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Landsberg

22.10.2018

Die Polizei spielt für die kleine Laura

Das Polizeiorchester Bayern spielte in Landsberg ein Benefizkonzert für die 13-jährige Laura aus Igling.
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Das Polizeiorchester Bayern spielte in Landsberg ein Benefizkonzert für die 13-jährige Laura aus Igling.
Bild: Thorsten Jordan

Das Schicksal der 13-jährige Laura aus Igling bewegt. Zum Benefizkonzert des Polizeiorchesters Bayern kommen Hunderte Menschen. Sie alle helfen mit, um der Familie des Mädchens unter die Arme zu greifen.

Das Strahlen in den Augen der 13-jährigen Laura und ihr Lächeln verraten: Das Benefizkonzert des Polizeiorchesters Bayern in der Heilig-Kreuz-Kirche in Landsberg hat ihr gefallen. Auch Lauras Eltern zeigten sich überwältigt. Von der Musik, aber noch viel mehr von den vielen Besuchern, die gekommen waren. Jeder einzelne hatte mit seiner Eintrittskarte einen Beitrag dazu geleistet, dass für die Iglinger Familie der Wunsch nach einem Treppenlift in Lauras Zuhause realisiert werden kann. 9000 Euro aus dem Verkauf der Eintrittskarten und Spenden im Anschluss an das Konzert kamen zusammen.

Der Lions Club Landsberg hatte die helfende Idee

Kürzlich hatte auch die Blaskapelle Holzhausen ein Benefizkonzert für Laura veranstaltet, bei dem rund 5000 Euro eingenommen wurden, wie Andreas Horber vom Lions Club auf Nachfrage sagt. „Man kann in Worten irgendwie gar nicht ausdrücken, wie dankbar wir sind“, sagen Lauras Eltern nach dem gut eineinhalbstündigen Konzert in Landsberg. Wie berichtet, ist Laura auf einen Rollstuhl und auf fremde Hilfe angewiesen (Lesen Sie auch dazu: Ein Benefizkonzert für die kleine Laura aus Igling). Andreas Horber hatte von Lauras Schicksal erfahren und das Benefizkonzert mit dem Polizeiorchester organisiert. Ein Jahr habe die Vorbereitung gedauert, wie der Präsident der Landsberger Lions, Heinrich Anger, bei der Begrüßung in der Kirche erläuterte.

Das Polizeiorchester Bayern unter der Leitung von Prof. Johann Mösenbichler bot rund eineinhalb Stunden ein facettenreiches Potpourri symphonischer Blasmusik und wurde von einem begeisterten Publikum mit viel Applaus belohnt. Den Anfang machte das getragene Werk „Feierlicher Einzug der Ritter des Johannisordens“. 1909 geschrieben von Richard Strauss in Berlin. Nach Venedig entführte das Orchester seine Zuhörer mit Antonio Vivaldis Concerto in C-Dur. Ein Doppelkonzert für zwei Trompeten, mit den Solisten Martin Ehlich und Peter Millich.

Die Besucher erfahren auch Wissenswertes zu den Stücken

Von Moderator Peter Seufert erfuhren die Konzertbesucher, dass Vivaldi aufgrund seiner roten Haarfarbe und seiner Weihe zum Priester der „rote Priester“ genannt wurde. Passend zum beginnenden Herbst und dem bevorstehenden Winter hatte Mösenbichler mit „The Low Arc of the Sun“ von Steven Bryant eine Komposition ausgewählt, die Impressionen eines Wintertages in beeindruckender Weise wiedergibt.

Die Mitte des Konzerts für Laura bildete eine Ballade für Flöte und Orchester von Carl Reinecke (1824-1910). Er war, wie Seufert erzählte, einer der wenigen Komponisten der Romantik, die der Querflöte eine große Bedeutung in der Musik seiner Zeit zusprachen. Für den dienstältesten Leiter des Gewandorchesters Leipzig war die Ballade, der eine tiefe und harmonische Stimmung zu Grunde liegt, das letzte Werk seines Lebens. Flöten-Solistin Madeleine Hollmann bot eindrucksvoll dar, warum sie seit 2017 die Soloflötenstelle im Polizeiorchester inne hat.

Die Spendenkörbe füllen sich rasch

Bevor mit der Symphonie Funèbre der offizielle Teil des Konzertes zu Ende ging, zeigte die Fagott-Solistin Yi-Ting Huang ihr Können. Carl Maria von Weber schrieb das Stück 1811 für den Münchner Fagottisten Georg Friedrich Brandt. Es gehört zu den beliebtesten und meistgespielten Solokonzerten für das tiefe Holzblasinstrument. Mit der Yorkshire Ballade und zwei Strophen des Kirchenliedes Te Deum laudamus, die die Zuhörer mitsangen, bedankten sich Dirigent Mösenbichler und seine Musiker beim Publikum.

„Wenn der Lions Club ruft, dann kommen wir gerne. Wir spielen kostenfrei, aber nicht umsonst“, meinte Johann Mösenbichler zum Abschluss. Noch auf dem Weg nach draußen zeigten die Besucher, wie sehr ihnen Laura und das Projekt Treppenlift am Herzen liegt. Die bereitgestellten Spendenkörbchen füllten sich schnell. Nicht mit klimpernden Münzen, sondern mit raschelnden Scheinen, wie es sich der Dirigent gewünscht hatte.

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