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Asylunterkünfte

21.04.2015

Die Offiziersvilla ist aus dem Rennen

Die Offiziersvilla in der ehemaligen Saarburgkaserne kommt für die Hochbaukommission des Kreistags nicht als Unterkunft für Flüchtlinge in Frage.
Bild: Jordan

Landrat und Oberbürgermeister informierten gestern die Presse. Am Freitag wollen sie mit den Landsberger Bürgern reden

Auf der Suche nach Standorten für die Unterbringung von Flüchtlingen ist das Landratsamt einige Schritte weiter. Der Kreisausschuss berät heute Nachmittag über den Kauf zweier Gebäude am Wiesenring in Landsberg und in der Kolpingstraße in Kaufering. In Geltendorf wird demnächst der Gemeinderat über Wohncontainer auf einer Fläche unweit des Bahnhofs entscheiden und in Landsberg der Stadtrat über eine Verlängerung über den Standort an der Münchener Straße. Darüber informierte Landrat Thomas Eichinger gestern in einem Pressegespräch, an dem auch Landsbergs Oberbürgermeister Mathias Neuner teilnahm.

Am Freitag wollen Landrat und Oberbürgermeister die Bevölkerung über Neuerungen und Grundsätzliches in Sachen Asylbewerber und Unterkünfte informieren. Die Veranstaltung richtet sich in erster Linie an Bürger aus Landsberg und findet um 19 Uhr im Sitzungssaal des Landratsamtes statt. „Wir wollen dabei die Bürger mitnehmen und informieren“, sagte Neuner gestern.

Bei der Infoveranstaltung geht es unter anderem um diese Themen:

Wie berichtet hat der Landkreis in einem Antrag an die Stadt darum gebeten, die Wohncontainer (60 Personen) in der Münchener Straße statt bis Oktober dieses Jahres bis Ende 2019 stehen lassen zu dürfen. Mittlerweile habe sich nicht nur die baurechtliche Grundlage geändert, sondern auch die Zahl der Flüchtlinge, die der Landkreis unterbringen muss, wie Landrat Eichinger sagte. Mit dem Eigentümer des Grundstücks, dem Kloster der Dominikanerinnen, bestünde Einigkeit. „Ich stehe einer Verlängerung positiv gegenüber“, sagte Mathias Neuner. Er stehe zwar im Wort bei den Anliegern, dass die Container nur bis Oktober stehen bleiben, hoffe aber auf deren Verständnis für eine Verlängerung.

Die Vorarbeiten sind erledigt, jetzt wartet der Landkreis auf die Lieferung der Wohncontainer für den Standort an der Iglinger Straße. Auch dort sollen 60 Asylsuchende leben können. Die Container werden bis Ende Juli erwartet, wie Wolfgang Müller, der Pressesprecher des Landratsamtes sagte, die ersten Flüchtlinge könnten Mitte August einziehen.

Vor einigen Tagen hat die Hochbaukommission des Kreistags Standorte für die Unterbringung junger Flüchtlinge, die ohne Angehörige in Deutschland sind, unter die Lupe genommen. Nicht in Frage kommt dafür die Offiziersvilla in der ehemaligen Saarburgkaserne, wie Landrat Eichinger sagte. Ein Kauf des Gebäudes sei finanziell nicht „sauber“ darstellbar. Die Rede war von einem siebenstelligen Eurobetrag. Die Kommission empfehle dem Kreisausschuss vielmehr den Kauf zweier Gebäude am Wiesenring in Landsberg (ehemaliger Wichtelgarten) und in der Kolpingstraße in Kaufering. Das Objekt am Wiesenring koste rund eine Million Euro, seine Ertüchtigung wohl ebenfalls. Auf dem Grundstück bestehe zudem Baurecht für eine Erweiterung. Für das Gebäude in Kaufering würden rund 975000 Euro fällig. Stimmen Kreisausschuss und Kreistag einem Kauf zu, muss laut Eichinger ein Nachtragshaushalt beschlossen werden.

Im Hochbauamt in der Irving-Heymont-Straße sollen 88 Asylbewerber untergebracht werden. Ob die Regierung von Oberbayern dort eine Gemeinschaftsunterkunft plane, wisse er nicht, sagte Landrat Eichinger. Der Landkreis habe eine weitere dezentrale Unterbringung vorgesehen und wolle das Gebäude anmieten.

„Wir wollen in der Pfettenstraße noch mal angreifen“, sagte Thomas Eichinger. Heimatminister Markus Söder habe angeboten, vermittelnd tätig zu werden. Eichinger und Neuner wollen sich in der Sache daher schriftlich an den Minister wenden.

Wohncontainer für rund 60 Personen sollen in Geltendorf in direkter Nähe zum Bahnhof aufgestellt werden. Wie Landrat Eichinger sagte, bestehe dort Baurecht, ein Mietvertrag sei unterschrieben und die Gemeinde informiert. Jetzt müsse der Gemeinderat noch zustimmen.

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