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Epfach

25.11.2016

Die Lorenzkapelle bekommt (nicht nur) eine neue Zwiebel

Auch die Kirchenglocken wurden aus dem Glockenstuhl der Lorenzkapelle entfernt. Begutachtet werden sie (v.l.) von Architekt Peter Holzapfel, Bauunternehmer Wolfgang Bichtele sowie Manfred Ostler und Georg Volk von der Kirchenverwaltung.
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Auch die Kirchenglocken wurden aus dem Glockenstuhl der Lorenzkapelle entfernt. Begutachtet werden sie (v.l.) von Architekt Peter Holzapfel, Bauunternehmer Wolfgang Bichtele sowie Manfred Ostler und Georg Volk von der Kirchenverwaltung.
Bild: Frauke Vangierdegom

Große Teile des Dachstuhls mussten erneuert werden, das Dach wird neu eingedeckt und

Mindestens seit dem Jahr 1751 steht sie am Waldrand von Epfach, die Lorenzkapelle, die wahrscheinlich vom Denklinger Maurermeister Stephan Socher im Auftrag des Klosters Steingaden errichtet oder zumindest umfassend erweitert und erneuert wurde. Derzeit aber steht das kleine Kirchlein eingerüstet und ohne seine rund 900 Kilogramm schwere kupferne Zwiebel und die beiden Glocken da und über den Chorbereich im Osten spannt sich eine riesige Plane. Denn, die Lorenzkapelle wird saniert.

Seit September laufen die Arbeiten, die mit rund 235000 Euro zu Buche schlagen werden, wie der planende Architekt Peter Holzapfel aus Epfach erklärt.

Eigentlich hätte ja nur die reich gegliederte Westfassade, die mit einer Art Triumphbogenmotiv versehen ist, neu gestrichen werden sollen, berichtet Holzapfel. Von der Diözese Augsburg sei vorgeschrieben, vor geplanten Renovierungsmaßnahmen jeder Art an kirchlichen Gebäuden eine statische Überprüfung durchzuführen, also auch an der Kapelle in Epfach. „Dabei wurde festgestellt, dass es gewaltige Schäden am Dachstuhl gibt“, erinnert Holzapfel. Wie es um die Zwiebel und den Glockenstuhl bestellt sei, habe man dagegen erst jetzt erforschen können. Denn, so Holzapfel, „der Turm ist so eng, da konnte man gar nicht hinauf.“ Das sei erst mit dem aufgestellten Gerüst möglich geworden.

Die Lorenzkapelle bekommt (nicht nur) eine neue Zwiebel

Aus dem ursprünglichen Ansinnen, der Westfassade einen neuen Anstrich zu verpassen, ist eine Generalsanierung geworden. Das Dach der Kapelle wird gerade neu eingedeckt, verfaulte Balken wurden ausgetauscht beziehungsweise ergänzt und nun muss auch die Zwiebel entweder ganz oder zumindest teilweise erneuert werden. „Das wird sich aber jetzt erst zeigen, wenn wir die Holzkonstruktion genau anschauen können“, so Holzapfel. Was allerdings den Fachleuten schon beim Verladen der Zwiebel auffiel, ist die Tatsache, dass der sogenannten Kaiserstiel, also die Stelle, an der das Kreuz in die Zwiebel eingesetzt wird, ziemlich marode aussieht. Und eine neue Kupferverschalung wird es auch in jedem Fall geben.

Der neue Fassadenanstrich wird wohl erst im kommenden Frühjahr erfolgen. „Dazu brauchen wir Temperaturen, die nachts nicht unter fünf Grad sinken“, erläutert Holzapfel.

Was aber vor Weihnachten noch fertig sein soll, ist die neue Dacheindeckung. Wolfgang Bichtele von der ausführenden Baufirma erklärt: „Im Chorbereich auf der Ostseite der Kapelle werden gerade die Biberschwänze aufgebracht. Dazu muss jeder Dachziegel auf beiden Seiten geschnitten werden, um die Rundungen perfekt abzudecken.“ Eine Fleißarbeit. 50 Ziegel pro Quadratmeter müssen geschnitten werden und die Dachfläche über dem Chorbogen beträgt rund 35 Quadratmeter.

Die Kosten für die Sanierung teilen sich die Kirchenstiftung St. Bartholomäus, zu der die Lorenzkapelle gehört, die Diözese Augsburg und die Gemeinde Denklingen. Wie Pfarrer Michael Vogg, zu dessen Pfarreiengemeinschaft Lechrain die kleine Kapelle im pastoralen Sinn gehört erläutert, trägt die Diözese Augsburg 60 Prozent der zuschussfähigen Kosten. Die Gemeinde Denklingen beteiligt sich mit 20 Prozent an den zuschussfähigen Kosten, wie Bürgermeister Michael Kießling auf Nachfrage erklärt.

Wie in diversen Quellen nachzulesen ist, gab es wohl um 370 eine erste Kirche auf dem Lorenzberg in Epfach, nach 955 wird eine „große Lorenzkirche“ erwähnt und im 12. Jahrhundert wurde allem Anschein nach eine dritte Kirche dort gebaut. Die heutige Kapelle steht vermutlich seit 1751 auf dem Lorenzberg.

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