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17.07.2020

Die Malteser brauchen mehr Personal

Auf Mitgliederwerbung gehen die Malteser Kaufering. Im Bild von links: Dienststellenleiterin Anke Faasse, Norbert Weggel (Kreisbeauftragter Malteser Landsberg), Renate von Schnurbein (stellvertretende Kreisbeauftragte Malteser Landsberg) und Christiane Martini (Referentin für Öffentlichkeitsarbeit Diözese Augsburg Malteser).
Bild: Jordan

Der Hilfsdienst übernimmt im Landkreis viele Aufgaben. Doch es fehlt an Mitarbeitern. Die neue Dienststellenleiterin will die Werbetrommel rühren. Möglichkeiten, sich zu engagieren, gibt es viele

Den Malteser Hilfsdienst gibt es an 16 Standorten in der Diözese Augsburg – einer davon liegt in Kaufering, recht versteckt in der Nähe von Ruderclub und Lechtalbad. Ob es an der Lage liegt, kann die neue Dienststellenleiterin Anke Faasse nicht sagen. Jedenfalls seien die Malteser in Landsberg recht unbekannt, und das will sie ändern, wie sie im Gespräch mit dem Landsberger Tagblatt erklärte.

Bekannter zu werden ist auch wichtig, denn die Malteser brauchen dringend Verstärkung in vielen bestehenden Bereichen wie auch bei zukünftigen Projekten. Eines davon sind die Lebensmittelpakete gegen Altersarmut. Wie Christiane Martini, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, berichtet, läuft das Projekt bereits erfolgreich in Augsburg. Bedingt durch die Corona-Krise erhalten einkommensschwache, immobile Senioren ab 65 Jahren die auf ihren Bedarf abgestimmten Pakete jetzt sogar zwei Mal, statt bisher ein Mal, monatlich direkt ins Haus.

Finanziert wird das Projekt jeweils zur Hälfte über die Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung, und Paten. Da der Bedarf immer größer wird, soll es auch im Landkreis Landsberg eingeführt werden. Wer mithelfen will, Pakete zu packen oder auszufahren, ist willkommen, ebenso Spender wie Lebensmittelmärkte oder Geldspender. Auch Bedürftige können sich bei den Maltesern melden oder bei Seniorenberatungsstellen und der Caritas, mit diesen Stellen will man zusammenarbeiten.

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Faasse hat ihre bisherige Aufgabe in der Forschung für rheumakranke Kinder in der LMU Kinderklinik reduziert, um die Leitung der Malteser in Landsberg und Kaufering zu übernehmen. Vieles muss sie nach den coronabedingten Einschränkungen nun erst einmal wieder zum Laufen bringen. Seit Juni dürfen wieder Erste-Hilfe-Kurse angeboten werden, die Nachfrage sei hoch und neue Ausbilder würden gesucht, so Faasse.

Wer sich dafür interessiert, braucht nicht zwingend einen medizinischen Beruf. Er wird in Blockseminaren von den Maltesern zum Ausbilder geschult und angestellt. Schlechter sieht es dagegen für die Therapiehundestaffel aus. Die zwei Staffeln á zehn Halter mit Hund – von klein bis groß – stehen zwar in den Startlöchern, jedoch sind laut Leiterin Elke Wittmann die Hunde auf einen Einmeter-Abstand an der Leine trainiert, somit kann der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht gewährleistet werden. Therapiehunde werden eingesetzt, um beispielsweise das Leiden von psychisch und physisch kranken Menschen zu lindern. Sie bringen Leben in Alten- und Pflegeheime sowie Kindergärten und Palliativstationen. Ausbauen will Faasse weitere Dienste der Malteser wie Besuchs- und Begleitdienste, und sie will auch einen Kulturbegleitdienst etablieren, um alte Menschen aus der Einsamkeit herauszuführen. Gemeinsame Besuche beim Arzt oder auf dem Friedhof, Einkaufen oder einfach nur spazieren gehen – Ehrenamtliche für Besuchsdienste werden dringend gesucht. Bei einem Schnupperbesuch wird festgestellt, ob man zueinander passt. „Da sind oft schon schöne Freundschaften entstanden“, kann Christiane Martini berichten.

Aktive Ehrenamtliche zu finden wird schwieriger, denn wer sich engagieren will, findet viele Alternativen. Zu denen, die richtig Hand anlegen, zählen bei den Maltesern vor Ort rund 40 Personen – und viele der Helfer gehören langsam selbst zu den Senioren, erzählen Renate von Schnurbein und Norbert Weggel, die ehrenamtlichen Kreisbeauftragten. Man setzt bei den Maltesern auf die Jugend. Fünf Köpfe stark ist derzeit die Jugendgruppe, die sich jetzt wieder jeden Freitag treffen darf. Aktiv sind die Malteser auch im Schulsanitätsdienst in der Realschule Kaufering sowie im Gymnasium in St. Ottilien. Wie wichtig die Schulsanitäter sind, weiß die Öffentlichkeitsreferentin durch einen Vorfall an einer Augsburger Schule: Dort rettete ein Mädchen mit Sanitäterausbildung einer Mitschülerin mit Herzproblemen das Leben. Einige der Schulsanitäter stoßen später zu den Maltesern, ab 16 Jahren dürfen sie auch an Einsätzen teilnehmen.

In St. Ottilien liegt auch der Ursprung der regionalen Malteser. Mitte der 1980er-Jahre gründete Pater Gerhard vom Kloster St. Ottilien die Kreisgliederung und erweiterte sie nach Kaufering. Man startete im Pfarrzentrum St. Johann in einem Kellerraum und erstellte 1997 das neue Gebäude in der Landrat-Müller-Hahl-Straße 11, „mit viel Eigenleistung“, wie der Kreisbeauftragte Martin Weggel anmerkt.

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