1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Die „Stillen Helden“: Ein Ehrenamt kommt selten allein

Landkreis Landsberg

11.11.2019

Die „Stillen Helden“: Ein Ehrenamt kommt selten allein

Sie sind die nächsten Stillen Helden, die ausgezeichnet worden sind (links: Sparkassenvorstand Thomas Krautwald, rechts stellvertretende Landrätin Ulla Kurz): Tanja Singer, Heinrich Bartl, Barbara Wiedmann, Roswitha Wolf, Tobias Hanglberger und Ingetraut Krebber (von links).
Bild: Thorsten Jordan

Plus Die Aktion „Stille Helden“ zeichnet erneut Bürger aus dem Landkreis Landsberg aus, die sich für ihre Mitmenschen einsetzen. Wie eine Heldin trotz Handicaps anderen hilft.

Ihr Engagement für ihre Mitmenschen ist nicht hoch genug einzuschätzen. Und dennoch werden sie oft nicht entscheidend wahrgenommen. Gemeint sind die ehrenamtlich tätigen Menschen des Landkreises, die „Stillen Helden“. Der Landkreis Landsberg, die Sparkasse Landsberg-Dießen und das Landsberger Tagblatt holen diese „Stillen Helden“ in die erste Reihe, um ihnen Danke zu sagen für ihr Engagement. Einige von ihnen helfen anderen Menschen, obwohl sie selbst von schweren Schicksalen getroffen wurden.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Vier Staffeln der Auszeichnung gab es bereits

Inzwischen ist das Projekt in der fünften Staffel und wieder sind es sechs besondere Menschen, die beim Festabend Anerkennung erfuhren. Zum zweiten Mal übernahm Ulla Kurz die Stellvertretung von Landrat Thomas Eichinger – und sie tat es gerne. „Das ist eine der angenehmsten Veranstaltungen, die es gibt“, versicherte sie, denn es gebe kaum Schöneres, als dem Ehrenamt Danke zu sagen. Unterstützung erhielt sie vom Sparkassen-Vorstandsvorsitzenden Thomas Krautwald: „Es ist mir persönlich eine Freude, das Ehrenamt nicht nur zu fördern – das tun wir jeden Tag –, sondern die Stillen Helden einmal besonders herauszustellen.“

Angeführt wird das Sextett der fünften Runde von Ingetraut Krebber. Sie feierte im Sommer ihren 80. Geburtstag. Umso mehr sei ihr Engagement zu würdigen, meinte Ulla Kurz. So weiß sie auch, dass die studierte Realschullehrerin sechs Kinder auf die Welt gebracht hat, von denen sie aber drei wieder verlor. Seit den 80er-Jahren pflegte sie zudem ihren durch einen Unfall schwerbehinderten Mann. Dennoch verlor Ingetraut Krebber nicht ihren Lebensmut, zog ein Pflegekind auf, war im Kirchenvorstand der evangelischen Kirche, ist seit 1988 in verschiedenen Funktionen im Katholischen Deutschen Frauenbund ebenso engagiert wie in der Bibelarbeit, leitet eine Trauergesprächsgruppe für verwaiste Eltern und noch vieles andere mehr.

Die „Stillen Helden“: Ein Ehrenamt kommt selten allein

Ein Tausendsassa in Sachen Ehrenamt

Tanja Singer aus Schwabhausen ist seit über fünf Jahren für den Verein Gesellschaft für Kinderkrebsforschung tätig, inzwischen als stellvertretende Vorsitzende, kümmert sich um die Spendenakquise und die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Hilfsvereins sowie um Verwaltungs- und Administrationsaufgaben. Dieser Aufgabe widmet sie mindestens 25 Stunden im Monat und dabei sollen auch ihre zwei Zwillingspärchen – drei Jungs und ein Mädchen im Alter von sieben und neun Jahren – nicht zu kurz kommen.

Ein Mann, ohne den in Mundraching vermutlich einiges nicht stattfinden würde, ist Heinrich Bartl. Auf alle Fälle ist er aufgrund seines Engagements in den vergangenen 30 Jahren im Ort nicht wegzudenken. Heinrich Bartl kümmert sich ehrenamtlich um das Schützenheim, den Schießbetrieb und die Bewirtung. Bei der Feuerwehr ist er mit der Ausbildung der Aktiven beschäftigt, vor allem mit dem Nachwuchs. Außerdem auf seiner Agenda: Dorffest, Vilgertshofer Fest, Veteranenverein, Jugendrockkonzert und Brauchtumspflege. Ulla Kurz: „Dafür sind Sie noch nie ausgezeichnet worden. Das holen wir jetzt nach.“

Der bemerkenswerte Umgang mit einem Handicap

Wer kennt das nicht: Die Eltern verzichten auf das Auto, weil es der Sohn braucht. Im Fall der Familie Hanglberger aus Erpfting hat das einen ganz speziellen Grund. Sohn Tobias Hanglberger ist nämlich für das Rote Kreuz unterwegs. Ob bei den Ritterspielen, beim Ruethenfest oder als Aufsicht bei den Jugend- und Kulturtagen des Landratsamts. Ulla Kurz: „Tobias erledigt auch Tätigkeiten wie die Wartung der BRK-Fahrzeugflotte. Er ist immer da, wenn er gebraucht wird.“

„Stille Helden“ sind aber auch Menschen wie Barbara Wiedmann, die selbst ein schweres Schicksal bemerkenswert meistern. Sie erkrankte 2012 an einem Hirntumor, der ihr in einer neunstündigen Operation entfernt wurde. Auch wenn sie seither kein Kurzzeitgedächtnis mehr hat – womit sie bemerkenswert offen umgeht – meldete sie sich beim Malteser-Hilfsdienst und betreut seither ein älteres Ehepaar in Oberbergen. Vor allem für die alte Dame, die unter starken Verlust- und Angstzuständen leidet, ist Barbara Wiedmann mittlerweile eine wichtige Bezugsperson.

Eine Frau organisiert den Männerstammtisch

Ein „anerkennendes Staunen“ hatte Ulla Kurz für Roswitha Wolf aus Utting übrig. „Dürfen Sie sich als Frau auch dazusetzen?“ fragte sie verwundert, als sie erfuhr, dass die „Stille Heldin“, die sich seit 1992 im Verein Füreinander engagiert, in der Ammerseegemeinde auch einen Männerstammtisch mit organisiert. Doch Roswitha Wolf kümmert sich auch um den gemeinsamen Mittagstisch für Senioren, ist in Besuchsdiensten und in vielen anderen Bereichen engagiert.

Das Landsberger Tagblatt wird die „Stillen Helden“ der fünften Staffel wie gewohnt im Rahmen ausführlicher Porträts vorstellen.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren