am südwestlichen Ortseingang von Penzing geplante Baugebiet steht in der Kritik. Bei den Anwohnern warb Bürgermeister Johannes Erhard in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats um eine „gewisse Toleranz, um die Pläne verwirklichen zu können“. Im Vorfeld waren im Rathaus Unterschriftenlisten gegen das Vorhaben eingereicht worden.

In der Kritik steht die zu dichte Bebauung auf den 26 Bauplätzen. Entstehen sollen insgesamt rund 100 Wohneinheiten in Mehr- und Einfamilienhäusern. Die Grundstücke für Einfamilienhäuser seien weitaus kleiner als die im Ort üblichen mindestens 500 Quadratmeter, sagt Rathauschef Erhard.

Über den Vorentwurf für den Bebauungsplan Benediktbeurer Ring West hat der Gemeinderat zuletzt beraten. Die zahlreichen Besucher der Sitzung begrüßte Johannes Erhard mit den Worten: „Jeder, der baut, baut die Welt des anderen mit.“ Er freue sich, nach vielen Jahren endlich Grundstücke im Einheimischenmodell anbieten zu können.

Der Architekt präsentiert zwei Varianten

Architekt Franz Arnold stellte in der Sitzung zwei Vorentwürfe vor. Längs wird das Areal jeweils von zwei Straßen durchzogen, quer könnten ein oder zwei Grünzüge als Fußwege angelegt werden. Dies sowie die Zufahrt über einen Kreisverkehr an der Staatsstraße auf Höhe der Einfahrt ins Gewerbegebiet beziehungsweise eine Einbahnstraße weiter nördlich seien die wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Varianten.

Im Osten – angrenzend an die bestehende Bebauung mit Wohnblocks – soll niedrigerer Geschosswohnungsbau über drei Etagen sowie mit Tiefgaragen entstehen, für den mittleren Bereich des Areals schlägt das Architekturbüro neun Kettenhäuser und zwölf Einfamilienhäuser vor. Eine begrünte Lärmschutzwand zur Landsberger Straße sei im nordwestlichen Bereich vorgesehen.

Kettenhäuser böten die Vorteile eines Einfamilienhauses ohne die Nachteile von Doppelhäusern, sagte Arnold. Sie seien durch Garagen verbunden und böten durch diese Anordnung Privatsphäre im Garten. Mit einem Grünzug werde die vorhandene Achse vom Benediktbeurer Ring aufgegriffen, führte er weiter aus. Er solle als Fußwegbeziehung zur Staatsstraße hin dienen.

Die Stellplatzverordnung der Gemeinde ist sehr streng

Schwierigkeiten bereitet laut Franz Arnold die Stellplatzverordnung der Gemeinde, die pro Einfamilien- und Kettenhaus drei Plätze für Autos vorsieht. „Das ist die strengste Stellplatzverordnung, die ich in 30 Jahren kennengelernt habe“, sagte der Architekt aus Memmingen. Um die Straßen autofrei zu halten, müsse der jeweils dritte Stellplatz in den Garageneinfahrten untergebracht werden.

Mit der Abstimmung sollte eine Richtung festgelegt werden, um weiter planen zu können, wie Arnold mehrfach sagte. Dennoch wurden bereits konkrete Fragen nach der Oberflächenentwässerung sowie Gehsteigen im Bereich der Einfamilien- und Kettenhäuser gestellt. Intensive Nachfragen und Diskussionen zur Anbindung des Baugebiets an die Staatsstraße unterband Bürgermeister Erhard mit Verweis auf den nichtöffentlichen Teil der Sitzung, in dem es weitere Informationen geben solle.

Gemeinderäte Entscheiden über drei Anträge

Zur Abstimmung standen schließlich drei Anträge von Ratsmitgliedern. Der Antrag von Michael Geiger, die Entscheidung zu vertagen, wurde ebenso abgelehnt wie Wolfgang Freis’ Antrag, für die Variante mit einem Grünzug, Kettenhäusern und dem Ziel Kreisverkehr zu stimmen, ebenfalls. Mit 8:7 Stimmen angenommen wurde der weiter gefasste Antrag des Dritten Bürgermeisters Karl Heinz Schindele auf einen Grünzug. Das Architekturbüro plant auf der Basis dieses Ratsbeschlusses weiter und wird in einer der nächsten Sitzungen einen konkreteren Entwurf vorlegen.

Ins Protokoll aufnehmen ließ Erhard den Vorschlag von Ute Funk, zusätzlich zur geplanten Lärmschutzwand ein Verkehrsgutachten erstellen zu lassen sowie die Anregung von Johannes Bachmeir, den CO2-Fußabdruck „für dieses und alle künftigen Baugebiete“ zu ermitteln und über alternative Energieformen wie Nahwärme oder Fotovoltaik nachzudenken.

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