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Landsberg

05.06.2018

Die Sparkasse Landsberg-Dießen bleibt

Mitten in Landsberg wird auch weiterhin der Sitz einer Sparkasse sein: Der Kreistag hat jetzt einen Zusammenschluss der hiesigen Bank mit den Nachbarinstituten in Dachau und Fürstenfeldbruck abgelehnt.
Bild: Julian Leitenstorfer

Mit deutlicher Mehrheit lehnt der Kreistag ein Zusammengehen mit Dachau und Fürstenfeldbruck ab. Eine Großsparkasse von der Amper bis zum Lech findet nur zehn Befürworter.

Die Fusion der Sparkassen Landsberg-Dießen, Dachau und Fürstenfeldbruck ist wie erwartet kein Thema mehr: Mit einer deutlichen 41:10-Mehrheit hat sich der Landsberger Kreistag nach gut zweistündiger Debatte am Montagabend gegen einen Zusammenschluss der drei Kreditinstitute ausgesprochen. Die Gegner einer solchen Bankenhochzeit wie Landrat Thomas Eichinger (CSU) verwiesen vor allem auf den öffentlichen Auftrag der Sparkassen: Dieser gehe über die Optimierung betriebswirtschaftlicher Ergebnisse hinaus. Die Befürworter – an ihrer Spitze der Landsberger Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) – machten hingegen deutlich, dass genau dieser wirtschaftliche Erfolg erforderlich sei, um die Sparkasse möglichst zukunftssicher zu machen.

Die Verwaltungsräte bekommen nur wenig Unterstützung

Nach den bisherigen positiven Entscheidungen im Verwaltungsrat der Dachauer Sparkasse und im Fürstenfeldbrucker Kreistag ist das Fusionsvorhaben erst einmal gescheitert – und zwar an einer ziemlich deutlichen Entscheidung eines vergleichsweise kleinen Trägers: Der Landkreis Landsberg ist nur mit 20 Prozent an der Sparkasse Landsberg-Dießen beteiligt und hätte in der neuen Sparkasse einen Anteil von 4,4 Prozent gehabt. Gerade mal zehn Fusionsbefürworter gaben sich in der namentlichen Abstimmung zu erkennen. Neben den Sparkassen-Verwaltungsräten Mathias Neuner und Herbert Kirsch (Freie Wähler) unterstützten eine Fusion lediglich Wilhelm Böhm, Landratsstellvertreter Peter Ditsch, Barbara Juchem und Siegfried Luge von der CSU, Moritz Hartmann, Josef Lutzenberger und Peter Satzger von der GAL und Erwin Karg (Freie Wähler). Gegen eine Fusion stimmten alle anwesenden Kreisräte von SPD, Bayernpartei, ÖDP, UBV, Landkreis Mitte und FDP.

Eichinger: Die Sparkasse kann immer bestehen

Landrat Eichinger hatte in der öffentlichen Diskussion den Ton vorgegeben. Es gehe bei diesem Thema nicht nur um Ergebnisrücklagen, Mitarbeiter und Filialen, meint er, sondern insbesondere um die Frage, ob die Kunden einer Bank Vertrauen entgegenbringen, sagte er. Dieses hänge vor allem an den Menschen, Kontakten und Erfahrungen, die man mit einer Bank verbinde. Dafür stehe der Name Sparkasse Landsberg-Dießen. Eine wirtschaftliche Notwendigkeit für einen Zusammenschluss sei nicht gegeben: „Selbst bei den negativsten Annahmen wird die Sparkasse ertragsfähig und handlungsfähig bleiben“, betonte Eichinger. Und er erinnerte an das Sparkassengesetz: Dies verpflichte die Sparkassen, in der Fläche den Normalbürgern Geldeinlagen zu ermöglichen und Kredite an Bauherren, Handwerker und Mittelständler auszugeben. Im Übrigen befinde sich die Sparkasse Landsberg-Dießen in einem wirtschaftlich prosperierenden Raum.

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SPD-Fraktionschef Dr. Albert Thurner ergänzte, man könne sich immer noch mit einer anderen Bank zusammenschließen, sollte ein Nein zu einer Fusion sich in einigen Jahren als falsch erweisen. Sollte sich eine Sparkassenehe jedoch später als Fehler herausstellen, könne diese nicht mehr rückgängig gemacht werden. Georg Krackhardt (UBV) nahm Landrat Eichinger vor Kritik vonseiten der GAL in Schutz. Monika Groner hatte dem Landrat angekreidet, dass er sich schon öffentlich gegen eine Fusion positioniert hatte, bevor im Kreistag darüber diskutiert wurde. In der Sache war sie jedoch einer Meinung mit Eichinger. Sie lehne die Fusion vor allem deshalb ab, weil diese Pläne viele Mitarbeiter verunsichert hätten – das sei keine gute Basis für wirtschaftlichen Erfolg, sagte sie.

Neuner: Die Sparkasse ist kein politisches Organ

Am Schluss hielt der Landsberger OB Mathias Neuner noch ein Plädoyer für die Fusion. Gerade die in einem Gutachten im Falle einer Fusion errechneten 30 Millionen Euro Mehrwert würden die Möglichkeit geben, in der Fläche präsent zu bleiben. Und er fügte hinzu: „Eine Sparkasse ist kein politisches Organ, sie ist ein wirtschaftliches Unternehmen, das sein Geld selber verdienen muss. Jeden Euro Eigenkapital hat die Sparkasse selber verdient.“

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