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Infoveranstaltung zum Thema Windkraft

26.05.2015

Die Fuchstaler haben zehn Tage Zeit

Der Fahrplan für das Fuchstaler Windkraftprojekt steht. Nicht nur Gemeindebürger können investieren, sondern auch Auswärtige. 
Bild: Julian Leitenstorfer (Symbolfoto)

Der Fahrplan für das Projekt steht – die Rendite auch. Mitmachen können auch Auswärtige

Recht groß war das Interesse an der Informationsveranstaltung in der Fuchstalhalle zum Thema Windkraft und den Beteiligungsmöglichkeiten für die Bürger. Über 150 Besucher, darunter sehr viele von auswärts, erfuhren dabei, dass mit einer Genehmigung der vier Windkraftanlagen noch im Juli zu rechnen sei und dass ihre mögliche finanzielle Beteiligung bei mindestens 5000 Euro liegt. Damit soll ein Teil des benötigten Eigenkapitals aufgebracht werden.

3,2 der 6,5 Millionen Euro wird dann die Gemeinde Fuchstal selbst beisteuern, erklärte Bürgermeister Erwin Karg bei der Veranstaltung. Bei der Zeichnungsfrist für die Bürger werde es Abstufungen geben, kündigte er zudem an. Voraussichtlich ab Mitte Juli oder Anfang August haben zunächst die Fuchstaler zehn Tage lang Zeit, ihre Einlage zu machen. Dann sind ebenfalls zehn Tage die Bewohner der Nachbargemeinden an der Reihe, dazu gehören auch die Mitglieder der Fuchstaler „Südallianz“ Vilgertshofen und Reichling, bevor schließlich das Angebot ganz freigegeben wird. Die Zeichnungen sollen Ende September abgeschlossen sein.

Man habe bereits 20 bis 30 Anfragen, erklärte Karg hierzu, die bis aus Schleswig-Holstein kämen. Das Interesse der Fuchstaler selbst sei sicherlich nicht so groß, dass niemand anders zum Zuge komme, beruhigte er einen auswärtigen Interessenten. Der ebenfalls geäußerten Befürchtung, die erforderliche Summe werde vielleicht gar nicht erreicht, trat Planer Robert Sing entgegen und verwies auf die Erfahrungen bei den Bürgerwindkraftanlagen in Berg und Lamerdingen.

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Zuvor war Sing ausführlich auf die Geschichte der Fuchstaler Windkraftpläne eingegangen, die im Oktober 2013 mit den Standortsicherungsverträgen mit den Bayerischen Staatsforsten konkrete Züge angenommen hatten. Auf den nun gefundenen, vier „gut zugänglichen und geeigneten“ Standorten erwarte man im Langzeitmittel einen Gesamtertrag von 28 Millionen Kilowattstunden an Strom. Aufgestellt werden Anlagen des deutschen Herstellers Enercon des Typs „E-115“, für die auf die Dauer der Gesamtlaufzeit von 20 Jahren ein Vollwartungsvertrag abgeschlossen wird. Dieser garantiere den Betreibern eine mindestens 97-prozentige Verfügbarkeit. Da mittlerweile auch, wie Bürgermeister Karg ergänzte, die Höhere Naturschutzbehörde und die Bundeswehr ihr Einverständnis erklärt hätten, rechne man mit dem Genehmigungsbescheid noch im Monat Juli.

Danach werde man, so Sing, zunächst die notwendigen Wegebauarbeiten und, ab September, die Fällung der Bäume an den Standorten vornehmen. Nach der Aufstellung der 149 Meter hohen Türme sollte im Mai 2016 die Montage der Gondeln erfolgen.

Beabsichtigt ist die Netzeinspeisung für je zwei Windräder bis zum 30. Juni und 30. September 2016. Dadurch sichere man sich Entgelte nach dem Erneuerbare Energiengesetz, im ersten Fall in Höhe von 8,69 Cent je Kilowattstunde, im zweiten Fall von 8,58 Cent. Sing stellte zudem die Wirtschaftlichkeitsberechnung vor, die auf einer Windgeschwindigkeit von 5,9 Metern pro Sekunde beruht.

Demnach betrage die jährliche Rendite 5,15 Prozent: Das bedeute, man erhalte mit den jährlichen Ausschüttungen insgesamt 182 Prozent des eingesetzten Kapitals zurück. Das fachkundige Publikum stellte unter anderem zu der Berechnungsmethode Fragen.

Weiterhin wurde angesprochen, ob der produzierte Strom nur ins LEW-Netz eingespeist oder direkt den Fuchstalern angeboten werde. Eine Direktvermarktung von „grünem Strom“ habe man bereits als einen zweiten Schritt angedacht, versicherte Sing.

Nach 20 Jahren entscheide die Gesellschafterversammlung über das Schicksal der Windräder, beantwortete der Planer eine weitere Anfrage. Im Vertrag mit den Staatsforsten gebe es die Option, zwei Mal um je fünf Jahre zu verlängern. Rechtsanwalt Dr. Werner Wust, der für die Vertragsgestaltung zuständig ist, erläuterte einem Zuhörer, dass Anteile vererbt oder an andere Gesellschafter verkauft werden dürfen. Aufgelegt wurden in der Fuchstalhalle bereits Anträge für unverbindliche Vormerkungen.

Diese Interessenten erhalten dann den Verkaufsprospekt zugesandt und haben nochmals eine Bedenkfrist. „Wir haben uns vier Jahre bemüht und gegen jegliche Anfeindungen durchgesetzt“, zog Bürgermeister Erwin Karg am Ende des Abends bereits ein erstes Fazit in Sachen Fuchstaler Windpark.

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