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Ammersee

16.01.2018

Die „Diessen“ bekommt neue Planken

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Der Raddampfer Diessen liegt derzeit im Trockendock in Stegen. Die Decks erhalten einen neuen Holzboden aus Doussié.
Bild: Thorsten Jordan

Der Ammersee-Raddampfer erhält jetzt im Winter in der Werft in Stegen ein neues Deck. Die ersten Sonderfahrten für heuer sind schon ausgebucht.

Das Deck ist schon grundiert, der leicht säuerliche Geruch der Farbe hängt in der Luft. Weiße Planen überspannen das Schiff und schützen den Arbeitsbereich. Die Hölzer liegen schon in großen Stapeln bereit. Anton Müller nimmt die ersten, um sie für den Bodenbelag vorzubereiten. Diesen Winter ist der Raddampfer Diessen im Trockendock der Werft in Stegen. Zum einen steht die alle fünf Jahre fällige Landuntersuchung an, wie der stellvertretende Betriebsleiter, Anton Müller, erzählt. Zum anderen soll auch der Holzboden an Deck erneuert werden.

Es handelt sich um Doussie-Holz. Der gelernte Schreinermeister wird es mit seinen Mitarbeitern legen – „vergleichbar einer Holzterrasse“. Wer im Sommer Schiffsführer, Matrose oder Kassierer bei der Bayerischen Seenschifffahrt ist, hat außerhalb der Saison noch andere Aufgaben: Schreiner, Zimmerer oder Elektriker. Sie überholen die in Stegen liegende Flotte, die Mitarbeiter haben alle einen Handwerksberuf. Mindestens ein Dutzend seien im Winter zumeist in den Werkstätten. Insgesamt sind es laut Müller 17 Mitarbeiter im handwerklichen Bereich, zwei Saisonkräfte und drei im Büro sowie die Leitung.

Die herkömmlichen Dampfer benötigen nicht so viel Pflege

„Die Augsburg und die Utting sind wenig wartungsintensiv“, verrät Müller. Mehr getan werden müsse bei den Schaufelraddampfern Diessen und Herrsching. „Die Schaufelradlager müssen beispielsweise immer überprüft und dann auch ausgetauscht werden.“

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Es gibt die technischen Überprüfungen, die in einem bestimmten Rhythmus stattfinden müssen und die größeren Schönheitsreparaturen, wie jetzt das Austauschen des Bodens. Daneben steht für alle Schiffe alljährlich eine Grundreinigung an. „Außerdem werden die Bänke und Handläufe geschliffen und neu gestrichen, die Witterung setzt der Lasur zu.“

Bei der Diessen, die im Trockendock sei, werde heuer auch die Schiffsschale gestrichen. „Sandgestrahlt ist sie schon.“ Bevor es am 1. April dann aber wieder losgehen kann, müssen auch die Stege überholt werden. „Das ist immer ein großer Teil der Winterarbeit.“

Für diese Arbeiten haben die Mitarbeiter der Werft heuer mit dem Wetter Glück. Für die Schifffahrtssaison war das vergangene Jahr nicht ganz so erfolgreich wie das Jahr zuvor. „2016 hatten wir bei den Fahrgastzahlen ein Spitzenergebnis“, erzählt der Geschäftsführer der Bayerischen Seenschifffahrt, Michael Grießer. In diesem Jahr seien erstmals mehr als 300.000 Fahrgäste gezählt worden. Wegen des durchwachsenen Septembers sei die Statistik 2017 nicht ganz so positiv ausgefallen: „Wir hatten um die 290.000 Fahrgäste.“ Damit liege man aber immer noch über dem Fünfjahresmittel von 280.000 Fahrgästen.

Diese Routen sind besonders beliebt

Für den Ammersee ist die Flotte mit der Inbetriebnahme des Motorschiffs Utting im Sommer 2017 komplett. Auch am Konzept wird laut Grießer nichts geändert: „Die Erlebnisfahrten entwickeln sich sehr positiv.“ Wer auf die Homepage der Ammerseeschifffahrt nachschaut, erkennt, dass die Brunchfahrten schon bis Anfang Juli ausgebucht sind, und die Schlemmerfahrt zur Sonnwende ebenfalls völlig ausgebucht ist. „Ich glaube, wir haben die neuen Termine im November eingestellt und binnen zweier Monate ist schon manches weg.“ Andere Schlemmer- oder Tanzfahrten sind aber natürlich noch buchbar.

In 2017 wurden hingegen weniger Charterfahrten gebucht: Da nicht klar war, wann das neue Motorschiff Utting kommt, gab es im ersten Halbjahr einen Einbruch. Bewährt hat sich laut Grießer, den See in einer südlichen und nördlichen Runde zu befahren und in Herrsching ein Umsteigen am gleichen Steg zu ermöglichen. Beibehalten wird auch das Konzept im Frühjahr und Herbst nicht alle Routen zu fahren, sondern erst zur Hauptsaison.

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