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Apfeldorf/Kinsau

05.10.2018

Die Lechbrücke ist bald wieder befahrbar

Noch ist die Lechbrücke zwischen Apfeldorf und Kinsau eine Baustelle. In knapp zwei Wochen soll der Verkehr dort wieder rollen. Die Arbeiten hatten sich verzögert, weil bei der Sanierung festgestellt wurde, dass die Statik des Bauwerks nicht in Ordnung war.
Bild: Manuela Schmid

Vor allem Pendler dürften aufatmen: Die Sanierung der Brücke zwischen Apfeldorf und Kinsau sind fast abgeschlossen. Beim Bau wurde damals offenbar geschlampt.

Pendler können aufatmen. In zwei Wochen soll die Lechbrücke zwischen Apfeldorf und Kinsau wieder befahrbar sein. Zuletzt wurde mit Hochdruck gearbeitet. Denn es hatte sich gezeigt, dass die Statik der alten Brücke nicht passte. Und so musste noch mal umgeplant werden. Am 19. Oktober soll die Brücke voraussichtlich wieder freigegeben werden. Falls das Wetter mitspielt, kann gleich auf beiden Seiten gefahren werden, ansonsten wird anfangs noch eine halbseitige Sperrung mit Ampelschaltung nötig sein.

Seit Anfang Juni ist die viel befahrene Verbindung über den Lech wegen Sanierungsarbeiten geschlossen (LT berichtete). In der mehr als viermonatigen Bauzeit hat es eine unerfreuliche Überraschung gegeben. Die bestehende Brücke aus dem Jahr 1980 war bei ihrem Bau nicht so hergestellt worden, wie es in den Bestandsunterlagen angegeben ist. „Die Statik wurde nicht eingehalten“, sagt Julia Mair vom Staatlichen Bauamt in Weilheim unserer Zeitung. „Die Brückentafel war uneben.“ Und dies sei dann mit den Gehwegen und dem Asphalt ausgeglichen worden. Als Folge seien die Ausbaulasten zu hoch gewesen.

Bestand Gefahr oder nicht?

Auf der alten Brücke lastete also mehr Gewicht als eigentlich zulässig. Dies musste nun bei den Sanierungsarbeiten wieder ausgeglichen werden, indem die Geometrie der Brückenkappen angepasst wurde, wie Christoph Prause vom Straßenbauamt auf Nachfrage sagt. Die Brückenkappen seien nun leichter. „Das Gewicht entspricht nun tatsächlich der Statik, die der Brücke zugrundegelegt wurde.“ Ein Nachteil ergibt sich jedoch durch die Anpassung. Die Gehwege konnten nicht ganz so breit gemacht werden wie ursprünglich geplant. Eigentlich sollte die Breite von 75 Zentimeter auf 1,50 Meter erweitert werden. Möglich war nur noch eine Verbreiterung auf 1,20 Meter. „Durch die Anpassung haben wir etwa eine Woche verloren“, sagt Julia Mair.

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Obwohl Autos und Lastwagen fast 40 Jahre über eine Brücke fuhren, deren Statik nicht stimmte, habe keine akute Gefahr bestanden. Es sind keine Risse oder sonstige Anzeichen sichtbar gewesen, sagt Mair dem LT. Die Tragfähigkeit der Brücke habe nicht gelitten. „Es sieht so aus, als hätte die Brücke das gut überstanden“, so Mair.

Die erste Sanierung seit dem Bau 1980

Bei den Sanierungsarbeiten wurden hauptsächlich die Verschleißbauteile erneuert. Es war die erste Instandsetzung, die seit dem Bau im Jahr 1980 durchgeführt wurde. Dabei mussten die Geländer, die Schutzplanken, die Gehwege, der Asphaltbelag mit der darunter liegenden Abdichtung (welcher den Beton der Fahrbahnplatte vor Salz schützt) und die Straßenabläufe erneuert werden. Gegen Ende der Woche wurde noch die Asphaltdeckschicht aufgebracht und die Geländer wurden gestrichen.

Ab der kommenden Woche sollen die Übergangskonstruktionen erneuert werden. An der Brücke waren zwei Übergangskonstruktionen aus Stahl eingebaut, die nun durch bituminöse Übergänge ersetzt werden. Die bituminösen Übergänge hätten den Vorteil, dass sie nicht rosten können und keinen Lärm verursachen. Außerdem können sie einfacher und schneller ausgetauscht werden, da sie nicht fest im Beton verankert sind, sagen die Experten vom Straßenbauamt.

Die Kosten der Instandsetzung belaufen sich auf knapp 840.000 Euro. Die Kostenschätzung lag bei 700.000 Euro. Durch die statischen Probleme hätten sich Mehrkosten ergeben.

Die Kinsauer schmunzeln darüber, dass ihnen das Geld ausgehen könnte

Kurz vor Abschluss der Sanierungsarbeiten an der Lechbrücke zwischen Apfeldorf und Kinsau hatten vor Kurzem die Bürger Gelegenheit, die Baustelle zu besichtigen. Der CSU-Ortsverband Apfeldorf-Kinsau lud zu einem „Brückentag“, bei dem auch Carolina Trautner, Staatssekretärin im Kultusministerium, zu Gast war. Für Apfeldorfs Bürgermeister Georg Epple ist die Sanierung eine gute Investition: „Wir haben ja gesehen, was sonst passieren kann“, spielte er auf das jüngste Brücken-Unglück in Genua an.

Viele Autofahrer aus Apfeldorf, Kinsau und der näheren Umgebung sind froh, dass die Brücke bald wieder offen ist, war beim Brückentag zu hören. Es wurde aber auch gescherzt, dass den Kinsauern „bald das Geld ausgeht“, weil der Geldautomat der Raiffeisenbank auf der anderen Seite der Lechbrücke ist. Ein Ehepaar aus Kinsau berichtete, dass der Sohn in Weilheim zur Schule geht und immer eine Mitfahrgelegenheit benötigte, da der Bus von Kinsau nach Rott nicht fährt.

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