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Landsberg

08.09.2019

Die Oide Wiesn wird zur koiden Wiesn

Kreisobmann Johann Drexl und Milchkönigin Beatrice Scheitz vor einem Zuckerrübenroder, der auf dem Hauptplatz ausgestellt war.
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Kreisobmann Johann Drexl und Milchkönigin Beatrice Scheitz vor einem Zuckerrübenroder, der auf dem Hauptplatz ausgestellt war.
Bild: Julian Leitenstorfer

Trotz der feucht-kalten Witterung kommen viele Besucher zum Landwirtschaftsfest in der Landsberger Innenstadt. Das Bürgermeister-Wettmelken gewinnt ein Profi. Eine gute Nachricht wird ebenfalls bekannt gegeben.

Wenn in Kroatien nach Angaben von Fuchstals Bürgermeister Erwin Karg keine Ziege in den vergangenen Wochen ungemolken blieb, wenn die stellvertretende Landrätin Ulla Kurz noch schnell einen Crashkurs bei einem Landwirtschaftsprofi bekommt und Finnings Bürgermeister Siegfried Weißenbach darauf verweist, vor 30 Jahren das letzte Mal gemolken zu haben, damals aber eine lebendige Kuh, dann kann es sich nur um den Premiumwettbewerb des Landwirtschaftsfestes „Oide Wiesn“ im Herzen von Landsberg handeln, das Bürgermeistermelken. Zum dritten Mal veranstaltete die VR-Bank Landsberg-Ammersee das Fest parallel zum Kreuzmarkt und zog die Besucher trotz schon beinahe vorwinterlichem Wetters in die Innenstadt. Und zum Abschluss gab es sogar noch eine gute Nachricht.

Der Rest vom Ochsen wird am Montag verspeist

Doch zurück zum Anfang. Bereits am Samstag hatten über 70 Mitarbeiter der direkt am Hellmairplatz gelegenen VR-Bank Landsberg-Ammersee selbst Hand angelegt und wuselten mit ihren blauen Jacken in allen Himmelsrichtungen umher. Mitten unter ihnen die Vorstände der Bank, Stefan Jörg und Martin Egger, und natürlich Marketingchef und Allround-Organisator Manfred Doll. „Es ist sagenhaft, was unsere Leute leisten, ehrenamtlich, und zum Teil haben sie sogar noch ihre ganze Familie als Helfer mitgebracht“, freut sich Stefan Jörg und hat für heute eine besondere Belohnung parat: „Durch den Regen kamen nicht so viele Menschen, wie erwartet, wenn auch genug“, sagt er. Sollte am Ende des Tages vom riesigen Ochsen, der sich den ganzen Sonntag über am Spieß drehte, noch entsprechend viel übrig geblieben sein, so würde die Belegschaft in den Geschmack eines köstlichen Montags-Mittags-Mahles kommen.

Die Rübenerntemaschine begeistert auch die Milchkönigin

Da ist sie wieder beim Vorstandsvorsitzenden der Bank, die Genossenschaftsader. Die sei auch ein Grund für die Oide Wiesn gewesen, ein Fest mit und für die landwirtschaftlichen Direktvermarkter. Mit denen durften die Besucher in Kontakt treten, sich deren regionale Produkte erklären lassen und natürlich auch kaufen.

Die Oide Wiesn wird zur koiden Wiesn

Das Konzept gefällt auch der in diesem Jahr neu gekürten bayerischen Milchkönigin, Beatrice Scheitz. Besuche wie diese gehören bei ihr zwar zweimal die Woche zur Aufgabe, doch nach Landsberg kommt sie trotz des Regens besonders gerne. Zum einen hält sich der Anfahrtsweg aus Andechs in Grenzen, zum anderen sind ihr solche Veranstaltungen, wo sich Direktvermarkter der Öffentlichkeit präsentieren, für enorm wichtig: „Ich werde auch von den Besuchern angesprochen und so richtig ausgefragt.“ Da sind sie natürlich bei der ausgebildeten Wirtschaftsfachwirtin und angehenden Industriekauffrau einer Molkerei genau richtig. „Die wollen schon wissen, wie das in einem Stall so abläuft bis hin zum Abfüllen der Milch und den Verkauf.“ Begeistert war sie aber auch von den landwirtschaftlichen Maschinen, die auf dem Hauptplatz präsentiert wurden, vom kleinen Oldtimertraktor bis zur 1,6 Millionen Euro teuren Rübenerntemaschine.

Der Klosterlandwirt gewinnt das Wettmelken

Im Zelt stellte sich das gekrönte Haupt in der Prominentenrunde seinen Gegnerinnen, wobei am Ende Kreisbäuerin Rita Behl mit 460 Milliliter gemolkenen Wassers aus der Gummikuh die beste war. Bei den Bürgermeistern beziehungsweise deren Vertretern gingen immerhin 15 Kandidaten ans Euter – so viel sei verraten, die kroatischen Ziegen waren für Erwin Karg nicht die beste Vorbereitung. Mit Abstand holte sich Pater Tassilo, Leiter der Landwirtschaft des Klosters St. Ottilien und Gemeinderat in Eresing, zauberte sagenhafte 740 Milliliter aus dem Gummieuter und damit den Hauptpreis, 300 Liter Festbier.

Eine gute Nachricht gab es noch am Rande der Oiden Wiesn: Der Marktreferent des Stadtrats, Hans-Jürgen Schulmeister, hatte bereits im Vorfeld Gespräche mit Stadt und VR-Bank geführt. Er möchte gerne die Oide Wiesn – vielleicht auch im Paket mit dem Kreuzmarkt – als Trägerveranstaltung gewinnen, um künftig wieder die Möglichkeit zu bekommen, einen verkaufsoffenen Sonntag mehr in Landsberg anbieten zu können. Stefan Jörg hat diesen Plänen bereits entsprochen und zugesagt. Die Gespräche gehen nun weiter.

Die (k)oide Wiesn ist für LT-Redakteur Gerald Modlinger Grund, mal das Wetter zu kommentieren. Freiluftveranstaltungen: Kalt erwischt

Mehr Fotos von der Oiden Wiesn gibt es in unserer Bildergalerie

Die Oide Wiesn wird zur koiden Wiesn
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Impressionen der Oiden Wiesn in Landsberg
Bild: Julian Leitenstorfer
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