Newsticker

Bayerns Ministerpräsident Söder sieht Kampf gegen Corona in entscheidender Woche
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Die Lebenshilfe wird bestreikt

Landsberg

17.04.2015

Die Lebenshilfe wird bestreikt

Für die Kinder der bestreikten Einrichtungen in Kaufering und Landsberg hat die Lebenshilfe einen Notdienst in der Hopfengartenstraße eingerichtet.

Gewerkschaft ruft am Montag zur Teilnahme an einer Großdemo in Stuttgart auf. Notdienst ist eingerichtet

Darauf einigte sich der Leiter der Lebenshilfe Landsberg, Christoph Lauer, und der Vertreter von ver.di Augsburg, Stefan Jagel, bereits am Donnerstag in einem Vorgespräch. Sie verständigten sich auch darauf, dass die übrigen der insgesamt 18 Einrichtungen von einem Notdienst weitergeführt werden. Gerade im heilpädagogischen Bereich, in dem schwerstbehinderte Kinder betreut werden, sei eine durchgängige Betreuung eminent wichtig. Das sieht auch die Gewerkschaft so. Stefan Jagel: „Wir wollen natürlich nicht, dass schwerstbehinderte Menschen nicht mehr versorgt werden können.“

Warum wird dann aber eine Einrichtung wie die Lebenshilfe bestreikt? Weil gerade im heilpädagogischen Bereich das größte Konfliktpotenzial mit den Arbeitgebern bestehe, so Jagel, die bisher auf keine der Forderungen der Gewerkschaft eingegangen sei. So fordert ver.di für die Beschäftigten in den Sozial- und Erziehungsdiensten eine Neuregelung der Eingruppierungen, die eine Erhöhung der Gehälter um durchschnittlich zehn Prozent bedeuten würde. Eine Forderung, die Christoph Lauer nachvollziehen kann: „Daher wünschen wir diesbezüglich der Belegschaft am Montag auch Erfolg“.

Dies gelte auch für diejenigen unter den 220 organisierten Mitarbeiter, die nicht an der Fahrt nach Stuttgart teilnähmen. In gemeinsamen Gesprächen war man sich einig, dass einerseits jeder das Recht habe zu streiken, dass jedoch Wohl und Betreuung der Kinder und Familien als sehr wichtig einzuordnen seien: „Das wollen wir alle nicht gefährden.“ So gäbe es auch seitens der Gewerkschaftsmitglieder unter den Mitarbeitern keine Vorbehalte gegenüber den nicht-organisierten. Es war daher nicht allzu schwer, für die beiden Heilpädagogischen Tagesstätten und die Wohnheime eine Notdienstvereinbarung zu treffen.

Vor verschlossenen Türen werden die Eltern des Waldkindergartens in Kaufering und dem Kinderhaus mit Krippe „Zur Arche“ sowie der Krippe in der Bischof-Riegg-Straße nicht stehen, weil sie von Christoph Lauer rechtzeitig über den Streik informiert wurden. „Wir haben die Eltern angeschrieben, persönlich im Gespräch informiert und frühzeitig Aushänge angebracht“ – weil die Gewerkschaft rechtzeitig über den bevorstehenden Streik informiert habe. Sechs Tage seien so an Vorlauf zugestanden worden, „die wir auch dringend für die Organisation des Notdienstes gebraucht haben.“ Dies sei nun gelungen, es habe sich auch genügend Personal bereitgefunden, an diesem Tag einzuspringen. Christoph Lauer: „Wir können daher den Montag sehr gut koordiniert angehen.“

Für die Familien der Kindergarenkinder, die keine alternative Betreuungsmöglichkeiten mehr finden konnten oder sich leisten können, wurde ebenfalls eine Regelung gefunden. Sie werden „unter Aufwendung wirklich aller zur Verfügung stehenden Ressourcen“ am Montag in der Heilpädagogischen Tagesstätte der Lebenshilfe in der Hopfengartenstraße durch einen Notdienst betreut. Die betroffenen Eltern, so Christoph Lauer, könnten sich bei den entsprechenden Kindergartenleitungen melden. Für die Kinder der Spielgruppen und Krippen sei der Aufwand ungleich größer und so nicht zu stemmen gewesen.

Stefan Jagel hofft nun, dass am Montag um acht Uhr morgens beim „Do it“-Parkplatz möglichst viele der Gewerkschaftsmitglieder in den Bus nach Stuttgart einsteigen werden. Er weiß, dass ein Monatsgehalt deutlich unter 3000 Euro zum Beispiel im handwerklichen Erziehungsdienst nicht länger tragbar ist: „Die Beschäftigten in den Einrichtungen der Behindertenhilfe haben eine hohe Verantwortung, die sich in keinster Weise in der momentanen Eingruppierung abbildet.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren