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Bahnhof

08.10.2014

Die Riederauer Klofrage

Wie man es mit den derzeit geschlossenen Toiletten im Riederauer Bahnhof halten will (im Bild links hinten) wurde im Dießener Gemeinderat lebhaft diskutiert.
Bild: Stephanie Millonig

Gemeinderat diskutiert über Varianten für öffentlichen Toilette

Wie viel soll die Gemeinde in öffentliche Toiletten im Riederauer Bahnhof stecken? Keine 100000 Euro, das wurde schon in einer vergangenen Sitzung des Dießener Gemeinderates deutlich. Im Riederauer Bahnhof bestehen bereits eine Personaltoilette für Mitarbeiter der Deutschen Bahn, die dort noch Räume angemietet hat, und ein altes WC. Bei der teuren Variante wird der Bereich nach heutigem Stand der Technik ausgebaut, mit einem WC und einem Behinderten-WC. Da der Toilettenbereich entkernt wird, um unter anderem einen neuen Bodenaufbau mit Dämmung zu ermöglichen, kommt es zu diesen Kosten, wie Architekt Klaus Windisch in der Sitzung erläuterte. Zwei weitere Varianten bewegen sich bei 48000 Euro inklusive Baunebenkosten. Bei beiden werden die Räumlichkeiten nicht beziehungsweise geringfügig verändert und nur der Bestand saniert. 7200 Euro muss die Gemeinde aber bei jeder Variante für die Sanierung des Kanals ausgeben.

Die Deutsche Bahn zieht in zehn Jahren als Mieterin aus, so die Prognose, dann kann sich die Gemeinde überlegen, wie der gesamte Bahnhof genutzt werden könnte. Vor diesem Hintergrund, gab es weitere Ideen: Marianne Scharr (Dießener Bürger) schlug vor, auch den Erwerb eines einfachen Dixi-Klos zu prüfen und Beatrice von Liel (Dießener Bürger) forderte wie in der vergangenen Sitzung, auch über einen Zugang von außen nachzudenken. Planer Windisch glaubt jedoch nicht, dass bei solch einer Fassadenänderung der Denkmalschutz mitspielt, solange die Sommerhalle offen ist und die Klosetts von dort aus zu erreichen sind. Michael Behrendt (UBV) regte an, über den Kauf eines Containerklos nachzudenken. Er hält es für wichtig, dass eine Toilettenanlage, die neu gemacht wird, auch behindertengerecht gestaltet wird. Wie nötig eine öffentliche Toilette in Riederau überhaupt ist, stellte Hannelore Baur (SPD) infrage. „Wir haben so viele offene Baustellen, wir sollten uns erst einmal anschauen, wie unser Haushalt aussieht“, sagte sie. Zweiter Bürgermeister Peter Fastl (Freie Wähler) hatte unter dem Stichwort „nette Toilette“ schon zuvor erläutert, dass die Wirte von Strandbad und Kramerhof zugesichert hätten, dass Passanten ihre WC-Anlagen benutzen dürften.

Die Riederauer und Bierdorfer Gemeinderäte widersprachen Baur, es brauche eine öffentliche Toilette: Das Strandbad sei nur fünf Monate geöffnet und der Kramerhof zu weit weg vom See, wo sich die meisten Touristen aufhielten. Die Betreiberin des nahen Lebensmittelmarktes klage darüber, dass Ausflügler bei ihr wegen einer Toilette anfragten. Johannes Grosser (CSU) plädierte für eine „Minimallösung“: „Wir kaufen Klodeckel beim Baumarkt und machen auf.“ Letztendlich verblieb das Gremium so, dass in den Haushaltsberatungen über das Projekt diskutiert werden soll – und die Verwaltung auch Kosten für Minimallösungen einholt.

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