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Landsberg/Kaufering

06.10.2019

Die KZ-Gedenkorte rund um Landsberg sind noch in der Warteschleife

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Die Reste der Baracken im KZ-Außenlager Kaufering VII sind ein wichtiger Teil der Erinnerungsorte im Raum Landsberg.
Bild: Julian Leitenstorfer/Archiv

Plus Die Landtagsabgeordnete Gabriele Triebel (Grüne) kritisiert, dass die Bayerische Gedenkstättenstiftung noch keine Entscheidungen getroffen hat. Bald soll das Thema wieder auf die Tagesordnung kommen.

Wie geht es eigentlich mit der Gedenkstätte am ehemaligen KZ-Außenlager VII und mit den in einer 2016 vorgelegten Machbarkeitsstudie gemachten Vorschlägen dazu weiter? Das wollte in der jüngsten Landtagssitzung die Kauferinger Landtagsabgeordnete Gabriele Triebel (Grüne) wissen. Die Antwort des Kultusministeriums fiel recht kurz aus.

Studie liegt seit drei Jahren vor

„Der Stiftungsrat wird sich in seiner nächsten Sitzung am 28. November mit der Frage der Entwicklung des Erinnerungsortes ,Kaufering VII’ befassen, sodass erst nach dieser Sitzung zu inhaltlichen und konzeptionellen Fragen in dieser Angelegenheit Auskunft gegeben werden kann“, heißt es wörtlich. Gabriele Triebel ist mit dieser Sachlage nicht zufrieden: „Drei Jahre lang war das nicht Thema im Stiftungsrat, seither liegt eine von der Stiftung beauftragte Studie da und es gibt dazu keine Entscheidung“, kritisiert die Abgeordnete. Tenor aus der Gedenkstättenstiftung ist bislang, in Raum Kaufering ein „eher zurückhaltendes Projekt“ zu favorisieren, wie es in einem Zwischenbericht des Kultusministeriums im Frühjahr geheißen hatte.

Drei Szenarien stehen im Raum

Die Machbarkeitsstudie hatte laut Triebel drei Szenarien entwickelt, wie ein Dokumentationsort zum ehemaligen Außenlagerkomplex im Raum Landsberg/Kaufering ausgestaltet werden könnte. Dazu gehört eine lediglich digitale Präsentation, die sich Besucher der einzelnen Gedenkorte mit QR-Codes aufs Smartphone holen können. Als zweite Möglichkeit wurde eine mit Personal ausgestattete Gedenkstätte unter Einbeziehung der Anlagen in Kaufering VII skizziert. „Das wäre die Lösung, die wir vor Ort möchten“, sagt Triebel und bezieht sich dabei auch die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung, welche die Lagerreste an der Erpftinger Straße westlich von Landsberg betreut. Der dritte Vorschlag der Machbarkeitsstudie beinhaltet eine Gesamtschau, die mehrere zeitgeschichtlich bedeutsame Stätten miteinbeziehen und den Bogen von der Festungshaft Adolf Hitlers 1924 in Landsberg über die Außenlager bis hin zu den Rüstungsprojekten zwischen Landsberg und Igling und deren weitere Verwendung nach dem Zweiten Weltkrieg spannen würde.

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Eine zentrale Anlaufstelle am Rathaus in Landsberg sollte die Besucher auf diese Orte verweisen. Allerdings sehe man sich dabei einem „Henne-Ei-Problem“ gegenüber, sagt Triebel: Wesentliche Elemente einer solchen Gesamtschau sind momentan nicht oder nur eingeschränkt zugänglich: Das Stadtmuseum ist bis 2024 geschlossen, der Bunker in der Welfenkaserne und Kaufering VII sind nur für angemeldete Gruppen zugänglich.

Arbeitsgemeinschaft klammerte Kaufering VII aus

Auch im Landkreis gab es zu diesen Vorschlägen kein Übereinkommen: Der Hof hinter dem Historischen Rathaus als Anlaufstelle gefiel dem Stadtrat nicht. Auch in einer vom früheren Staatsminister Dr. Thomas Goppel (CSU) geleiteten Arbeitsgemeinschaft konnte kein Konsens erreicht werden: Die Gruppe empfahl dem Stadtrat zwar die besagte „Wegweisung“ am Rathaus. Aber Differenzen taten sich bei Kaufering VII auf: Die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung möchte diesen Ort zu einem Dokumentationszentrum weiterentwickeln – mit eigenen Geldern, aber auch mit finanziellen Beiträgen des Bundes und des Freistaats.

Goppel verwies dagegen darauf, dass in der Arbeitsgemeinschaft die Meinung vertreten worden sei, man müsse in Landsberg nicht so groß einsteigen. Im Bericht der Arbeitsgemeinschaft wurde die spätere Einbindung und Ausgestaltung des Lagers VII offengehalten.

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