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Greifenberg

04.11.2017

Die Bilder entstehen im Kopf

Der Fotograf Martin Dürr lebt seit bald 20 Jahren in Greifenberg. Für seine Arbeit reist er viel in der Welt herum.
Bild: Annette Kaltesch

Martin Dürr aus Greifenberg fotografiert für Modemagazine, Autokonzerne und Athleten. Was ihn am meisten reizt.

Mit der Fotografie kam er bereits ganz früh in Berührung. Schon der Großvater war Fotograf. Der Vater leitete die Fotoabteilung von Agfa, einst Europas größter Hersteller von fotografischen Filmen und Ausrüstung, den es heute nicht mehr gibt. „Bei uns zu Hause lagen immer überall Kameras herum“, erinnert sich Martin Dürr. Doch zur professionellen Fotografie kam er über Umwege.

„Damals dauerte mir das alles vieles zu lange mit dem Entwickeln und der Arbeit in der Dunkelkammer.“ So studierte der in München geborene Dürr erstmal Grafikdesign und arbeitete in verschiedenen Werbeagenturen. Später kamen andere Jobs hinzu, so fürs Fernsehen, für das er beispielsweise Specialeffekte erstellte. Erst seit 2013 verdient Dürr als Fotograf sein Geld.

Seit bald 20 Jahren lebt er am Ammersee

Seit bald 20 Jahren ist er in Greifenberg zu Hause und hat sich auf die Fotografie von Menschen spezialisiert. Zu seinen Kunden zählen Fernsehsender, Autokonzerne, Zeitschriften und Magazine sowie zahlreiche Sportler und Athleten. Dürr versteht sich auch als Compositor, Modeler und Illustrator. Sein Fokus liegt auf Mode, Show, aber auch die Porträt- und künstlerische Fotografie. Er fotografiert Events wie Hochzeiten und Feste, aber auch zahlreiche Bühnenauftritte im Fernsehen oder Theater.

Außerdem erstellt er Porträts für Geschäftsleute und im privaten Kreis. Seit einem Jahr betreibt er zudem mit seiner Frau eine Workshop-Schule. „Wir organisieren Fotoreisen oder Shootings im Studio. Unsere Zielgruppe sind Hobbyfotografen oder Semi-Professionelle, die lernen wollen, wie man mit der Kamera umgeht oder das richtige Licht setzt“, erläutert Dürr.

An seiner Arbeit reizen ihn vor allem die Menschen. „Ich mag erfahren, wie diese ticken, was sie mögen und was nicht. Daher versuche ich immer, noch vor dem eigentlichen Shooting die Models kennenzulernen. Nur so kann ich meine Arbeit wirklich gut machen“, erklärt der 58-Jährige.

Für seine Arbeit ist er viel auf Reisen

Zu seinen Werken zählen Aufnahmen von jungen Frauen in opulenten Kleidern oder wilden erotischen Posen, aber auch künstlerische Schwarzweißfotos oder muskulöse Männerkörper voller Tattoos. „Ich komme eigentlich aus der Illustration, und das sieht man meinen Fotografien auch an. Sie sind mehr plakativ, illustrativ, und nicht selten habe ich schon vor Beginn meiner Arbeit ganz genau im Kopf, wie die Bilder später auszusehen haben.“ Martin Dürr reist für seine Arbeit viel herum. Auch seine Schule ist nicht an einen festen Ort gebunden. Die Shootings mit den Schülern finden mal im Hotel, mal in der Landschaft, mal aber auch in einem alten Palazzo in Venedig statt, wie er erzählt.

In der Region hat er seine Models schon in die Pähler Schlucht oder an die unter Denkmal stehende Greifenberger Tankstelle geführt. Gerne würde er mal zum Fotografieren nach Island fliegen. „Ich habe auf einem Rückflug von den USA dort mal einen kurzen Stop eingelegt und war fasziniert von der weiten Landschaft“, berichtet der Greifenberger Fotograf.

Aufnahmen von Hochhäusern

Auf seiner Webseite findet man aber auch Fotografien von seinen Reisen, darunter Aufnahmen von den Hochhäusern in New York oder Wüstenlandschaften in Afrika oder Nordamerika. Alles in Schwarz-weiß mit hoher künstlerischer Qualität. Und die Bilderflut? Heute fotografiert jeder mit dem Handy und stellt die Bilder ins Netz. „Das ist frustrierend und herausfordernd zugleich. Da muss man sich mehr Gedanken machen, Bilder zu produzieren, die länger im Kopf bleiben. Das ist nicht leicht, aber man wächst mit seinen Aufgaben. Ich bedaure die Entwicklung etwas, sehe darin aber zugleich auch Chancen“, betont Martin Dürr.

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