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Stegen/Ammersee

06.05.2020

Die Dampfer auf dem Ammersee dürfen bald ablegen

Die Flotte der Schifffahrt auf dem Ammersee liegt nach wie vor in der Werft in Stegen. Aber der Saisonstart naht.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Plus Eigentlich starten die Dampfer auf dem Ammersee jedes Jahr zu Ostern in die neue Saison. Wegen der Corona-Krise liegt die Flotte aber nach wie vor in Stegen vor Anker. Bald dürfen die Dampfer aber in See stechen.

Mit den stufenweisen Lockerungen der Corona-Einschränkungen wird auch der Schiffsverkehr auf dem Ammersee wieder aufgenommen. Allerdings weder zu den Terminen für die Öffnung von Freizeitstätten wie Museen und Zoos am 11. Mai noch zur Öffnung der Gastronomie ab 18. Mai. An welchem Wochenende die Flotte wieder in See stechen kann.

„Nach dem Kabinettsbeschluss von Dienstag dürfen wir voraussichtlich am 30. Mai starten“, sagt der Prokurist der Seenschifffahrt, Markus Weisbecker, „jetzt haben wir eine Perspektive, auf die wir hinarbeiten können.“ Der 30. Mai ist der Pfingstsamstag.

Derzeit werden verschiedene Sicherheitskonzepte geprüft

Die Schifffahrt, so Weisbecker weiter, stehe im Öffnungsfahrplan der Staatsregierung an einer Stelle mit Hotels und weiteren Freizeitstätten sowie touristischen Einrichtungen wie Schlössern und Freizeitparks. Wie sich der Dampferbetrieb dann konkret gestalten wird, darüber kann Weisbecker momentan noch nicht so viel sagen. „Wir haben verschiedene Schubladenkonzepte, die wir mit den Aufsichtsbehörden abklären müssen.“ Normalerweise startet der Schifffahrtsbetrieb auf dem Ammersee jedes Jahr zu Ostern.

Eines ist aber absehbar: Die Fahrgastkapazitäten auf den Schiffen werden um rund die Hälfte verringert, damit es nicht zu eng zugeht. „Wir haben die Sitzabstände vergrößert und viele Bänke heruntergetragen.“ Was sonst noch notwendig sein könnte (Desinfektionsmittel, Abstandsaufkleber) werde sich zeigen. Eine mögliche Maskenpflicht sei ein weiteres Thema, das den Betrieb beeinflussen werde. Sollte es eine solche geben, werde es wohl nicht so attraktiv sein, eine dreieinhalbstündige große Rundfahrt auf dem Ammersee zu machen, nennt Markus Weisbecker als Beispiel.

Die Fahrpläne drohen gesprengt zu werden

Eine Frage sei auch, ob die regulären Fahrpläne eingehalten werden können, wenn etwa beim Ein- und Aussteigen auf Mindestabstände geachtet werden müsse. Das könnte zu längeren Aufenthalten an den Stegen führen. Und dann komme es natürlich auch auf die Nachfrage an: Doch Weisbecker hofft, dass auch gesundheitsbesorgte Personen eine Dampferfahrt unternehmen: Das sei ja gerade ein Erlebnis an der frischen Luft, und bei geringeren Kapazitäten werde es auch nicht eng an Bord. Eine Dampferfahrt sei nicht mit einer Fahrt mit der U-Bahn vergleichbar. „Wir werden anpassen, verändern, ausprobieren und versuchen, das Beste für alle Beteiligten zu erreichen“: So lautet Weisbeckers Devise.

Eine normale Saison sei nicht vor 2021 zu erwarten. Bei der „Cash cow“, der Schifffahrt am Königssee, fielen schon mal die rund 35 Prozent ausländischer Gäste weg, Charterfahrten etwa für Hochzeiten am Ammersee seien ungewiss und Gruppen- und Vereinsausflüge werde es heuer nicht mehr geben. Bliebe noch die Frage, wie sich das Ausflugsverhalten der Menschen in der Region entwickle: Müssen die Menschen sparen, weil Kurzarbeit ihr Einkommen schmälert oder dränge es sie nach den wochenlangen Ausgangsbeschränkungen mit aller Macht an die Seen?

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