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Landsberg/Kaufering

22.02.2018

Die Kosten für die Sauna drohen zu explodieren

Im Jahr 2010 wurde die neue Außensauna im Kauferinger Lechtalbad eingeweiht. Im Zuge der großen Erweiterung soll es eine neue Außensauna geben. Allerdings droht hier eine Kostenexplosion.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Die Saunalandschaft im Kauferinger Lechtalbad soll erweitert werden. Die neue Schwitzhütte im Außenbereich ist dem Kreisausschuss zu teuer.

Nicht ganz so zügig wie geplant kommt die Erweiterung der Sauna im Kauferinger Lechtalbad voran. In der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses konnte lediglich einer von drei auf der Tagesordnung stehenden Aufträgen vergeben werden – unter anderem deshalb, weil die Kosten aus dem Ruder zu laufen drohten.

Vergeben wurden nur die Rohbauarbeiten zur Vergrößerung von Umkleiden, Duschen und Toiletten. Nach dem Dafürhalten des Ausschusses lagen die Angebote hierfür noch im Rahmen. Die Kosten waren auf 400.000 Euro berechnet worden, das billigste der vier eingegangenen Angebote (insgesamt waren elf Angebotsformulare verschickt worden) belief sich jedoch auf 450.000 Euro.

Der Anbieter liegt fast 50 Prozent über den errechneten Kosten

Vorerst nicht mehr mitgehen wollte der Kreisausschuss jedoch bei der neuen Außensauna. Die Kosten hierfür waren auf 304.000 Euro berechnet worden Das Problem war schon mal, dass bei der Ausschreibung nur zwei Angebote eingegangen waren, wovon wiederum nur eines gewertet werden konnte. Und das hatte es in sich: 456.000 Euro wollte der Anbieter haben, also rund 50 Prozent mehr als die geschätzten Kosten.

Die Sauna für diesen Preis zu vergeben, davon riet Christian Kusch, der Chef des Hochbaus im Landratsamt, ab. Die Investitionen müssten in einem angemessenen Verhältnis zu den Einnahmen stehen, mit denen man bei der Lechtalbad-Sauna kalkuliere. Eine Kostensteigerung von 50 Prozent stelle ein unwirtschaftliches Angebot dar und dafür müsse kein Zuschlag erteilt werden. „Ist das die Marktsituation oder ist man bei der Kostenberechnung zu blauäugig gewesen?“, fragte sich angesichts dessen Norbert Kreuzer (CSU). Die Außensauna solle neu ausgeschrieben werden, empfahl Kusch. „Wir müssen mehr Flexibilität in die Ausschreibung bringen“, sagte er im Kreisausschuss. Ein späterer Baubeginn sei möglich, weil es sich um ein separates Gebäude handle, das unabhängig von der Erweiterung der bestehenden Sauna errichtet werden könne.

Die Kosten werden insgesamt auf mehr als zwei Millionen Euro geschätzt

Der Kreisausschuss folgte einstimmig der Empfehlung Kuschs: „50 Prozent mehr sind nicht tragbar“, meinte Hannelore Baur (SPD), „wir sollten neu ausschreiben und konzeptionell was anderes überlegen.“ In der übernächsten Kreisausschusssitzung könnte dann erneut versucht werden, den Saunabau zu vergeben.

Die Kosten für die Erweiterung der Sauna waren im vergangenen Jahr auf insgesamt 2,35 Millionen Euro geschätzt worden. Zuvor hatte der Kreisausschuss beschlossen, aus Kostengründen auf das Entspannungsbecken im Außenbereich und die Verlegung des bestehenden Tauchbeckens zu verzichten, um den sozialen Charakter der Landkreiseinrichtung zu erhalten, wie es damals hieß.

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