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Bürgerversammlung

24.01.2020

Die Steine bleiben, damit keiner parkt

Am nördlichen Ortseingang von Reisch sollen große Steine verhindern, dass im Grünstreifen geparkt wird.
Bild: Julian Leitenstorfer

Der Verkehr ist ein großes Thema in Reisch. Kritisiert werden vor allem die „Felsformationen“ am Ortsausgang

Geld, Verkehr und Wohnungsbau sind für Mathias Neuner die „Megathemen“. Der Oberbürgermeister referierte darüber in Reisch. Dort fand die erste Bürgerversammlung in diesem Jahr statt. Die Reischer selbst bewegt vor allem der Verkehr – sowohl der in Landsberg als auch der im eigenen Dorf. Oberbürgermeister Neuner und Ordnungsamtschef Ernst Müller nahmen dazu Stellung.

Mehrere Besucher der Veranstaltung monierten, dass in den Zufahrtsstraßen des Ortes vor allem in der Kapellen- und Pürgener Straße die Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 und die Rechts-vor-Links-Regelung nicht beachtet würden. Der Wunsch nach mehr Kontrolle wurde geäußert. Ordnungsamtschef Müller sagte, dass es nicht überall die Voraussetzungen fürs Blitzen gebe. „Wir brauchen in jede Fahrtrichtung 50 Meter gerade Strecke.“ Kontrollen bringen außerdem nicht immer Erfolg, sprich es gab nur wenig Beanstandungen, wie Mathias Neuner anhand mehrerer Beispiele darstellte.

In Reisch gibt es in der Pürgener und in der Kapellenstraße eine Geschwindigkeitsanzeige. Laut Ernst Müller macht es keinen Sinn, überall solche Speed-Displays zu installieren, da sonst die Aufmerksamkeit dafür abnehme. Müller appellierte an die Reischer, im Dorf darauf aufmerksam zu machen, dass die Verkehrsregeln eingehalten werden.

Die Steine bleiben, damit keiner parkt

Der in Reisch lebende Stadtrat Dr. Wolfgang Weisensee argumentierte ähnlich: „Wir wissen, wer’s ist, traut es euch und geht zu mehreren auf diejenigen zu.“ „Nach Reisch will man, da muss man nicht durch“, wies ein Reischer darauf hin, dass der Ort keinen Durchgangsverkehr hat. Und ein anderer bekannte, selbst mal angesprochen worden zu sein, weil er aus Gedankenlosigkeit zu schnell unterwegs gewesen war. „Das habe ich mir gemerkt.“ Kritisiert wurde in der Bürgerversammlung auch die „Felsformation“ im Grünstreifen am nördlichen Ortsausgang. Die Steine sollen verhindern, dass dort Fahrzeuge abgestellt werden. „Machen wir’s weg, dann parken sie wieder“, begründete der Reischer Stadtrat Christian Hettmer, dass die Steine bleiben sollten.

Hettmer informierte in der Versammlung über weitere Reischer Themen, wie beispielsweise den Reischer Sonnenacker, ein Projekt, das bald unter dem Dach eines Bürgervereinsweitergeführt werden wird. Der Verein ist in Gründung und soll „Dahoam in Reisch“ heißen. Beim geplanten neuen Feuerwehrhaus sind laut Hettmer die Grundstücksverhandlungen positiv. Angedacht ist eine Erweiterung südöstlich des bestehenden Gebäudes. Bevor gebaut wird, muss aber ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Heuer sind im Haushalt 150000 Euro Planungskosten vorgesehen.

„Seit 2013 geht es beständig bergauf“, berichtete Oberbürgermeister Mathias Neuner über die Haushaltslage der Stadt, alleine im vergangenen Jahr habe der Überschuss bei 16 Millionen Euro gelegen. Schuldenabbau, Erhöhung der Liquidität, wachsendes Steueraufkommen – die Zahlen sind laut Neuner positiv, es gebe aber auch ein hohes Investitionsdefizit.

Die Stadt wird wachsen, in elf Jahren sei mit 2500 Wohnungen zusätzlich zu rechnen, so Neuner. Das entspreche einem Plus von 115000 Quadratmetern Wohnfläche nur für die Stadt Landsberg. Neuner geht aber davon aus, dass ein Teil dieses Zuwachses von dem größeren Pro-Kopf-Bedarf an Wohnfläche geschluckt werden wird, wenn die Entwicklung so weitergehe wie in der Vergangenheit. 1990 habe die Wohnnutzung bundesweit pro Kopf bei 35 Quadratmetern gelegen, heute liege sie bei 47 Quadratmetern.

Auch aktuell entwickelt sich das Bevölkerungswachstum laut Neuner langsamer als gedacht. Insgesamt hat die Kreisstadt Ende 2019 mit 29391 Einwohnern 88 Bürger mehr als am 31. Dezember 2018. Während in allen Ortsteilen die Einwohnerzahl zurückging, ist Reisch der einzige Ort, wo mit 632 Bürgern drei mehr leben als 2018.

Neuner sagte, dass parallel zum Flächennutzungsplan ein Verkehrsentwicklungsplan aufgestellt werde. Wenig abgewinnen kann Neuner der wieder aufgeflammten Diskussion um eine Südumfahrung, die Landrat Thomas Eichinger angestoßen hat (LT berichtete), wie er auf Nachfrage sagte. Neuner hat sich Verkehrszählungen angesehen – und die sind seit 1989 weitgehend gleichgeblieben mit um die 16000 Fahrzeugen am Tag an der Karolinenbrücke und 11000 Fahrzeugen an der Sandauer Brücke nach Einführung der Fußgängerzone. „Man steht gefühlt ewig im Stau, aber gemessen an der Zahl der Autos hat sich in Landsberg nichts verändert.“ Dreiviertel des Verkehrs in der Innenstadt sei Binnenverkehr, 60 Prozent würden nur einen bis zwei Kilometer fahren. (smi)"Seite 22

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