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Rott

16.08.2019

Die Bogenschützin Silvia Barckholt nimmt eine Medaille ins Visier

Silvia Barckholt hat sich hinter dem Haus ihren eigenen Trainingsparcours aufgebaut. Sie startet in den nächsten Tagen bei der Staatsmeisterschaft und der Europameisterschaft, ehe es nach Kanada zur Weltmeisterschaft geht.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Für die 51-Jährige beginnt ein richtiger Meisterschafts-Marathon. Der Höhepunkt wird die Weltmeisterschaft in Kanada sein. In ihrem Heimatort Rott hat sie sich auf die Wettkämpfe akribisch vorbereitet.

Im Garten stehen ein Rehbock, ein Auerhahn, ein übergroßer Moskito und weiter hinten noch ein Steinbock – alle weisen deutliche Einschussspuren auf, was aber nicht weiter schlimm ist: Alle Tiere sind aus Kunststoff. Silvia Barckholt hat sich hinter ihrem Haus in Rott einen Trainingsparcours aufgebaut, denn die Bogenschützin hat ein ehrgeiziges Ziel: „Wenn alles passt, begehre ich eine Medaille.“ Die Rede ist von der Weltmeisterschaft im 3D-Bogenschießen, die am Sonntag, 1. September, im kanadischen Lac La Biche beginnt.

Die Europameisterschaft dient der Vorbereitung

Zuvor allerdings geht es für die gebürtige Österreicherin noch zur Staatsmeisterschaft und von dort aus gleich weiter zur Europameisterschaft nach Slowenien. „Dann bin ich ein, zwei Tage wieder zu Hause, ehe es zur WM weitergeht“, erzählt sie. Dass der Stress vor dem entscheidenden Wettkampf zu groß werden würde, befürchtet sie nicht: „Die EM ist doch eine perfekte Vorbereitung für die Weltmeisterschaft“, sagt die Schützin, die auch bei den Landsberger Bogenschützen und Hubertus Rott Mitglied ist, mit einem Schmunzeln.

Die Pfeile sind Handarbeit

An der Vorbereitung jedenfalls soll es nicht liegen. Abgesehen von den zahlreichen Turnieren, an denen sie in diesem Jahr schon erfolgreich teilgenommen hat, überlässt sie nichts dem Zufall. Im Schuppen hat sie sich eine eigene Werkstatt eingerichtet. Der Rohling eines Pfeils ist in eine Maschine eingespannt und wird bearbeitet. Für Spitzenschützen ein übliches Prozedere. „Der Schaft wird entsprechend meiner Auszugslänge abgeschnitten“, erzählt sie. Dann wird die Spitze eingeklebt, ehe die Federn und die Nocke angebracht werden. Speziell auf sie abgestimmt sind auch die beiden Recurve-Bögen, die sie auf den Wettkampf begleiten werden.

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Gleich neben der Werkbank hat sie ihren eigenen speziellen Kraftraum eingereicht. „Zwei bis drei Stunden am Tag“ verbringt sie beim Training, schließlich ist beim Bogenschießen, so elegant und einfach es aussieht, eine Menge Kraft gefragt. Wenn Silvia Barckholt ihren Bogen spannt, muss sie satte 60 Pfund ziehen – und der Bogen selbst wiegt mit den Stabilisatoren auch 4,5 Kilogramm. Passt alles, dann verlässt der Pfeil mit einer Geschwindigkeit von 340 Stundenkilometern die Sehne und schießt ins Ziel.

Der Schwerpunkt liegt auf 3D-Wettkämpfen

Theoretisch könnte Silvia Barckholt in mehreren Disziplinen international antreten: Sowohl beim Schießen auf Scheiben, das man beispielsweise auch von Olympischen Spielen kennt, als auch beim Feldbogenschießen. In dieser Disziplin werden auf einem mehrere Kilometer langen Kurs im Gelände Scheiben aufgestellt, die getroffen werden müssen.

Da jedoch der österreichische Bundestrainer der Feldbogenschützen verlangte, einmal im Monat auf eigene Kosten an einem Lehrgang im Ausland teilzunehmen, hat sie auf diese Meisterschaften verzichtet. „Das kommt mir einfach zu teuer“, sagt Barckholt, die an der Waldorfschule und der Montessorischule im Rahmen des Sport-Unterrichts Bogenschießen lehrt.

„Ich schieße einfach“

Also gilt alle Konzentration der 3D-Weltmeisterschaft in Kanada. Mit dem Zeitplan muss sie sich erst selbst auseinandersetzen, auch wie es mit der Qualifikation läuft. „Ich schieße einfach“, sagt sie mit einem entschuldigenden Lächeln. Und wenn es nach Plan läuft, dann nicht nur bis ins Finale, sondern dort auch aufs Treppchen.

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