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Egling

04.11.2019

Die Eglinger Schützen suchen eine neue Heimat

Das alte Gemeinschaftshaus in Egling soll abgerissen und durch zwei neue Gebäude ersetzt werden. Im Raum stand lange, dass die Schützen dort unterkommen. Bürgermeister Ferdinand Holzer sprach sich jetzt aus Kostengründen dagegen aus.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Eglings Bürgermeister Ferdinand Holzer ist dagegen, dass die Schützen im geplanten Neubau in der Ortsmitte einziehen. Bei dem Projekt sehen die Gemeinderäte auch an anderer Stelle Korrekturbedarf. 

Wo werden die Schützen von Edelweiß Egling eine neue Heimat finden? Das war eines der zentralen Themen in der vergangenen Sitzung des Gemeinderats Egling. Wie berichtet, war angedacht, im Gemeindehaus an der Hauptstraße ein Schützenheim mit zehn Schießständen zu integrieren. Dort soll das „Soziale Zentrum Dorfmitte“ entstehen.

Schon nach der Gemeinderatssitzung Anfang Oktober hatte Bürgermeister Ferdinand Holzer aus finanziellen Gründen dahinter ein dickes Fragezeichen gesetzt und als Alternative die bisherigen Räume des Bauhofes ins Gespräch gebracht. Sollte das Vorhaben tatsächlich im Untergeschoss des Gebäudes realisiert werden, würden allein dafür wohl Kosten von etwa 1,2 Millionen Euro anfallen, informierte Holzer nun. „Das ist auf gar keinen Fall machbar“, so die Meinung des Bürgermeisters. Unterstützung erhielt er vom Planer, Clemens Becherer vom Architekturbüro Müller-Hahl und Becherer, der ein Schützenheim im Keller als unwirtschaftlich bezeichnete und im Obergeschoss keine sinnvolle Lösung für die Schützen sieht.

Ratsmitglied Michael Bucher sieht noch Gesprächsbedarf

Das wollte Ratsmitglied Michael Bucher so nicht stehen lassen. „Wir müssen die Schützenproblematik weiter diskutieren“, so Bucher und führte weiter aus, dass ein Nein für die Schützen in der Hauptstraße nicht automatisch bedeute, dass der Bauhof die Lösung sei. Bucher bedauerte zudem das wahrscheinliche Aus des Schützenheimes an der Hauptstraße, wollte die Gemeinde Egling damit doch den Dorfkern beleben. „Letztlich muss ich aber der Expertise des Planers Glauben schenken“, lenkte Bucher ein.

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Bürgermeister Ferdinand Holzer schloss den Themenkomplex um das Schützenheim mit dem Hinweis ab, dass er mit den Verantwortlichen des Vereins in guten Gesprächen stehe und noch in diesem Jahr eine Entscheidung im Sinne der Schützen getroffen werden müsse.

Ein Café soll in dem neuen Gebäude entstehen

Auf dem Grundstück an der Hauptstraße soll das bestehende Gebäude abgerissen und durch zwei Gebäuderiegel ersetzt werden, die durch ein Parkdeck und eine Terrassenkonstruktion miteinander verbunden sein werden. In der Summe sollen in beiden Gebäudekomplexen acht Wohneinheiten Platz finden, deren Größe sich an den Vorgaben des sozialen Wohnungsbaus orientieren wird. Daneben sind laut Bürgermeister Holzer verschiedene Funktionsräume geplant, die beispielsweise durch den Eine-Welt-Laden mit der Postfiliale sowie durch eine Gesundheitspraxis genutzt werden könnten. Auch ein Seniorencafé beziehungsweise ein Dorfcafé solle darin Platz finden, eventuell auch die Gemeindebücherei.

Schwäbischer Baustil soll sich niederschlagen

Im Verlauf der Aussprache wurden durch die Gemeinderäte weitere Änderungswünsche zur vorgestellten Planung vorgebracht. Nicht auf allgemeine Zustimmung stieß die moderne Außenfassade des Gebäudes. Da wünschten sich einige Räte eher einen traditionellen schwäbischen Baustil, angelehnt an den Bestand des alten Baukörpers. Auch für den geplanten Durchgang, am nördlichen Ende des Bestandsgebäudes, zum zweiten Baukörper wäre eine alternative Lösung wünschenswert, wurde geäußert.

Auch was die Dachform und die vorgestellten Gauben betrifft, wurden Änderungswünsche laut. Letztlich, so war einigen Wortmeldungen zu entnehmen, wird es ein Ringen sein, den Spagat zwischen Funktionalität und Optik in Einklang zu bringen, und dabei die Kosten nicht aus den Augen zu verlieren.

Auch wenn zur Ausführung des „Sozialen Zentrums Dorfmitte“ in dieser Sitzung erneut kein formeller Beschluss gefasst wurde, so war man sich nach der Aussprache unter den Gemeinderäten letztlich doch darüber einig, das Projekt konsequent weiterzuverfolgen. Der Architekt soll nun die Änderungswünsche in den Plan einarbeiten und erneut vorstellen.

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