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Landsberg

17.01.2017

Die Größe stört viele Anwohner

Die Container (neun Wohn-, ein Küchen- und zwei Toilettencontainer), in denen die Bewohner der Holzbaracken während der Baumaßnahmen für die neuen Obdachlosenunterkünfte wohnen sollen, stehen seit Kurzem in der Jahnstraße.
Bild: Thorsten Jordan

Pläne für Obdachlosenunterkünfte stoßen auf Kritik. Was die Bürger wollen.

Die Anwohnerversammlung, bei der über die Pläne für den Neubau von modernen Unterkünften für Obdachlose in der Jahnstraße diskutiert wurde, hat viel Staub aufgewirbelt (LT berichtete). Etliche Anlieger haben im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens bis Fristende Einwände gegen das Projekt vorgebracht, die der Stadtrat nun abwägen muss. Darüber hinaus haben die Anlieger die Stadtratsfraktionen angeschrieben und um ein Gespräch gebeten. Denn wohl schon in der Stadtratssitzung am 1. Februar soll über die Pläne beraten werden.

Anfang Dezember hat der Stadtrat mit einer Gegenstimme beschlossen, die bestehenden Holzbaracken in der Jahnstraße durch vier zweigeschossige Häuser mit insgesamt 36 Wohneinheiten zu ersetzen. Seit Mitte Dezember liegen die Pläne öffentlich aus. Am vergangenen Freitag endete die Frist, in der Einwände dagegen vorgebracht werden konnten. Nach der Versammlung im Jahnstüberl, zu der laut Organisator Klaus Hohenleitner 68 Anlieger gekommen waren, gingen noch etliche bei der Stadtverwaltung ein. Laut Pressereferat der Stadt sind es 18 Einwände und Stellungnahmen sowie ein Beschwerdebrief von Privatpersonen, zudem vier Einwände von Trägern öffentlicher Belange.

Einer der Anlieger, der Einwände gegen das Bebauungsplanverfahren „Notunterkünfte Altöttinger Weiher“ vorgetragen hat, ist Christian Marx. Sein Schreiben an die Stadt, hat er auch der örtlichen Presse zugeschickt. Ihm persönlich gehe es nicht um die Abwendung des Bauvorhabens. Es gehe lediglich um das Ausmaß dessen. Das hatten auch viele Anwohner bei der Versammlung betont. Wie Marx schreibt, sei es unverantwortlich, die Zahl von aktuell 17 Bewohnern auf etwa 40 zu steigern. Bereits jetzt gebe es genügend Konflikte und Polizeieinsätze.

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Auch für Klaus Hohenleitner ist der Knackpunkt die Größe der Anlage. Schon bei der Versammlung rechnete er vor, dass bis zu 144 Personen in den vier Häusern Platz finden könnten, wenn die gesetzlich vorgesehene Mindestfläche von sechs Quadratmetern pro Person zu Grunde gelegt werde. Oberbürgermeister Mathias Neuner hatte erklärt, die Zimmer sollen im Normalfall jeweils nur mit einer Person belegt werden. Christian Marx fordert, soziale Brennpunkte wie Obdachlosenunterkünfte zu dezentralisieren und das Bauvorhaben in Größe und Nutzung zu beschränken.

Klaus Hohenleitner und seine Mitstreiter haben mittlerweile auch die Stadtratsfraktionen über ihre Bedenken informiert und um ein Gespräch gebeten. Zumindest CSU, Grüne und UBV wollen sich dem nicht verschließen, wie eine Nachfrage unserer Zeitung ergab. Deren Vertreter Tobias Wohlfahrt, Dr. Andreas Hartmann und Doris Baumgartl halten Standort und Größe aber für richtig. Hartmann und Baumgartl sagten, möglicherweise müsse die Betreuung durch einen Kümmerer ausgeweitet werden.

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