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Utting

21.02.2021

Die Blumenfee vom Ammersee kommt aus dem Ammerland

Die Deutsche Blumenfee Annika Stroers lebt in Utting. Das Bild zeigt sie in ihrem Feen-Dienstkleid.
Bild: ZVG/Batriks Film & Fotografie

Plus Annika Stroers aus Utting trägt den Titel Deutschlands Blumenfee. Die Corona-Pandemie wirft für die 23-Jährige zwar viel über den Haufen. Aber ein großer Traum erfüllt sich trotzdem für sie.

Annika Stroers ist 23 Jahre alt und kommt aus Ammerland. Ihr Ammerland liegt allerdings nicht am Starnberger See und hat mit dem Süden Deutschlands so gar nichts zu tun. „Ammerland liegt bei Ostfriesland, das kennen die meisten Leute besser“, erklärt die junge Frau, die seit Oktober in Utting lebt und arbeitet.

Annika Stroers ist Gärtnermeisterin und Deutschlands Blumenfee des Zentralverbands Gartenbau. Erst vor wenigen Tagen durfte sie in dieser Eigenschaft – zumindest virtuell – einen bunten Frühlingsgruß aus der Gärtnerei Streicher an die Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin schicken.

Neun Monate Neuseeland, drei Monate Kanada

Schon als Kind habe sie gerne mit Pflanzen zu tun gehabt, erzählt Stroers dem Landsberger Tagblatt. In der neunten Klasse machte sie dann ein Praktikum in einer Gärtnerei, in der sie dann nach dem Schulabschluss ihre dreijährige Ausbildung zur Gärtnerin absolvierte.

2016 machte sich Annika Stroers aus ihrer Heimat auf den Weg in südlichere Gefilde. Bayern war es damals noch nicht, obwohl „ich schon immer den Wunsch hatte, nahe an den Alpen zu leben und zu arbeiten.“ Annika Stroers verschlug es nach Neuseeland (neun Monate lang) und anschließend noch für drei Monate nach Kanada. In Neuseeland habe sie einer Familie bei der Gartenpflege geholfen, was ihr die heimische Pflanzenwelt dort besonders nah brachte. „Das ist eine unglaubliche Vielfalt, die einen in Neuseeland erwartet“, gerät die 23-Jährige ins Schwärmen. Und in Kanada? „Dort bin ich der grünen Branche treu geblieben, allerdings nicht im Umgang mit Pflanzen, sondern mit Tieren. Ich habe auf einer Milchviehfarm gearbeitet.“

Vielleicht gibt es im zweiten Jahr als Blumenfee noch ein paar Auftritte

Wieder zurück in Deutschlands Norden nahm Stroers ihren Beruf wieder auf, da, wo für sie die Gärtnerlaufbahn auch begonnen hatte. „Das war ein großes Glück, denn so konnte ich schon bald die zweijährige Berufserfahrung vorweisen, die notwendig ist, um die Meisterschule zu besuchen.“ Ein Jahr lang drückte sie dann nahe ihres Heimatorts die Schulbank in Bad Zwischenahn. Gleichzeitig wurde Annika Stroers zur Deutschen Blumenfee gekürt. „Mit zwei bis drei Auftritten im Monat und den Vorbereitungen auf die Meisterprüfung war das eine ziemlich anstrengende Zeit“, erinnert sie sich zurück. Vor allem, weil ihr Jahr als Blumenfee „richtig stark angefangen hat“, bevor dann die Pandemie so ziemlich alles über den Haufen geworfen hat. „Der Kölner Frühling wäre eines der größten Events für mich gewesen, aber daraus wurde dann nichts“, bedauert sie. Vielleicht kann sie aber den einen oder anderen Auftritt im Zeichen der Blumen und Blüten in diesem Jahr doch noch absolvieren, denn coronabedingt wurde die Amtszeit der Blumenfee Annika Stroers um ein weiteres Jahr verlängert.

Annika Stroers ist aus dem Ammerland in Niedersachsen an den Ammersee gekommen, wo sie in der Gärtnerei Streicher in Utting arbeitet. Außerdem ist die Gärtnermeisterin aktuell Deutschlands Blumenfee.
Bild: Annika Stroers

Einen großen Traum hat sich Stroers im Corona-Jahr 2020 dann aber doch noch erfüllt: Seit Oktober lebt und arbeitet sie in Bayern, genauer gesagt in Utting. In der dortigen Gärtnerei Streicher hat sie ihren neuen Arbeitsplatz gefunden. „Ich bin so herzlich aufgenommen worden, das hat mich richtig gefreut“, sagt sie. Der Vermieter ihrer Wohnung, in der Annika Stroers in ihrer Freizeit gerne kreativ ist und auch mal zu Pinsel und Farbe greift, um einen Schrank umzugestalten, stammt im Übrigen auch aus Norddeutschland. „Das hat mir, glaube ich, ziemlich in die Karten gespielt“, ist Annika Stroers überzeugt.

Aus Bayern will Annika Stroers so schnell nicht mehr weg

Auch wenn die Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen ihr noch nicht so viele Möglichkeiten eingeräumt haben, Land und Leute in Bayern besser kennenzulernen, sagt Stroers: „Ich fühle mich hier sehr wohl und will auch so schnell nicht mehr weg.“ Heimweh habe sie keines und sie sei sicher, über kurz oder lang mehr Bekanntschaften und Freundschaften schließen zu können. „Ich habe zu Hause gerne Handball gespielt, damit möchte ich hier auch wieder anfangen“, sagt Stroers. Bei den Landsberger Handballerinnen hat sie schon vorgefühlt – jetzt muss nur die Pandemie noch zu Ende gehen.

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