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Landsberg

27.04.2015

Die Jäger liegen im Soll

Mick Kratzeisen (rechts) bedankte ich bei Landrat Thomas Eichinger.
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Mick Kratzeisen (rechts) bedankte ich bei Landrat Thomas Eichinger.
Bild: Daniela Hollrotter

Im vergangenen Jahr wurden deutlich mehr Wildschweine erlegt als im Jahr zuvor.

Obwohl die Jagd laut Kreisjagdberater Josef Berger durch den späten Winter erschwert war, liegen die Jäger im Landkreis sie beim Abschuss-Soll „relativ gut“. Das sagte Anja Hörig von der Unteren Jagdbehörde bei der Hegeschau in Achselschwang. Die Waidmänner erlegten 3002 Rehe, 769 Füchse, 436 Hasen und 604 Wildschweine. Beim Schwarzwild waren dies 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Die meisten Wildschweine wurden in der Hegegemeinschaft Paartal (142 Stück) erlegt, gefolgt von Lechfeld (125), Ammersee (116), Windach (88), Süd (70) und Fuchstal (63).

Das Schwarzwild sei in allen europäischen Ländern auf dem Vormarsch, sagte der Vorsitzende des Bezirks Oberbayern im Bayerischen Jagdverband (BJV) Thomas Schreder. Doch richte es auf höchstens einem Prozent der von ihnen genutzten Flächen Schaden an. Schreder wehrte sich dagegen, die Wildschweine als Problem zu bezeichnen und generell Wildtiere zu Schädlingen zu degradieren. Eine erfolgreiche Bejagung der Schwarzkittel gelinge nur mit Hilfe der Jagdgenossen, sagte der Referent. Allerdings gebe es derzeit nur an 1,1 Prozent der Maisflächen die notwendigen Schussschneisen, so Schreder.

Der Bezirksvorsitzende betonte, dass laut Jagdgesetz die Jagdgenossenschaft und nicht der Jäger zum Schadensersatz bei Wildschäden verpflichtet ist. Vor diesem Hintergrund sollte man an Jagdpachtverträge „mit Maß und Ziel“ herangehen und „ein Miteinander“ anstreben. Schreder lobte Landrat Thomas Eichinger dafür, dass dieser die Kosten der Trichinenprobe bei Frischlingen deutlich gesenkt habe. Eichinger seinerseits würdigte die „wichtige Aufgabe“ der Jäger für Natur und Landschaft, die unter besonderer Beobachtung der Bevölkerung erfüllt werden müsse.

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Thomas Schreder wünschte sich, dass Wald und Wild gleichwertig gesehen werden. Außerdem regte er an, in Revieren, in denen es über längere Zeit eine positive Entwicklung gebe, den Abstand zwischen den Vegetationsgutachten auszudehnen. Kreisjagdberater Josef Berger hoffte angesichts der durchweg „sehr jungen“ Böcke unter den ausgestellten Trophäen, dass der Rehwildbestand nicht noch weiter reduziert werden müsse. Ansonsten könne es dazu kommen, dass „Bauern die Sauen selbst schießen müssen.“

Im vergangenen Jagdjahr wurde das Abschusssoll nach Angaben von Anja Hörig in der Hegegemeinschaft Windach zu 95 Prozent (358 Tiere), in Lechfeld (465) und Paartal (441) zu je 94 Prozent, in Süd zu 85 Prozent (325), in Fuchstal zu 84 Prozent (860) und in Ammersee zu 82 Prozent (543) erfüllt.

Mick Kratzeisen, der Zweite Vorsitzende des Jagdschutz- und Jägervereins Landsberg, wandte sich bei der Hegeschau in Achselschwang gegen die Schonzeitaufhebung in einzelnen Revieren und wünschte sich bei künftigen Hegeschauen Diskussionen über Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen für das Wild.

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