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Landsberg

22.01.2017

Die Sebastians unserer Tage

In einem langen Zug führte die Sebastiansprozession gestern Nachmittag wieder durch die Landsberger Innenstadt.
Bild: Julian Leitenstorfer

Prozession Christen werden in 50 Ländern der Erde verfolgt und bedroht. Aktuelle Bezüge

Christentum ohne Martyrium ist undenkbar. Pfarrer Manfred Bauer, selbst Landsberger und seit September in der Zwölf-Apostel-Pfarreiengemeinschaft in Augsburg-Hochzoll, spannte in seiner Festpredigt zur Sebastiansprozession den Bogen aus der Geschichte hinein in die Gegenwart. In weiten Teilen der Welt, so der Geistliche, sei es „wieder gefährlich wie nie zuvor, von Gott zu reden“.

Über 200 Millionen Christen, so weist die Organisation „Open Doors“ nach, würden weltweit bedroht, verfolgt oder zumindest benachteiligt, weil sie sich öffentlich zu ihrem Glauben bekennen. Im Internet, so Manfred Bauer weiter, sei auch auf der Homepage „Kirche in Not“ nachzulesen, wo Beispiele für die „Sebastians der heutigen Zeit“ nachzulesen sind. Das seien Menschen wie der syrisch-katholische Pater Jacques Mourad, der eine fünfmonatige Geiselhaft in Händen des IS überstand und sich trotz größter Lebensgefahr aufrichtig und unerschütterlich zu seinem Glauben bekannte.

Der Legende nach bekannte sich einst auch Sebastian, Hauptmann der Prätorianergarde am kaiserlichen Hof in Rom, öffentlich zum Christentum, woraufhin Kaiser Diokletian ihn zum Tode verurteilte und von Bogenschützen erschießen ließ. Sebastian war jedoch nicht tot und wurde gesund gepflegt. Danach kehrte er zu Diokletian zurück und bekannte sich erneut zum Christentum. Diokletian befahl daraufhin, ihn mit Keulen im Circus zu erschlagen. Mündlichen Überlieferungen zufolge wurde Sebastian in der Pestzeit des Dreißigjährigen Krieges zum Schutzpatron der Stadt Landsberg. Fünf Jahre nach Gründung der Bruderschaft begannen die kriegerischen Auseinandersetzungen, die Landsberg erstmals 1632 erreichten. Die Pest kam, so ist es in einem Artikel von Anton Lichtenstern in den Landsberger Geschichtsblättern zu lesen, schon früher in die Stadt. Im Jahr 1627 starben 284 Menschen an der Seuche.

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Bei der barocken Umgestaltung der Pfarrkirche im Jahr 1690 ließ die Bruderschaft einen neuen Altar anfertigen. Welche Bedeutung der Heilige in Landsberg hat, zeigt auch die Tatsache, dass er auf einem Deckenfresko zwischen den beiden Kirchenpatronen Maria und Vitus zu sehen ist. Heute, so Anton Lichtenstern, ist die Prozession für viele Mitglieder der Pfarreien ein Zeichen für Gemeinsamkeit.

So war in diesem Jahr auch erstmals eine Abordnung der DJK Landsberg im Prozessionszug mit dabei. Im vergangenen Jahr feierte der Verein seinen 60. Geburtstag. Aus diesem Grund erhielt er ein Banner der Diözese Augsburg als Geschenk, das am Vorabend der Prozession nun kirchlich geweiht wurde und von der DJK-Abordnung in der Sebastiansprozession erstmals in der Öffentlichkeit vor sich hergetragen wurde.

Die Kollekte des Sebastiansfestes ist wie in den Jahren zuvor für das Sozialzentrum St. Martin bestimmt. 

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