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Jubiläum

20.06.2013

Die Erinnerung lebendig halten

Der Veteranen- und Kriegerverein Egling-Heinrichshofen bei der Gedenkfeier im Jahre 1956.
Bild: VRV Egling-Heinrichshofen

Der Soldaten- und Reservistenverein Egling-Heinrichshofen feiert am Wochenende sein 140-jähriges Bestehen

Egling Mit einem feierlichen Gedenktag für die Gefallenen und Vermissten sowie der verstorbenen Mitglieder begeht der Soldaten- und Reservistenverein Egling-Heinrichshofen am Sonntag, 23. Juni, sein 140-jähriges Gründungsjubiläum. Begleitet von den Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine, benachbarter Soldaten- und Veteranenvereine und der Blaskapelle Egling-Heinrichshofen wird die Festgemeinde nach dem Festgottesdienst am Kriegerdenkmal der Kriegsgefallenen, Vermissten sowie der verstorbenen Mitglieder gedenken. Ausdrücklich mit eingeschlossen seien aber auch die Bundeswehrsoldaten, die in den verschiedenen Einsatzgebieten ihr Leben gelassen haben. „Unsere Hauptaufgabe liegt heute darin, die Vergangenheit lebendig zu halten und zu mahnen, dass ein Leben in Frieden und Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist“, so der Vorsitzende Hermann Wurm.

Es waren die vier Veteranen Karl Frey, Georg Miederer, Kaspar Sießmayr und Stefan Jobst (sie kämpften in der Bayerischen Armee im Krieg 1870 bis 1871 gegen Frankreich), die die Initiative ergriffen, den Veteranen- und Soldatenverein der Pfarrei Egling 1873 ins Leben zu rufen. In der Präambel zum Gründungsprotokoll legten sie als Zweck des Vereins sinngemäß fest, den kameradschaftlichen Geist auch im bürgerlichen Leben wachzuhalten, Mitglieder in Unglücksfällen und Notlagen zu unterstützen und das Andenken an die Gefallenen und Vermissten zu wahren und zu ehren. Alljährlich sollte ein Erinnerungsfest mit kirchlicher Feier stattfinden. Der „Veteranen- und Reservistenverein Egling-Heinrichshofen Traditionsverein von 1873“, so der aktuelle Name des Vereins, erfüllt dieses Vermächtnis bis heute.

Die erste Vereinsfahne ist noch heute im Einsatz

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Bereits im September des Gründungsjahres wurde die Vereinsfahne geweiht. Sie ist nach mehreren Restaurierungen immer noch im Originalzustand erhalten und begleitet die Vereinsmitglieder bei all ihren Veranstaltungen.

Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs und zwischen den beiden großen Kriegen wird, ganz im Sinne des Gründungsaufrufes, von einem regen Vereinsleben berichtet. Zu Ehren seiner Gefallenen errichtete der Verein 1920 ein Denkmal unter den Linden am Kirchberg, das nach Ende des Zweiten Weltkriegs mit den Namen der Gefallenen und Vermissten ergänzt wurde. Die Heinrichshofer Kriegerdenkmale haben an der Pfarrkirche St. Andreas einen würdigen Platz gefunden. 1982 konnte im ehemaligen Eglinger Leichenhaus eine gemeinsame Gedenkstätte eingeweiht werden.

Zusammenschluss im Jahr 1996

Nach dem Zweiten Weltkrieg beschlossen die Veteranen aus Egling und Heinrichshofen 1953 die Wiedergründung des Vereins als Veteranen- und Kriegerverein. Vier der Gründungsmitglieder, nämlich Franz Gaier, Josef Lichtenstern, Karl Wörle und Rudolf Wörle, werden auch das 140-jährige Vereinsjubiläum mitfeiern können.

Im Frühjahr 1980 gründeten acht ehemalige Bundeswehrsoldaten die Reservistenkameradschaft (RK) Egling. Die junge RK war sehr aktiv und beteiligte sich an Veranstaltungen des Reservistenverbandes. Da die Grundwerte und Ziele beider Vereine nahezu identisch sind und viele Veranstaltungen gemeinsam geschultert wurden, kam es folgerichtig zum Zusammenschluss. 1996 entstand aus dem Veteranen- und Kriegerverein und der Reservistenkameradschaft der „Veteranen- und Reservistenverein Egling-Heinrichshofen Traditionsverein von 1873“.

Als aktive Mitglieder der Dorfgemeinschaft leisten die heute rund 70 Vereinsangehörigen Erinnerungsarbeit, pflegen die Kriegerdenkmale, unterstützen den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge und man ist in der freiwilligen Reservistenarbeit aktiv. Bei all den vielfältigen Aufgaben vergessen aber die Verantwortlichen nicht, auch die Kameradschaft und den Zusammenhalt durch gesellschaftliche Veranstaltungen zu fördern. Auch dazu dient die Festveranstaltung zum 140-jährigen Gründungsjubiläum.

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