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Landsberg

06.10.2017

Die Not mit den Kindergartenplätzen

OB Mathias Neuner besuchte die Räume im neuen Nebengebäude des Kinderhauses an der Römerauterrasse. Im Bild Erzieherin Sarah Müller mit Franz-Xaver und Neuner.
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OB Mathias Neuner besuchte die Räume im neuen Nebengebäude des Kinderhauses an der Römerauterrasse. Im Bild Erzieherin Sarah Müller mit Franz-Xaver und Neuner.

Derzeit kommen noch alle Kinder in den städtischen Kitas unter. Es wird aber bereits mit Notgruppen gearbeitet. Und nicht für jedes Kind ist der Wunschstandort möglich.

Es waren eigentlich gute Nachrichten, die Referatsleiter Gerhard Müller in die Sitzung des Bildungsausschusses mitgebracht hatte. Die Situation in der Kinderbetreuung ist derzeit in Landsberg stabil, alle Kinder konnten untergebracht werden. Allerdings, und das bekräftigte Karin Schürmann vom Jugendreferat, verfügt diese Stabilität vermutlich über keine allzu große Nachhaltigkeit, da der Zuzug junger Familien vor allem aus dem Raum München zunehme und die Nachfrage dann nur durch neue Betreuungsplätze befriedigt werden könne. 887 Plätze stellen derzeit städtische und private Einrichtungen zur Verfügung, wobei die Kindergärten alle komplett ausgelastet sind – und noch mehr. Karin Schürmann: „Unsere Kitas arbeiten alle mit jeweils einer Notgruppe“, was gesetzlich auch innerhalb der Betriebserlaubnis so vorgesehen sei.

Anders der Krippenbereich. Da bestünden noch Kapazitäten, zum Beispiel im neu errichteten Nebenhaus an der Römerauterrasse. 15 Kinder können dort noch aufgenommen werden, wobei die Zahl in den nächsten Wochen nach Beginn des Kindergartenjahres noch schwanken werde. Gerade bei den unter Dreijährigen sei mit Zuzügen unter dem Jahr zu rechnen. Insgesamt sind 41 Prozent aller Kinder, die einen Platz beanspruchen können, in Landsberg versorgt.

Ein Provisorium könne keine Dauerlösung sein

Eine gute Quote, wie Oberbürgermeister Mathias Neuner bei einem Ortstermin anmerkte. Allerdings, und das versprach er Karin Schürmann, die für die Fach- und Dienstaufsicht der Kindertagesstätten zuständig ist, dürfe die Zufriedenheit nicht so weit gehen, ein Provisorium wie das Container-Nebengebäude des Kinderhauses als Dauerlösung anzunehmen. „Wir werden einige neue Betreuungsplätze vor allem im Kindergartenbereich brauchen. Zufrieden ist Karin Schürmann mit der Großtagespflege, die in der ehemaligen Hausmeisterwohnung am Sportzentrum eingerichtet wurde.

 Als „sehr beziehungsnah und familiär“ bezeichnet sie die Betreuung der Kinder, die theoretisch bis zu 14 Jahre alt sein können, und sich zeitlich sehr flexibel gestalte. So werden Kinder dort einmal von 8 bis 13 Uhr und einmal zwischen 7 und 17 Uhr betreut. Die Buchungszeiten können dabei sehr flexibel gestaltet werden. Drei Personen, eine pädagogische Fachkraft plus zwei ergänzende betreuen dabei maximal zehn Kinder. Inzwischen sei jedoch auch diese Betreuungseinrichtung fast voll belegt.

Allerdings sind geplante Objekte wie die am Urbanen Leben am Papierbach, oder am Reischer Talweg wie auch am Wiesengrund, um nur einige zu nennen, allesamt Projekte der mittelbaren Zukunft. Schürmann: „Wir benötigen aber schnell Kapazitäten und können nicht vier oder fünf Jahre warten.“ Denn eines sei sicher: weiterer Zuzug aus Richtung München stehe bevor.

 Auch sei die Situation bereits jetzt so, dass Kinder aus dem Landsberger Osten nur einen Platz im Kinderhaus Römerauterrasse im Landsberger Westen bekommen. Die Zeit drängt also, auf der anderen Seiten ist die Unterstützung des Freistaates durch ein weiteres Sonderinvestitionsprogramm groß.

So werden teilweise bis zu 90 Prozent an Fördermitteln für Kitas gewährt. OB Neuner hofft auf alle Fälle, bald weitere Kapazitäten schaffen zu können. Keine neuen Nachrichten konnte er aber aus den Gesprächen mit der Kirchenstiftung Mariä Himmelfahrt mitbringen. Diese hatte ja angeboten, die ehemalige Hausmeisterwohnung bei der Kindertageseinrichtung „Heilig Kreuz“ umzubauen und dort bis zu 15 Plätze zu schaffen. Das Ergebnis einer angekündigten Kostenermittlung für die Sanierung liege jedoch laut Gerhard Müller bislang noch nicht vor.

Auch die Einführung eines zentralen Online-Anmeldeverfahrens für Kindertageseinrichtungen ist noch nicht vollständig abgeschlossen. So müssten eventuell noch weitere Schnittstellen geschaffen werden, da die Kindergärten teilweise mit unterschiedlichen Verwaltungsprogrammen arbeiten. Startschuss, so Müller, könnte aber noch in diesem Monat sein.

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