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Jahresempfang

08.02.2018

Die Handwerker haben volle Auftragsbücher

Höhepunkt des traditionellen Handwerker-Empfangs war auch heuer der Meistertrunk der Gastgeber und Ehrengäste mit den neuen Trägern des „Goldenen Meisterbriefes“.
Bild: Ludwig Herold

Fachkräfte- und Auszubildenden-Mangel machen den Betrieben im Landkreis zu schaffen. Junge Leute sollen wieder den Wunsch haben ein Handwerk zu erlernen

Welch großes Ansehen die Kreishandwerkerschaft genießt, offenbarte der Handwerker-Empfang im großen Sitzungssaal des Landratsamtes mit zahlreichen Gäste aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens. Der stellvertretende Kreishandwerksmeister Wolfgang Zeit versicherte in seiner Begrüßung: „Der Handwerker-Empfang ist für uns alle sehr wichtig, da wir an diesem Tag Menschen ehren, die für das Handwerk und die Betriebe in unserem Landkreis eine besondere Leistung erbracht haben.“

Was die große „Handwerker-Familie“ überdies bewegt, machte Kreishandwerksmeister Michael Riedle deutlich: „Das Handwerk steht für Aufbruchstimmung und Tatendurst – verbunden mit Werten“, sagte er und fügte hinzu: „Was man von unserer designierten Bundesregierung nicht behaupten kann.“

Damit das Handwerk seinen Tatendurst „optimal verwirklichen“ könne, brauche es „handwerksfreundliche Rahmenbedingungen – auch und vor allem im kommunalen Bereich. „Wir haben Sie eingeladen, um den Dialog zwischen Handwerk und Kommunen zu pflegen und zu vertiefen.“ Denn beide seien Partner und müssten dies auch sein, „weil sie von dieser Partnerschaft wechselseitig profitieren.“ Seine Begründung: „Die Betriebe des Handwerks schaffen wohnortnahe Arbeits- und Ausbildungsplätze. Und sie sind vor allem auch das Fundament für die Wirtschafts- und Finanzkraft der Gemeinden.“

Die Rolle des Handwerks lasse sich, so Riedle weiter, „besonders deutlich untermauern, wenn man die Zahlen für das heimische Handwerk kennt“. Für den Landkreis Landsberg seien das 2325 Betriebe, 685 Auszubildende und für 2017 ein Umsatz von 785 Millionen Euro.

Hausherr Landrat Thomas Eichinger sagte: „Mit einer Arbeitslosenquote von 2,1 Prozent im letzten Monat haben wir mittlerweile nicht nur einen Fachkräftemangel, sondern einen Arbeitskräftemangel. Und das spüren natürlich unsere Handwerksbetriebe.“ Eingehend auf die im Kreistag anberaumte Entscheidung über die Kreisumlage sagte Eichinger: „So, wie das Handwerk auf die nächste Generation bei den Auszubildenden schaut, so schauen wir auf die nach uns folgenden Kommunalpolitiker, die ein bestelltes Haus brauchen mit einer guten Infrastruktur und keinen Schulden.“

Gekommen war auch der neue Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer von München und Oberbayern, Dr. Frank Hüpers: „Auch 2018 wird für das Handwerk ein gutes Jahr werden. Die Umsätze sind gestiegen und die Auftragsbücher voll.“ Wichtig sei, „dass wir bald wieder eine stabile Bundesregierung bekommen, damit die Rahmenbedingungen wieder gesetzt werden können.“ Gleichwohl sehe er Licht und Schatten.

So im Bereich der Steuerpolitik. „Einige Vorhaben, die wir seit Jahren anmahnen, wie die große Steuerreform, die Beseitigung der ‚kalten Progression’, werden wohl nicht kommen.“ Und auch die partielle Absenkung des Solidaritätszuschlags sei fragwürdig. Begrüßenswert, so Hüpers, sei die geplante Stärkung des dualen Ausbildungssystems, „und dass wir mit einem Pakt für die Berufsbildung rechnen dürfen, wonach die Gleichwertigkeit der beruflichen mit der akademischen Bildung anerkannt wird. Aber auch, dass wir eine Gebührenfreiheit für die Meisterschüler bekommen werden“. Die Kernbotschaft von Oberbürgermeister Mathias Neuner: „Wir wollen, dass die Leute in Landsberg arbeiten und wohnen.“ Deswegen müssten dafür die Rahmenbedingungen geschaffen werden. Dazu gehöre, dass junge Leute wieder den Wunsch haben, ein Handwerk zu erlernen. Für Heiterkeit wie Nachdenklichkeit sorgte Kabarettist Josef Haberstock, für die Musik die Blaskapelle Prittriching.

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