Newsticker

RKI meldet 11.409 neu mit Corona Infizierte
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Die Leitungen bleiben sichtbar

Umbau

23.05.2015

Die Leitungen bleiben sichtbar

Der historische Pfarrhof in Kinsau wird derzeit umfangreich saniert. Bei der neuen Elektroinstallation müssen sich die Handwerker einiges einfallen lassen.
Bild: Manuela Schmid

Bei der Sanierung des Pfarrhofs in Kinsau darf der historische Putz nicht beschädigt werden. Deshalb müssen sich die Elektriker etwas Besonderes einfallen lassen

In Sachen Denkmalschutz muss bei der Renovierung des historischen Pfarrhofs in Kinsau einiges beachtet werden. Elektrische Leitungen müssen zum Beispiel außen an der Wand festgemacht werden. Andererseits gibt es aber auch Erleichterungen. Darüber wurde jetzt im Gemeinderat informiert.

Das Landesamt für Denkmalpflege hat sich die Baustelle kürzlich bei einem Ortstermin angesehen. Das Treffen sei im Großen und Ganzen sehr positiv verlaufen, berichtete Bürgermeister Marco Dollinger. Die guten Nachrichten: „Ein krasser Gegensatz zwischen Alt und Neu ist kein Problem“, erläuterte Dollinger in der Gemeinderatssitzung. So könnten die Toilettenanlagen wie geplant realisiert werden. Was die Restaurierung der wertvollen Decken angeht, könnten sogar Kosten eingespart werden.

Ein Wermutstropfen sind hingegen die Auflagen bezüglich der Elektroinstallationen: „Den Putz darf man nicht schlitzen“, so der Bürgermeister. „Wir dürfen in die Ur-Substanz des Putzes nicht eingreifen.“ Das bedeutet konkret: Die Leitungen dürfen nicht in der Wand verlegt werden. Stattdessen kommen sie außen an die Wände und sind dann sichtbar. Man spricht dabei von sogenannten Aufputzleitungen. Dollinger zeigte einige solcher Aufputzleitungen in der Sitzung. Sie können entweder weiß oder schwarz, mit Plastik oder mit Metall ummantelt sein.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

So richtig Gefallen finden konnten die Räte an keiner der Ausführungen – weder mit Plastik-, noch mit Metallummantelung. Einige Räte hielten Edelstahl für besser, da es edler aussehe. Markus Lieb meinte hingegen, weißer Kunststoff wäre unauffälliger und würde nicht so hervorstechen wie Edelstahl. Gaby Fichtl fragte nach, ob man die Leitungen nicht vielleicht mit einer optisch ansprechenderen Verkleidung versehen könnte. David Schamper schlug eine Betätigung der Lichtschalter über Funk vor.

Einig waren sich die Gemeinderäte jedenfalls, dass man versuchen sollte, mit so wenig Aufputzleitungen wie möglich auszukommen. Möglicherweise könne man ja zumindest im Gang die sichtbaren Leitungen vermeiden, hofft Dollinger nun. Er will diesbezüglich noch weitere Gespräche führen und den Wunsch des Gemeinderats an den Architekten weitergeben.

Auch der Bauausschuss soll sich mit der Frage der Aufputzleitungen noch beschäftigen. Der Gemeinderat hatte zudem noch einige Aufträge für die laufenden Sanierungsmaßnahmen am Pfarrhof zu vergeben. Die Gerüstarbeiten wurden zum Preis von rund 12000 Euro an eine Firma aus Neusäß vergeben. Die Firma hatte von drei Bietern (fünf waren angeschrieben worden) das günstigste Angebot vorgelegt. Die geschätzten Kosten lagen bei zirka 13000 Euro, womit die Gemeinde also um mehr als 1000 Euro günstiger wegkommt. Die Spenglerarbeiten erhielt eine Firma aus dem Nachbarort Epfach. Die Spenglerei hatte unter vier Bietern (zwölf Firmen waren angeschrieben worden) mit 11000 Euro das günstigste Angebot abgegeben. Hier spart sich die Gemeinde ebenso mehr als 1000 Euro gegenüber der ursprünglichen Kostenschätzung. Unerfreulicherweise gibt es aber auch Kostenmehrungen. Das kleinere Übel: Der Restaurator musste einige Termine mehr wahrnehmen als ursprünglich geplant. Der Gemeinderat stimmte aufgrund dessen einer Kostenmehrung von knapp 2000 Euro zu (die Kosten betragen jetzt insgesamt 6357 Euro statt 4404 Euro).

Weitaus höhere Mehrkosten muss die Gemeinde für die Zimmererarbeiten hinnehmen. Diese werden um rund 22000 Euro teurer als erwartet, da aus Statikgründen für die Dachkonstruktion nun ein erhöhter Stahlbedarf nötig sein wird. Der Auftrag ging an eine Firma aus Bernbeuren, die unter fünf Bietern mit etwa 143500 Euro das günstigste Angebot vorgelegt hatte (zehn Firmen waren angeschrieben worden). In den Preis seien bereits die vorgesehenen Eigenleistungen für das Ein- und Abdecken des Dachs eingerechnet, sagte Bürgermeister Marco Dollinger auf entsprechende Nachfrage aus dem Gemeinderat. Die ursprünglich angesetzten Kosten lagen bei 121000 Euro. Zum Zeitpunkt der Schätzung lagen jedoch noch keine genaueren Statikuntersuchungen vor. Die höheren Kosten seien lediglich durch den höheren Stahlverbrauch bedingt, stellte Dollinger klar. Wie mehrfach berichtet, soll in den historischen Pfarrhof nach Abschluss der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen unter anderem auch das Kinsauer Rathaus einziehen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren