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23.12.2017

Die Liebe zum Detail besticht

Ausschnitt aus der Jocherkrippe in Dießen.
Bild: Thorsten Jordan

Die Jocherkrippe ist im E-Werk in Dießen das ganze Jahr zu sehen. Die meisten Besucher kommen jedoch in der Advents- und Weihnachtszeit. Immer wieder entdeckt man neue Einzelheiten.

Das Haus von Jakob Jocher (1885 - 1974) an der Fischermartlstraße, dem heutigen Jocherplatz, wurde zwar schon 2001 abgerissen – was viele bedauern – nicht zuletzt, weil es Zeugnisse von Jochers Schnitzkunst enthielt. Trotzdem ist der Holzschnitzer bis heute in Dießen unvergessen. Jedes Jahr zur Weihnachtszeit wird sein Andenken wieder lebendig, wenn die Leute, darunter auch viele Kinder, ins E-Werk Stadler am Klosterhof pilgern, um sich wie früher die Jocherkrippe anzuschauen.

Muskulöse Dromedare und edle Rösser

In der ehemaligen Klostermühle im Klosterhof beim Marienmünster hat Georg Stadler im Jahr 2010 mit einigen Helfern die Krippe, die der künstlerisch begabte Zimmermann vor mehr als 100 Jahren schnitzte, liebevoll nach dessen Vorgaben wieder aufgebaut: Drei muskulöse Dromedare, edle Rösser mit wehenden Mähnen, ein mit prächtigem Schmuck verzierter Elefant, zwei Esel, drei Ochsen, mehrere Schafherden, Hirten, Fischer und Händler und natürlich die Heilige Familie gehören zum zentralen Bestand und beleben das Bild.

Die fantasievollen und zum Teil sogar prachtvollen Gewänder der Figuren hatte einst Jakob Jochers Ehefrau Anna (1882 - 1968) genäht. Im venezianischen Stil sind die Häuser der Kulisse gestaltet und bis ins kleinste Detail maßstabsgetreu eingerichtet. Torbögen und griechisch anmutende Säulen gliedern die Hauswände. Die Szenerie ist im Halbkreis angeordnet. Links vom Geburtsstall befinden sich Höhlen für Hirten und Schafe, eine davon wird durch einen Spiegel perspektivisch verlängert. Rechts schließen sich orientalische Paläste mit Türmen und Toren an, die an die Herbergssuche erinnern.

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Menschen und Tiere begegnen sich

Der Platz vor dem Stall besteht aus einer großen Wiese, auf der sich Menschen und Tiere begegnen. Hoch über der Heiligen Familie mit Maria, Josef und dem kleinen Jesuskind wacht ein Engel auf einem Felsvorsprung über das Geschehen und verkündet die Frohe Botschaft in alle Welt. Über zwölf Quadratmeter erstreckt sich die Krippenlandschaft, die aus Lindenholz geschnitzten und bemalten Gliederpuppen sind bis zu 25 Zentimeter groß. Auch die Heiligen Drei Könige mit ihren prachtvollen Gewändern fügen sich schön in das friedvolle Krippengeschehen ein, an dem man sich nicht sattsehen kann. Immer wieder entdeckt das Auge Details, die mit größter Sorgfalt gefertigt wurden.

E-Werk-Betreiber Georg Stadler hat die Jochers als Kind noch selbst kennengelernt, sein Vater Albert gehörte zur Verwandtschaft: Jakob Jochers Mutter war eine geborene Stadler aus St. Georgen. Albert Stadler war als Bub ein gern gesehener Gast und fleißiger Helfer beim vorweihnachtlichen Aufbau der Krippe im Jocherhaus. Anna und Jakob Jocher blieben kinderlos. Seit die Klostermühle im E-Werk Stadler vor sieben Jahren ihren Betrieb eingestellt hat, ist im Mühlenmuseum auch die Jocherkrippe zu sehen.

Schon als Knirps mit Eifer dabei

In Sachen Krippenaufbau ist Georg Stadler Fachmann. Als Knirps war er stets mit Eifer dabei, wenn sein Vater Albert das wertvolle Erbe im Elternhaus aufbaute. „Allerheiligen haben wir immer schon angefangen“, erinnert er sich, „damit an Weihnachten alles fertig war und von unseren Gästen bewundert werden konnte.“ Seit 2010 ist die Krippe nun das ganze Jahr über während der Geschäftszeiten des E-Werks zu sehen, die meisten Besucher kommen allerdings im Advent. Unzählige kleine Lichter, die mithilfe eines Zeitschalters aktiviert werden können, sorgen für eine heimelig weihnachtliche Atmosphäre und lassen die fantasievolle, großzügige Krippenlandschaft, die man durch Glasscheiben bewundern kann, in hellem Licht erstrahlen.

Die Jocherkrippe im Elektrizitätswerk Stadler in Dießen, Klosterhof 22, kann von Montag bis Donnerstag, 10 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr, sowie nach Vereinbarung (Telefon 08807/217) bewundert werden.

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