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Landkreis Landsberg

18.02.2018

Die Kurzzeitpflege macht die ersten Schritte

Eine größere Zahl von Kurzzeitpflegeplätzen gibt es seit einigen Monaten in Fuchstal.

Das Kreisseniorenheim Theresienbad bietet ab März drei Plätze an. Die Caritas Landsberg will in den nächsten Monaten folgen. Andere sehen sich dazu momentan nicht in der Lage.

Der Mangel an Kurzzeitpflegeplätzen im Landkreis könnte in den nächsten Monaten zumindest teilweise behoben werden. Das Landratsamt hat jetzt angekündigt, drei der 115 Pflegebetten im Seniorenheim Theresienbad in Greifenberg ab März ausschließlich für Kurzzeitpflegegäste bereitzuhalten. Auch andere Pflegeeinrichtungen im Landkreis denken darüber nach. Andere machen aber darauf aufmerksam, dass damit auch das Angebot an stationären Pflegeplätzen beschnitten würde – und da sei die Nachfrage ebenfalls sehr groß.

Kurzzeitpflegeplätze werden händeringend gesucht, im Akutfall, also zum Beispiel, wenn jemand aus dem Krankenhaus entlassen wird und sich noch nicht selbst versorgen kann, aber auch perspektivisch, also etwa für die Zeit, in der pflegende Angehörige einmal Urlaub machen wollen. Ein Pflegebett zu finden ist im Landkreis nicht einfach – in der Regel gibt es Kurzzeitpflegeangebote nur „eingestreut“. Das heißt, wenn gerade ein stationäres Pflegebett frei ist und zufällig jemand in einer Einrichtung nachfragt, wird ein Bett auch mal kurzzeitig belegt, bis der nächste dauerhaft Pflegebedürftige folgt. Dass Nachfrage und Angebot so weit auseinanderklaffen, liegt an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Stationäre Betten lassen sich an deutlich mehr Tagen im Jahr auslasten als Kurzzeit-Betten.

Möglich wird das neue Kurzzeitpflege-Angebot in Theresienbad laut Landratsamt nun dadurch, dass die Landespflegesatzkommission in Bayern die Rahmenbedingungen verbessert hat: Wie der Leiter der Seniorenheime des Kreises, Thomas Söldner, erklärt, geht der Pflegesatz für Kurzzeit-Betten von einer Belegung an 315 Tagen im Jahr aus, bei stationären Betten ist die Berechnungsbasis 355 Tage. Ab März gilt diese Vereinbarung für drei Betten.

Für Landrat Thomas Eichinger sind diese drei Pflegeplätze nur ein erster Schritt, um die Situation in der Kurzzeitpflege zu entspannen. Das sagt auch Thomas Söldner: „Drei Betten werden nicht ausreichen.“

Sollten die geplanten Fördermaßnahmen des Freistaats und der Pflegekassen das Angebot nicht dauerhaft verbessern, werde man darüber nachdenken, die Einrichtungen durch den Landkreis zu fördern. Überlegungen dazu waren bereits im vergangenen Jahr angestellt worden.

Eine größere Zahl von Kurzzeitpflegeplätzen gibt es seit einigen Monaten in Fuchstal. Dort bietet die private Pflegeunternehmerin Beate Gürster seit 1. Februar 16 Betten an. Möglicherweise folgen in nächster Zeit weitere Pflegedienstleister. So teilte die Caritas als Betreiberin des Heilig-Geist-Spitals in Landsberg auf Anfrage mit, in den nächsten Monaten fünf Kurzzeitpflegeplätze schaffen zu wollen. Wann dies konkret der Fall sein wird, sei derzeit aber noch offen.

Im Seniorenstift Kaufering ist es neben der „eingestreuten Kurzzeitpflege“ üblich, ein Zimmer für Kurzzeit-Pflegebedürftige vorzuhalten, berichtet Leiterin Gabi Schüder. Es sei vorerst nicht geplant, dieses Angebot auszuweiten.

Im Bürgerstift der Arbeiterwohlfahrt in Landsberg sieht Einrichtungsleiterin Tanja Hipp zwar den Mangel an Kurzzeitpflegeplätzen, zu einer Linderung dieses Mangels sieht sie ihr Haus aber momentan nicht imstande, denn: „Wir haben auch eine Warteliste für die stationäre Pflege. Und wenn ich die stationäre Pflege reduziere, vergrößere ich da das Defizit.“

Auch im Bürgerstift gibt es bislang bei insgesamt 121 stationären Pflegeplätzen zwei eingestreute Kurzzeitpflegeplätze. Das sich jetzt entwickelnde kleine Angebot an Kurzzeitpflegeplätzen hält Hipp nicht für ausreichend. „Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein, denn ich könnte manchmal an einem Tag so viele Plätze belegen, wie es in Fuchstal gibt, so viele Anfragen kriegen wir rein.“

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