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Landsberg

16.05.2019

Die Landsberger Grünen kündigen einen OB-Kandidaten an

Katharina Schulze (links) freut sich über den neuen Ortsvorstand der Landsberger Grünen mit (von links) Ulrike Gömmer, Leo Lischka, Moritz Hartmann, Horst Kürschner, Traudl Lüßmann, Sonja Lischka und Roger Mandl.
Bild: Julian Leitenstorfer

Die zweitstärkste Partei in Landsberg stellt sich neu auf. Die Chefin der Landtagsfraktion, Katharina Schulze, stimmt auf die Europawahl ein.

Die Landsberger Grünen stellen sich zur Kommunalwahl im nächsten März neu auf: Bei einer Mitgliederversammlung wurde am Dienstagabend ein neuer Ortsvorstand gewählt – und dieser kündigte an, dass die Grünen auch einen Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt aufstellen wollen.

Wer das sein wird, das ließ Moritz Hartmann – neben Ulrike Gömmer neuer Sprecher des Ortsverbands – offen. Er selbst? Kein Kommentar war dem 42-Jährigen dazu zu entlocken, nur so viel: „Wir loten aus.“ Ein Name werde dann kurz vor oder nach der Sommerpause genannt, kündigte Hartmann an. Als zweitstärkste Partei in Landsberg rechnen die Grünen in jedem Fall damit, in eine Stichwahl gegen Amtsinhaber Mathias Neuner (CSU) zu kommen. Stadtrat Jost Handtrack erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass die Grünen bei der Landtagswahl in Landsberg mit einem Stimmenanteil von 29,6 Prozent nur noch vier Prozentpunkte hinter der CSU lagen. Könnte das auch die Messlatte für die Stadtratswahl sein? Rund 30 Prozent der Stimmen würden neun Sitze – drei mehr als bisher – bedeuten. Moritz Hartmann gab sich vor den anwesenden 15 Parteimitgliedern erst einmal bescheiden: Mehr als sechs sollten es werden. Dazu brauchten die Grünen aber auch Kandidaten für den Stadtrat, machte er deutlich.

Lesen Sie auch den Kommentar von Gerald Modlinger: OB-Wahl in Landsberg: Grüne unter Handlungsdruck

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Denn es bahne sich in der Stadtratsfraktion der Grünen auch ein personeller Wechsel an, sagte Hartmann weiter. Namen nannte er aber auch dazu nicht. Ältere und Jüngere sind in der Stadtratsfraktion ziemlich gleich verteilt: Unter die Ersten lassen sich Jost Handtrack, Dr. Andreas Hartmann und Traudl Lüßmann rechnen, unter die Zweiten Ludwig und Moritz Hartmann sowie Henrik Lüßmann.

Vier Beisitzer gewählt

Letzterer hatte in den vergangenen Jahren den Ortsverband geleitet. Er zog sich jetzt jedoch aus dem Ortsvorstand zurück, den er zuletzt nach mehreren Rücktritten gleichsam allein gebildet habe, wie Lüßmann erwähnte. Nun haben die Landsberger Grünen aber wieder eine siebenköpfige Vorstandsrunde. Neben Hartmann und Gömmer wurde Traudl Lüßmann zur Kassierin gewählt. Beisitzer sind Leo und Sonja Lischka sowie Horst Kürschner und Roger Mandl. Kürschner und Mandl hatten auch für das Sprecheramt kandidiert, unterlagen jedoch gegen Moritz Hartmann.

Schulze spricht von einer "Richtungswahl"

Aber nicht nur der Personalien wegen waren neben den 15 Mitgliedern auch zahlreiche Gäste zu der Versammlung ins „Bräustüberl“ gekommen. Die Vorsitzende der Landtagsfraktion, Katharina Schulze, stimmte die Anhängerschaft auf die in wenigen Tagen stattfindende Europawahl ein. In der ihr eigenen lebhaften und schnellen Ausdrucksweise sprach die 33-Jährige von einer „Richtungswahl“. Denn nationalistische und populistische Strömungen stellten viele bisherige Selbstverständlichkeiten eines demokratischen und vereinten Europa infrage, sagte Schulze und warnte vor den Folgen solcher Entwickungen, etwa beim Stichwort Brexit: „Ich gucke regelmäßig bang nach England und in dieses Parlament und denke mir, was geht da ab? Nationalismus führt in das Chaos und nicht in die Zukunft.“

Schulze erinnerte an europäische Errungenschaften wie Frieden, freien Handel und kulturellen Austausch und „Erasmus“, das europäische Austauschprogramm für Studierende, das nicht nur wissenschaftlich bedeutsam sei: „Es gibt inzwischen eine Million Erasmus-Babys, ist das nicht schön?“, fragte Schulze. Und Grenzkontrollen und Roaming-Gebühren seien auch abgeschafft worden, fügte der bekennende „Handy Junkie“ an.

Es gibt noch viel zu ändern

Aber es gebe an Europa auch noch viel zu ändern. Da hatte Schulze drei Bereiche im Blick: Zum einen den Klima- und Artenschutz und eine ökologischere Landwirtschaft. Ökologie müsse aber mit sozialer Gerechtigkeit „zusammengedacht“ werden. Dazu gehöre die Verringerung der Jugendarbeitslosigkeit in vielen EU-Staaten, Mindestlöhne und europaweit gleiche Sozialstandards und Frauenrechte.

Außerdem – insbesondere mit Blick auf die Migration – Europa müsse „menschlicher“ werden. Wenige Stunden nachdem der Landsberger Seenotretter Claus-Peter Reisch in Malta zu einer Geldstrafe wegen falscher Schiffsregistrierung verurteilt worden war, sagte Schulze: „Dass privaten Seenotrettungsorganisationen solche Steine in den Weg gelegt werden, ist für die Europäische Union ein Skandal.“ "Kommentar Seite 28

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