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01.03.2009

Die Kunden kaufen, was sie auch wirklich brauchen

Landsberg Finanzkrise. Kurzarbeit. Rezession. Diese Wörter kursieren seit Monaten in den Medien. Und dann taucht zum Wochenende plötzlich eine gute Meldung auf: Trotz der Krise werde noch kräftig eingekauft, so berichtete es zumindest die Gesellschaft für Konsumforschung. Auch in Landsberg sei laut vieler Unternehmer die Finanzkrise zwar spürbar, "aber noch nicht angekommen".

"Ich kann mir schon vorstellen, dass es für manche Familien eng im Geldbeutel wird", so Rita Kalchgruber, Hausfrau aus Landsberg. Sie schleppt volle Einkaufstüten an beiden Händen, ihre zehnjährige Tochter hakt sich bei ihr ein. Für sie gab es zwei neue Hosen, als nachträgliche Belohnung für das gute Zwischenzeugnis. "Bei uns hat sich finanziell bis jetzt glücklicherweise nichts geändert, hoffen wir, dass es so bleibt", so die Mutter.

Dass der Monat Februar generell nicht der beste Monat im Einzelhandel sei, bestätigt Norbert Ebert, Geschäftsführer des Bau- und Gartenmarkts "Do it!" in Landsberg. "Wetterbedingt ist es um diese Zeit eher ruhiger, das hat aber nichts mit der Finanzkrise zu tun", so Ebert. Er beschreibt die Kauflust seiner Kunden als ganz normal. "Theoretisch müssten die Leute vielleicht weniger Geld haben, davon merkt man aber nichts."

Interesse an Qualität und Investitionen

Die Kunden kaufen, was sie auch wirklich brauchen

Auch auf Schmuck scheinen die Landsberger nicht verzichten zu wollen. "Wir merken gar nichts", so Bernd Kahmke, Geschäftsführer des Juweliergeschäfts Kahmke. "Viele wollen nicht zu Hause sitzen und Trübsal blasen, sondern sich auch etwas gönnen und in hochwertige Sachen investieren", sagt der Landsberger Geschäftsmann, und im Geschäft herrscht reger Durchgangsverkehr.

Keine Konsumflaute, aber ein verändertes Konsumverhalten hingegen konnten einige Geschäfte in der Textilbranche beobachten. "Ich würde einfach mal behaupten, dass die Leute vorsichtiger sind", so Susi Nill, Geschäftsführerin des Modegeschäfts "brand & nill".

In den Regalen hängen schon leichte Blusen und bunte T-Shirts. Die Frühlingskollektion. "Wegen dem Schneechaos und der Ferien merken wir schon, dass weniger los ist", so Nill, "außerdem kaufen die Menschen verhaltener als sonst." Für Prognosen sei es allerdings noch zu früh.

Ähnlich sieht das auch Lydia Lutzenberger, Filialleiterin des Schuhgeschäfts "Reno". Dort hängen zwar derzeit riesige Rabattschilder, dies sei aber keine Reaktion auf die Finanzkrise.

"Diese Frühjahrsaktion haben wir jedes Jahr", sagt sie. Sie habe bemerkt, dass die Kauflust der Kunden da ist, nur die Ansprüche hätten sich verändert. "Die Leute kaufen derzeit eher, was wirklich gebraucht wird, aber ansonsten macht sich die Krise noch nicht bemerkbar." Sie vermute, dass es sich in einigen Monaten ändern könnte.

Die Zukunft sei auch für Annette Heimerer, Geschäftsleitung des Möbelhauses Heimerer, ungewiss. Im Moment spüre ihr Unternehmen nichts von der Krise. Im Vergleich zu den Vorjahren gebe es derzeit keine großen Unterschiede.

"Wir können nicht klagen", so Heimerer, "was aber in ein paar Monaten sein wird, wissen wir nicht."

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