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Landsberg

20.11.2019

Die Kosten für das Greifenberger Freibad laufen aus dem Ruder

Der seit Langem diskutierte Neubau des Greifenberger Freibads ist ein Projekt des Landkreises, das deutlich teurer wird.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Gerade die Bauprojekte des Landkreises Landsberg verschlingen mehr Geld, weil Fachleute fehlen und die Preise auch immer weiter steigen. Im Haushalt für 2020 hat das deutliche Folgen.

Eine große Position im Kreishaushalt für 2020 kann schon wieder gestrichen werden: Nach der jüngsten Entscheidung des Landsberger Stadtrats kann das Landratsamt jetzt doch wie geplant auf dem Penzinger Feld gebaut werden. Daher muss nicht im Umland ein Bauplatz gekauft werden, informierte Kämmerer Thomas Markthaler die Mitglieder des Finanz- und des Kreisausschusses zum Auftakt der Haushaltsberatungen. Ein Ansatz von 5,5 Millionen Euro dafür erübrigt sich damit. Der Landkreis kann das Geld gut an anderer Stelle brauchen: Der Neubau des Greifenberger Freibads dürfte erheblich teurer werden als zuletzt geschätzt.

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„Wir werden den Ansatz für 2020 von 3,47 auf 5,57 Millionen Euro aufstocken müssen“, erklärte Markthaler. Man gehe inzwischen davon aus, dass die Gesamtkosten auf 10,4 Millionen Euro steigen werden – und das noch ohne den Rückbau des Bestands. Im vergangenen Jahr waren als voraussichtliche Baukosten 7,3 bis 8,2 Millionen Euro genannt worden. Auch da werde es teuer, ergänzte Landrat Thomas Eichinger (CSU): Allein die Entsorgung von Erdaushub werde die Millionengrenze knacken. Ein kleiner Trost: Ein Zuschuss aus einem Bäderprogramm des Freistaats werde mit 1,5 Millionen Euro höher ausfallen als die bisher erwartete Million, ergänzte der Kämmerer.

Ingenieure sind dringend gesucht

„Wenn wir vor fünf Jahren angefangen hätten, wären wir nicht bei diesen Kosten“, warf dazu Hannelore Baur (SPD) ein. „Wir scheitern oft in der zügigen Umsetzung“, räumte Eichinger ein. Dass sich gerade Baumaßnahmen verzögern, liege an den personellen Kapazitäten im Hoch- und Tiefbauamt. Hochbau-Chef Christian Kusch berichtete, dass er seit 20 Monaten zwei Projektleiter suche, im Tiefbauamt fange immerhin im Februar eine neue Ingenieurin an, berichtete dessen Leiter Johannes Ried.

Die Kosten für das Greifenberger Freibad laufen aus dem Ruder

Verzögern sich Bauprojekte, habe dies erhebliche Kostensteigerungen gegenüber den dann oft Jahre zurückliegenden ersten Schätzungen zur Folge, so Eichinger weiter: „Darin ist eines der Kernprobleme des Investivhaushalts zu sehen.“ Eine Möglichkeit wäre, Ingenieurleistungen an externe Büros zu vergeben. Doch habe der Landkreis mit solchem Outsourcing auch schon schlechte Erfahrungen bis hin zu einem Zivilrechtsstreit gemacht. Zudem käme eine solche Auslagerung teurer als eigenes Personal, zumal, wie Josef Loy (CSU) anmerkte, auch freie Ingenieurbüros mit Aufträgen eingedeckt seien. Am Ende, so Eichinger, müsse man wohl auf eine Abkühlung der Baukonjunktur warten. In diesem Zusammenhang hatte Helga Gall (GAL) zuvor auch nachgefragt, wann denn nun der Bau von Wohnungen am Schondorfer Griesfeld (im Haushaltsentwurf stehen dafür 2,5 Millionen Euro bereit) realisiert werden solle.

Ein Radweg von Pürgen nach Utting

Trotz der knappen Personalkapazitäten berücksichtigt der Haushaltsentwurf auch neue Projekte wie den Neubau der Wohnungen in Grünsink. Inwieweit das angesichts des Projektstaus Sinn mache, hinterfragte Renate Standfest (GAL). Eichinger verwies unter anderem auf Brandschutzdefizite und überhaupt den baulichen Zustand: „Dass wir das mit dem Kreistag noch nie angefahren sind, hat seine Gründe.“

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