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St. Ottilien

14.09.2018

Die Ottilianer veranstalten einen Flashmob auf dem Times Square

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2 Bilder
Schülerblasorchester St. Ottilien beim Flashmob-Konzert auf dem Times Square in New York.
Bild: Max-Josef Kronenbitter

Das Schülerblasorchester St.Ottilien unterhält hunderte Passanten im Herzen von New York. Das Highlight der Reise steht am Samstag an.

Konzertreisen machen nicht nur die Philharmoniker. Alle vier Jahre fliegt das Schülerblasorchester St. Ottilien (SBO) nach New York und präsentiert sich bei seinen vier Konzerten einem ganz unterschiedlichen Publikum. Die Antwort auf die Frage, welches das Highlight-Konzert ist, fällt bei den Teilnehmern ganz unterschiedlich aus. LT-Mitarbeiter Max-Josef Kronenbitter ist im Land der unbegrenzten Möglichkeiten mit dabei und schildert seine Eindrücke.

„Das war doch der Wahnsinn, besser geht‘s nimmer“, schwärmt zum Beispiel Hans-Günther Schwanzer, der sonst mit Superlativen eher geizt. Soeben haben der Dirigent und sein 82 Schüler starkes Orchester das nur inoffiziell geplante Flashmob-Konzert auf dem Times Square mitten in Manhattan unter dem begeisterten Applaus hunderter New Yorker beendet. Flashmob-Konzert deswegen, weil die Musiker auf dem verkehr- und menschenumtosten Platz innerhalb kürzester Zeit erschienen, Musikinstrumente und Noten auspackten und passenderweise das Lied „Downtown“ zu spielen begannen – natürlich ohne offizielle Genehmigung, weil die sowieso nicht erteilt worden wäre.

Die Polizei drückt ein Auge zu

„Es ist völlig offen, ob wir nicht nach den ersten Takten von der Polizei weitergeschickt werden“, hatte Schwanzer seine Musiker noch vorgewarnt. Nachdem sich aber weder die reichlich vertretenen Beamten der Terrorismusabwehr noch die Verkehrspolizei zuständig fühlten, dauerte es immerhin vier Stücke, bis weiß uniformierte Beamte der „öffentlichen Sicherheit“ einschritten. Aus den anfangs gewährten fünf Minuten wurden 25, weil sie die Musiker doch gewähren und sich selbst nie wieder blicken ließen.

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In dieser Zeit spielten die Schüler vor den großflächig-schrillen Leuchtreklamen des Big Apple, wie New York auch genannt wird, schneidige Lieder wie den Bozner Bergsteigermarsch oder „Dem Land Tirol die Treue“, zu dem das Orchester natürlich auch die obligatorische Gesangseinlage beisteuerte. Die Musiker von der sechsten bis zur zwölften Klasse - verstärkt von einigen Ehemaligen - hatten ihren Spaß. New York-Touristen sowieso, obwohl sie „St. Ottilien“, wie auf dem vom jüngsten Orchestermitglied Jonas Steinmann brav gehaltenen Taferl zu lesen stand, vermutlich nicht verorten konnten. Aber auch sonst so geschäftige Business-Leute blieben stehen, um den ungewohnten Klängen an diesem Donnerstagnachmittag zu lauschen und Handyfotos zu machen. „Die Kulisse mitten in einer der größten Städte Amerikas war echt cool“, fand Hannah Weiß, die zum ersten Mal dabei ist und Querflöte spielt.

Die männlichen Orchestermitglieder werden angehimmelt

Für einige Burschen war dagegen das Konzert in der Cathedral Highschool, einem katholischen Gymnasium in Midtown Manhattan, der Höhepunkt. Denn diese Schule in den unteren Stockwerken eines respektablen Wolkenkratzers besuchen ausschließlich uniformierte Mädchen. Und für die waren die jungen Männer in ihren feschen Lederhosen – die Ehemaligen tragen nicht mehr die SBO-Uniform, sondern Tracht – Anlass für mindestens ebensolche Begeisterungsstürme, wie für die schmissigen Rhythmen, die sie mit „Hollyday in Rio“ oder der Amselpolka auslösten. „So viele weibliche Fans haben wir daheim nicht“, stellte Korbinian Weidemann leicht errötet fest.

Die große Parade steigt am Samstag

Logischerweise hatten die braven Mädchen und ihre strengen Lehrerinnen textlich keine Ahnung von Rosi und den skandalösen Vorgängen im Sperrbezirk. Dafür sangen sie bei ABBA-Songs textsicher mit. Bei der Filmmusik zu Rocky „Gonna Fly Now“ kam es zu einem musikalischen Joint Venture, weil acht Mädchen der Schule und ihr Musiklehrer William Loisier das Orchester verstärkten.

Private Joint Ventures gab es nach dem umjubelten Konzert, weil es den Mädchen gestattet wurde, ihre Smartphones zu holen. Was sie nicht nur zu Lederhosenfotos, sondern auch zum intensiven Adressenaustausch nutzten. Für viele Musiker kommt das Highlight aber am Samstag, wenn sie als Teilnehmer der Steuben-Parade auf der New Yorker Fifth Avenue mitmarschieren dürfen.

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