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Landsberg

16.04.2016

Die Chaiselongue und der Zimmermann

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4 Bilder
Chaiselongue von Franz Hartmann (Bild) wird am Marienbrunnen aufgestellt. Schublade für Bücher
Bild: Thorsten Jordan

Kulturbüro Kunstinstallation auf dem Hauptplatz zum Jubiläumsjahr Dominikus Zimmermann

Nanu? Ein überdimensioniertes, knallrotes, bequemes Sitzmöbel mitten auf dem Landsberger Hauptplatz, ja sogar direkt am Marienbrunnen? Die Erklärung liefert das Kulturbüro der Stadt Landsberg. Die Chaiselongue ist eine Kunstinstallation, die den Themenkreis rund um die Veranstaltungsreihe „Dominikus Zimmermann und seine Zeit“ um eine weitere Facette bereichert. Zu Lebzeiten des großen Baumeisters und ehemaligen Landsberger Bürgermeisters, dessen Todestag sich heuer zum 250. Mal jährt, war dieses Sitzmöbel, das sich aus einem um eine Fußablage verlängerten Stuhl entwickelt hat, vor allem in gehobenen Kreisen in Mode gekommen.

Die jetzt offiziell ihrer Bestimmung übergebene, rote Chaiselongue ist nicht nur als Anschauungsobjekt gedacht. Sie darf benutzt werden, Flanierende sind eingeladen, ein paar ruhige Minuten darauf zu verbringen - und sie birgt auch ein paar Geheimnisse. Geschaffen hat sie der Issinger Künstler Franz Hartmann. Der Korpus ist aus massivem Metall, die weiche Auflage ist mit außenbereichstauglichem - wetterfestem, wie Hartmann versichert - Kunstleder überzogen. Wer sich ihr nähert, knipst über einen Bewegungsmelder nicht nur die indirekte Beleuchtung an. Auch ist 30 Sekunden lang, wie von einer Spieluhr, zarte Musik des Komponisten Joseph Haydn zu hören. Das Beste ist allerdings die Schublade im Kopfteil der Chaiselongue. Hier sind zum Einen Bücher aus der Stadtbücherei versteckt, in denen geschmökert werden darf. Aber nicht nur Belletristik, Krimis, Biografien und weiterer Lesestoff finden sich in dem Auszug. Auch Karten mit Erklärungen zu den einzelnen Fassadenelementen des Rathauses sind darin versteckt. Denn das ist ein weiterer Vorzug des Sitzmöbels: Wer sich darauf niederlässt, hat die von Dominikus Zimmermann gestaltete Rathausfassade genau im Blickfeld. Die Schublade übrigens, verschließt sich nach einer gewissen Zeit von selbst wieder.

Die Chaiselongue, die dank etlicher Sponsoren installiert werden konnte, wird in das Landsberger Kulturprogramm eingebunden. So steht jetzt bereits fest, dass die landsberger bühne ihre Reihe „literaturfindetstadt“ hier fortsetzt. Ab 13. bis 30. Juli sind insgesamt zehn Termine geplant, an denen jeweils um 18.30 Uhr (Samstag und Sonntag zusätzlich 11 Uhr) Mitglieder der labü und Persönlichkeiten der Stadt darauf Platz nehmen und vorlesen. Die Texte sind bereits ausgesucht: Es sind zwei im 18. Jahrhundert verfasste, spannende und von den damaligen Lesern schier verschlungene Liebesromane in Briefform. In Fortsetzungen vorgetragen werden „Das Fräulein von Sternheim“ von Sophie von La Roche sowie Goethes Jugendroman „Die Leiden des jungen Werther“.

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