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Landsberg

15.01.2020

Die Landsberger Tafel sucht eine neue Bleibe

Die Helfer der Landsberger Tafel müssen aus dem Gebäude des BRK in der Ehrenpreisstraße ausziehen, weil dort ein Neubau errichtet wird. 
Bild: Thorsten Jordan

Plus Bislang gibt die Landsberger Tafel kostenlose Lebensmittel beim Roten Kreuz aus. Doch das Gebäude wird abgerissen. Mit einem möglichen Ausweichquartier hat die Leiterin der Tafel, Marlies Klocker, jedoch ein Problem.

Droht der Landsberger Tafel in einigen Wochen die Obdachlosigkeit? Die Leiterin der Tafel, Marlies Klocker, schlägt jedenfalls Alarm: In Kürze muss die kostenlose Lebensmittelverteilung ihre derzeitigen Räume beim Roten Kreuz (BRK) in der Ehrenpreisstraße verlassen. Das Gebäude wird abgerissen, dort wird neu gebaut. Und den von der Stadt Landsberg angebotenen Ausweichort hält Klocker nur für wenig geeignet.

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Angesichts des angekündigten Neubaus des BRK habe sie schon im April mit Oberbürgermeister Mathias Neuner gesprochen, berichtet Klocker. Und Neuner habe ihr auch eine für die Tafel „perfekte“ Übergangslösung angeboten: die seit Herbst leer stehende Schlossbergschule.

Die Schlossbergschule wird anderweitig gebraucht

Doch bereits im Sommer deutete sich eine Wendung an. Vonseiten des städtischen Bauamts sei in den Raum gestellt worden, ob die Tafel mit einer geplanten vorübergehenden Nutzung der Schlossbergschule für eine Kindertagesstätte kompatibel wären, berichtet Klocker, weil es zum Beispiel bei der Nutzung von Toiletten zu räumlichen Überschneidungen kommen könnte. Hintergrund seien die geplanten Sanierungen des Heilig-Kreuz-Kindergartens und des evangelischen Kindergartens, erklärt dazu Stadt-Sprecher Andreas Létang. In dieser Zeit solle die Schlossbergschule als „Interimseinrichtung“ für die Kinderbetreuung genutzt werden. Möglicherweise werde die Schlossbergschule auch noch gebraucht, bis weitere Kita-Neubauten am Reischer Talweg oder am Wiesenring zur Verfügung stehen, für die der vorzeitige Maßnahmenbeginn bereits genehmigt worden sei.

Die Landsberger Tafel sucht eine neue Bleibe

Als Alternative zur Schlossbergschule bot die Stadt der Tafel das Jesuitenkolleg (ehemaliges Heilig-Geist-Spital) an. Doch Klocker hält dieses Gebäude für wenig geeignet. „Das Problem ist, wir können dort unsere beiden Lieferfahrzeuge nicht stehen lassen, sondern können nur be- und entladen und müssen dann weg. Es gibt auch keinen Parkplatz für unsere Mitarbeiter. Wir haben um Sonderausweise für die Malteserstraße und die Kommerzienrat-Winklhofer-Straße gebeten, doch auch da hat man uns wenig Hoffnung gemacht.“

Die Tafel sucht nach weiteren Möglichkeiten

Klocker sucht jetzt die Öffentlichkeit: Denn vielleicht könnte es einen privaten Vermieter in Landsberg geben, der eine passende Räumlichkeit mit Lagerflächen und Wasseranschluss hat. Eineinhalb bis zwei Jahre müsste diese zur Verfügung stehen – und zwar voraussichtlich ab Ende Januar/Mitte Februar, wenn die Tafel das BRK verlassen muss, und bis der Neubau beim BRK stehe, wie Klocker sagt. Die Lebensmittelspenden werden zweimal in der Woche – montags und donnerstags – verteilt. Die Lebensmittel werden an diesen Tagen frühmorgens in den Supermärkten eingesammelt und zur Verteilung zur Tafel gebracht, erklärt Klocker.

Die Leiterin der Landsberger Tafel, Marlies Klocker, hält das von der Stadt als Ausweichquartier angebotene Jesuitenkolleg für nicht so ideal.
Bild: Thorsten Jordan

Von der Stadt hieß es ergänzend zu Klockers Darstellung, der Tafel seien wiederholt die Schlossbergschule und das Jesuitenkolleg angeboten worden, die Verteiler der Lebensmittelspenden hätten jedoch das BRK bevorzugt. Damals sei vonseiten des Roten Kreuzes noch vorgesehen gewesen, die Tafel während der eigenen Baumaßnahme in einem Container unterzubringen. Weil es inzwischen zu Planänderungen gekommen sei, sei das jetzt nicht mehr möglich, so Stadt-Sprecher Andreas Létang.

Noch ist die Tafel beim Bayerischen Roten Kreuz in der Ehrenpreisstraße untergebracht. Doch dort wird bald gebaut.
Bild: Thorsten Jordan

Der Oberbürgermeister glaubt an eine Lösung

Zum Jesuitenkolleg hält er fest, dass die Parkplatzsituation dort zwar schwierig sei. Oberbürgermeister Neuner sei jedoch zuversichtlich, eine Lösung zu finden, damit die Mitarbeiter- und Lieferfahrzeuge abgestellt werden können. Dazu müssten Gespräche mit dem Bezirk Oberbayern als Pächter des Obstgartens zwischen Agrarbildungszentrum, Kindergarten und Jesuitenkolleg geführt werden. Ein dauerhaftes Abstellen von Fahrzeugen werde dort aber nicht möglich sein. Der ehemalige Speisesaal und die Küche mit den angrenzenden Räumen seien für die Anlieferung, Lagerung und Ausgabe von Lebensmitteln „an und für sich sehr gut geeignet“, so Létang.

UBV und SPD stellen einen Eilantrag

Inzwischen haben sich auch die Stadtratsfraktionen von UBV und SPD des Raumproblems der Tafel angenommen. In einem Eilantrag, den der Stadtrat in seiner Sitzung am 22. Januar behandeln soll, fordern sie, die Verwaltung zu beauftragen, den Helfern der Tafel am ehemaligen Heilig-Geist-Spital kostenlose Parkmöglichkeiten für die Zeit der Lebensmittelausgaben zur Verfügung zu stellen. Die fehlenden Parkplätze seien zum einen ein Problem für die wöchentlich rund 150 Abholer von Lebensmitteln, besonders aber auch für die bis zu 15 ehrenamtlichen Helfer der Tafel.

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