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Weltcup-Finale

11.06.2017

Die Kanuten waren von der neuen Strecke begeistert

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Wer die falsche Linie wählte, dem konnte es durchaus passieren, dass er kurz vor dem Ziel noch eingeholt wurde. Auch wenn der Lech technisch keine großen Anforderungen an die Kanuten stellte, hatte er doch seine Tücken.
Bild: Julian Leitenstorfer

Zum ersten Mal waren die Wildwasser-Paddler in Landsberg zu Gast und würden gerne wieder kommen. Viele Zuschauer an der Strecke und bei der Siegerehrung auf dem Hauptplatz.

Nicht immer ist der kürzeste Weg auch der schnellste – das zeigte sich beim Weltcup-Finale im Classic-Rennen der Wildwasser-Kanuten am gestrigen Sonntag. Schon zum Start um 10 Uhr hatten sich einige Zuschauer unterhalb des Lechwehrs auf der Kiesbank eingefunden und beobachteten die Kanuten aus 14 Nationen, wie sie sich auf ihren Start vorbereiteten. „Das ist mal ganz was anderes“, meinte Ingrid Ruder, die von Penzing nach Landsberg gefahren war, um sich die Paddler anzuschauen.

Unter den Zuschauern war auch Doris Baumgartl, Landsbergs Zweite Bürgermeisterin, und bei ihr wurden Erinnerungen wach: Sie ist als Kind Wildwasser-Abfahrt gefahren. „Abfahrtsrennen sieht man ja relativ selten“, erzählte sie. Beim ESV Neuaubing war sie aktiv – und sogar deutsche Schülermeisterin. Auf Wildwasser – der Lech dagegen scheint doch relativ zahm.

Tatsächlich scheint die Strecke kaum Schwierigkeiten zu bieten. Während die Starter am Samstag noch auf dem Augsburger Eiskanal, der Olympiastrecke von 1972, all ihr Können hatten aufbieten müssen, um die Wasserwalzen schnell zu durchfahren, so kam es auf dem Lech eher darauf an, die richtige Linie zu treffen. Auf der Fußgängerbrücke in der Von-Kühlmann-Straße hatten sich schnell einige Zuschauer eingefunden, die die Sportler anfeuerten.

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Während die meisten Kanuten gleich nach dem Start Richtung Außenkurve steuerten, da hier die stärkste Strömung herrschte, versuchte es der Australier Kaylen Basset mit der kürzesten Strecke: Er wählte die Innenkurven, musste sich da aber durch die Kehrwasser arbeiten, was nicht nur Kraft, sondern auch Zeit kostete – am Ende musste er sich im stärksten Feld der Kajak Einer Herren mit dem vorletzten Platz zufriedengeben und hatte über zwei Minuten Rückstand auf den späteren Sieger Simon Oven aus Slovenien, der für die knapp vier Kilometer nur 14,36 Minuten benötigte.

Auch wenn die Strecke also keine spektakulären Abschnitte bot – anspruchsvoll war sie dennoch und bekam auch Lob von den Teilnehmern. Björn Beerschwenger, der am Samstag in Augsburg zeitgleich mit Nejc Znidarcic den Sprint gewonnen hatte, hatte auf dem Kurs „mehr Spaß als befürchtet“. Vor allem, da der Lech auf dieser Strecke einige Bögen macht, sei die Fahrt sehr abwechslungsreich. „Es war wirklich schön zu fahren, mit den Wellenpassagen und den Kurven“, lautete seit Fazit, als er im Ziel beim Ruderclub am Lech in Kaufering aus dem Kajak stieg. „Es hat richtig Spaß gemacht und war ein interessantes Rennen.“

An diesen Wellenpassagen hatten die Mitglieder der Wasserwacht Kaufering und Landsberg sowie Kanuten des Alpenvereins Landsberg ein wachsames Auge auf die Paddler. Eingreifen mussten sie aber nicht. „Die Paddler haben die Strecke im Griff“, sagte Peter Reinacher von der Wasserwacht Landsberg. Allerdings habe ein Zuschauer wegen Kreislaufproblemen Hilfe benötigt, so Reinacher.

Ihren Spaß hatten auch die Mitglieder des Ruderclubs am Lech Kaufering, wo die Kanuten ins Ziel kamen. „Das können wir gerne wieder machen“, meinte Ulrich Wallenda, der die Helfer koordinierte. Auch eine Lautsprecheranlage hatten die Kauferinger vorbereitet – Bundestrainer Gregor Simon kommentierte hier den Zieleinlauf der Sportler. Nachdem das letzte Boot am Rudersteg in Kaufering angelegt hatte, ging es wieder zurück nach Landsberg: Auf dem Hauptplatz fand die Siegerehrung statt. Auch Landrat Thomas Eichinger und Landsbergs Sportreferent Felix Bredschneijder, die die Siegerehrung mit vornahmen, waren von dem Wettkampf durchaus angetan. „Es ist eine schöne Bereicherung, wenn der Lech so als Sportmöglichkeit wahrgenommen wird“, meinte Eichinger, und Bredschneijder, der auch die Rennen verfolgt hatte, sagte: „Dieser Erfolg schreit nach einer Wiederholung.“ Tatsächlich würden die Wildwasserkanuten gerne wieder nach Landsberg kommen: „Die Kombination Augsburg/Landsberg ist bei den Sportlern gut angekommen. Es wäre schön, dies wiederholen zu können“, freute sich Jens Perlwitz, Vizepräsident des Deutschen Kanu Verbands über die gelungene Veranstaltung und denkt bei der Wiederholung zum Beispiel an eine deutsche Meisterschaft.

Sehr zufrieden machte sich auch das Organisationsteam von Kanu Schwaben Augsburg auf den Heimweg: Horst Woppowa und seine Helfer hatten ein hervorragendes Weltcup-Finale organisiert.

Wer selbst Lust bekommen hatte, mal ins Boot zu steigen, konnte zum Schnupperpaddeln des Alpenvereins oberhalb des Wehrs kommen. Und die ganz Mutigen durften im Zweierkajak sogar das Wehr mit runterfahren. Auch für die Alpenvereins-Paddler noch ein schöner Abschluss, denn beim Rennen mussten sie nur anfeuern – und niemanden retten. "Seite 22

Im Internet

www.kanu-schwaben-augsburg.de

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