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Pürgen

10.10.2018

Die Lechrainer sorgen bei Oktoberfesten in den USA für Stimmung

Alphornklänge, eine flotte Polka, Schunkeln und Burger: Die Blaskapelle Lechrain wurde nach Amerika eingeladen, um dort bayerische Stimmung in zwei Oktoberfeste zu bringen - in Washington D.C. (das Foto entstand vor dem Kapitol) und in Richmond.
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Alphornklänge, eine flotte Polka, Schunkeln und Burger: Die Blaskapelle Lechrain wurde nach Amerika eingeladen, um dort bayerische Stimmung in zwei Oktoberfeste zu bringen - in Washington D.C. (das Foto entstand vor dem Kapitol) und in Richmond.
Bild: Johannes Strümpfel

Burger, amerikanisches Bier und Ententanz: Blasmusiker aus Pürgen erleben in den USA einen leichten Kulturschock. Sie legen sogar einen Auftritt in fast 10.000 Metern Höhe hin.

Alphornklänge, eine flotte Polka, Schunkeln und Burger? Das klingt nach einer wilden Mischung. Doch genau das ist 17 Musikern der Blaskapelle Lechrain passiert. Sie waren in die USA, um dort bayerische Stimmung in zwei Oktoberfeste in Washington DC und in Richmond im Staat Virginia zu bringen. Johannes Strümpfel, der Vorsitzende des Jugendmusikvereins Pürgen und der Blaskapelle Lechrain, hat uns seine Erlebnisse geschildert.

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Die erste Hürde vor dem Flug: Zwei Tuben und drei Alphörner in einem Flugzeug unterzubringen, war gar nicht so einfach. Doch die Instrumente überstanden den Flug und so stand dem ersten Auftritt beim von der Bundeswehr organisierten Oktoberfest in Washington D.C. nichts mehr im Wege. Mehr als 1600 geladene Gäste, darunter viele Amerikaner mit deutschen Wurzeln oder zumindest mehrjährigem Aufenthalt in Deutschland, waren dabei. Pürgens Bürgermeister Klaus Flüß wurde die Ehre zu Teil, zusammen mit dem Kommandeur der Einheit das erste Bierfass anzuzapfen und das Fest feierlich zu eröffnen.

Der Kontakt kam durch eine ehemalige Musikerin zustande

Neben zwei anderen Kapellen, den „Alten Kameraden“ oder „Alt Washingtonia“ sowie dem Heeresmusikkorps aus Koblenz, war die Blaskapelle Lechrain für die Musik zuständig. Schnell waren die Alphörner ausgepackt, die für viel Begeisterung sorgten. „Sich mit den anderen Musikern auszutauschen und zu musizieren, ist immer großartig. Und wenn diese dann noch aus einem anderen Land kommen, ist es eine einzigartige Erfahrung“, sagt Johannes Strümpfel. Nach den Auftritt feierten und tanzten die Gäste aus Pürgen noch den ganzen Abend mit den amerikanischen und deutschen Besuchern und Musikern des Oktoberfests der Bundeswehr.

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Am nächsten Tag ging es auch schon weiter nach Richmond, die Hauptstadt Virginias. Den Kontakt hatte Cornelia Karches, eine ehemalige Musikerin der Blaskapelle, die seit ein paar Jahren mit ihrer Familie in den USA lebt, hergestellt. Die Saint Benedict Catholic Church, eine von deutschen Auswanderern gegründete katholische Kirchengemeinde, veranstaltete das legendäre „St. Benedict Oktoberfest“. Heuer mit der Blaskapelle Lechrain als original-bayerische Blaskapelle.

Einmal pro Stunde musste der Ententanz gespielt werden

Von 16 bis 22 Uhr hieß es für die Musiker aus Pürgen jede Stunde einmal Ententanz und „Stein-Holding-Contest“ (Maßkrug-Stemmen mit jeweils einem Halbekrug an den ausgestreckten Armen). Ansonsten erklang bayerische Blasmusik mit Polka, Marsch und Walzer. In den kleine Pausen probierten Johannes Strümpfel und seine Kollegen die 47 verschiedenen Biersorten der lokalen Brauereien. „Bis auf ein paar Ausnahmen wurde das als sehr fragwürdig empfunden.“ Auch in Richmond durfte Bürgermeister Klaus Flüß das Oktoberfest mit einem „O’zapft is!“ eröffnen.

Abends ging es für die meisten Musiker schnell ins Bett. Denn am nächsten Tag hieß es ab 11 Uhr weitere fünf Stunden musizieren. Danach wurde selbst selbst getanzt und gefeiert, ehe man den Tag bei einem Pizzaessen beendete. Nach einer kurzen Besichtigung der Innenstadt und des bekannten Friedhofs in Richmond (dort sind drei der 44 Präsidenten der Vereinigten Staaten begraben) ging es wieder Richtung Flughafen. „Aber da war unsere musikalische Reise noch nicht zu Ende“, sagt Strümpfel. Denn die Blaskapelle hatte einen spontanen Auftritt in rund 10-000 Metern Höhe. „Die freundliche Flugbegleiterin lud uns ein, kurz vor dem Landeanflug in der Kabine aufzuspielen“, sagt er. Kurzerhand wurden die als Handgepäck verstauten Instrumente ausgepackt, und schon konnte es losgehen.

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