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Dornstetten

12.10.2017

Die Gefahr ist real

Auf dem Gelände bei Dornstetten finden immer wieder Übungen der Bundeswehr statt.
Bild: Julian Leitenstorfer

Der Standortübungsplatz in Dornstetten wird nach wie vor genutzt. Nur ist dazu nicht jeder berechtigt. Warum das Militär darauf drängt, die Warnschilder zu beachten.

Die 43 Warnschilder sind eindeutig. Sie weisen darauf hin, dass dort der „Militärische Sicherheitsbereich“ beginnt und Betreten des Platzes verboten ist. Interessieren tut dies allerdings nur wenige. Immer wieder nutzen Spaziergänger, Wanderer, Freizeitsportler wie Radler das 280 Hektar große Gelände des Standortübungsplatzes bei Dornstetten. Gerade jetzt, wenn die goldenen Herbsttage anbrechen, lockt dieses Areal auch viele Kinder als vermeintlicher Abenteuerspielplatz, der neben seiner Anziehungskraft, seiner vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt aber vor allem eines ist: lebensgefährlich.

Es wird bei Tag und bei Nacht geübt

Ein Standortübungsplatz ist, wie es der Name schon sagt, ein Areal der Bundeswehr, um dort militärische Szenarien zu üben. Das bedeutet, dass sich dort immer wieder getarnte und gepanzerte Fahrzeuge bewegen und das bei Tag wie auch bei Nacht. Das gefährliche daran sind nicht nur die Fahrzeuge selbst, sondern auch die Tatsache, dass sie wenig bis gar nicht beleuchtet sein können. Auch Hubschrauber können plötzlich auftauchen und auf einer der Lichtungen landen.

Aus dem Grund bittet der Standortälteste in Landsberg, Oberst Daniel Draken, die Bevölkerung nachdrücklich, den Übungsplatz der Bundeswehr nicht zu betreten. Auch wenn von außerhalb keine Aktivität zu erkennen sei, gilt: Vermeintliche Ruhe ist kein Indiz für Übungsunterbrechungen oder geringe Gefahr. Die geht nämlich nicht nur von Fahrzeugen oder Hubschraubern aus. Auf dem Übungsplatz wird immer wieder auch geschossen – und nicht nur mit Übungsmunition. Hauptmann Peter Hammer, für den Betrieb des Platzes zuständiger Offizier: „Wir trainieren nicht für den Kindergeburtstag.“ Natürlich werde vor den Übungen das Umfeld überprüft und gesichert, aber man sollte die Warnschilder unbedingt ernst nehmen.

Camper am offenen Feuer

Zu den Nutzern des Standortübungsplatzes gehören nach wie vor die Offiziersschule der Luftwaffe oder auch das Feldwebelbataillon in Altenstadt sowie andere Einheiten. Peter Hammer: „Die Soldaten üben bei jeder Witterung, auch an Wochenenden und in der Nacht.“ Das Argument, dort hätte es noch nie nennenswerte Zwischenfälle gegeben, lässt der Hauptmann ebenfalls nicht gelten. Das Gelände werde zwar regelmäßig begangen und geprüft, doch könne niemand sagen, was dort vor Jahrzehnten passiert sei. Immer wieder stoßen die Soldaten, die eng mit dem zuständigen Forstbeauftragten zusammenarbeiten, auf Camper am offenen Feuer. Auch der Freizeitsport Gotcha, wo mit Farbkugeln auf einander geschossen werde, musste dort schon unterbunden werden.

Und dann gibt es auch noch eine weitere gefährdete Gruppe, die Kinder. Peter Hammer: „Der Übungsplatz scheint eine magische Anziehungskraft auf Kinder zu haben.“ Daher geht die Bitte an die Eltern, auf ihren Nachwuchs entsprechend einzuwirken. Auch Spaziergänger, Radfahrer, Waldarbeiter und Jäger dürfen den Standortübungsplatz ohne Genehmigung durch den Standortältesten nicht betreten. Wird dagegen verstoßen, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. Hauptmann Peter Hammer: „Wir gehen dabei restriktiv vor und bringen jeden zur Anzeige.“

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