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Utting

20.11.2020

Die Krise gibt Luis Panizza aus Utting Zeit für neue Ideen

Der Bühnenbildner Louis Panizza aus Utting ist einer der Träger des Kulturförderpreises des Landkreises Landsberg.
Bild: Louis Panizza

Plus Louis Panizza aus Utting erhält den Kulturförderpreis des Landkreises Landsberg. Handwerk gepaart mit Kunst ist dem 29-Jährigen schon immer sehr gelegen.

„Jetzt habe ich Zeit, Nächstes zu planen.“ Louis Panizza scheint gar nicht so unglücklich darüber zu sein, dass gerade wieder Lockdown, wenn auch nur light, ist. Und das, obwohl er doch in der Welt der Kunst zu Hause ist: Der 29-Jährige ist angehender, vor der Diplomierung stehender Bühnenbildner. Jetzt wird er mit dem Kulturförderpreis 2020 des Landkreises Landsberg ausgezeichnet. Wer ist dieser Louis Panizza?

Geboren in Starnberg, aufgewachsen in Dießen, Gymnasium Weilheim: Seine Lebenslinien orientieren sich Richtung Osten und Süden. Er fühle sich als Dießener, betont der Künstler, obwohl er jetzt doch schon seit einiger Zeit mit Partnerin und Kleinkind in Utting lebe. Nach dem Abitur verabschiedete sich Panizza erst mal Richtung New York. „Dort habe ich unter anderem einem zeitgenössischen Maler assistiert“, erzählt der Student, „und mit ihm in der Hole Gallery in Manhattan eine Ausstellung konzipiert.“ Zurück in Deutschland war er im Bereich Technik in verschiedenen Münchner Theatern tätig, schnupperte Bühnenluft. Theater ließ ihn nicht mehr los. Allerdings nicht so sehr das Scheinwerferlicht, sondern eher das, was hinter der Bühne passiert: „Das Schöne am Theater ist, dass alle live zu tun haben. Nicht nur die Schauspieler, sondern auch alle anderen dürfen sich keine Aussetzer leisten. Es entwickeln sich Verabredungen zwischen verschiedenen Künsten“, alles müsse ineinandergreifen.

Schon der Großvater war Bühnenbildner

Panizza begann, in Berlin und Hamburg dem Bühnenbildner Florian Lösche zu assistieren. Das festigte seinen Berufswunsch, 2015 startete das Bühnenbildstudium in München, das, wenn alles gut geht, im Februar 2021 zum Abschluss kommt. Diese Berufsausrichtung kommt nicht von ungefähr, da ist sich Louis Panizza sicher. „Mein Großvater Wolf Panizza war Bühnenbildner. Leider habe ich ihn nicht gekannt, er ist lang vor meiner Geburt gestorben.“ Aber es gab ja noch einen: „Mein anderer Großvater hat als Hobby Modelle gebaut. Da war ich viel dabei.“ Das Handwerkliche, gepaart mit dem Künstlerischen, habe ihm schon immer sehr gelegen, meint Louis Panizza.

Dieses Talent brachte er bereits als Jugendlicher ein. Er organisierte und gestaltete viele Feste und Veranstaltungen rund um den Ammersee. Dazu kam eine besondere Leidenschaft für Dekoration. Jedes Fest, jede Veranstaltung jedes Theaterstück werde durch perfekt gewählte Requisite beziehungsweise Dekoration erst thematisch rund, davon ist der Bühnen- und Kostümbildner überzeugt. Vor drei Jahren gründeten ein paar theateraffine Ammerseer das „Elle Kollektiv“. Mit dabei ist seither neben Louis Panizza auch der Schondorfer Bühnenbildner Erwin Kloker. „Von ihm konnte ich sehr viel lernen. Da wurde und wird immer noch Wissen weitergegeben, das ansonsten verloren gehen würde.“

Theaterlocation am Ammersee: (von links) Elisabeth-Marie Leistikow, Louis Panizza und Luis Lüps.
Bild: Sibylle Reiter (Archivfoto)

Mit „Elle“ sind bisher mehrere Theaterprojekte mit überwiegend selbst geschriebenen Texten entstanden. Vorsicht vor den vorderen Stuhlreihen: Das Kollektiv liebt absurdes Theater und bindet quasi als Beweis für die Abkehr von Realität zugunsten der Fiktion dabei gern die Zuschauer mit in das Geschehen ein. Über die augenblickliche Lage sagt Louis Panizza, ein Projekt sei wegen der Corona-Krise für den Augenblick abgesagt worden.

Panizza plant Workshops mit Jugendlichen

Positiv an der derzeitigen Krise sei, dass viel über alle Facetten der Kunst gesprochen werde. Es sei gut, dass das Thema Kunst auf dem Tisch sei, dass Kommunikation stattfinde. „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir Theater, Musik, Malerei brauchen, dass wir Kultur erleben wollen.“ Er selbst nutze die aufführungslose Zeit, um vieles zu entwerfen und neue Ideen zu entwickeln.

Und wie sehen die weiteren Pläne aus? „Nach dem Diplomabschluss möchte ich wieder mehr hier in der Gegend aktiv sein.“ Dafür wird fleißig – siehe Intro – geplant. „Ich habe Workshops mit Jugendlichen zum Thema Wald vor. Außerdem ist ein Projekt mit dem im Landkreis lebenden Künstler Franz Hartmann in Planung. Dass ich etwas zu tun habe, freut mich sehr.“

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