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Landsberg

27.06.2016

Die Story aus der Feder des Prinzen

Das Team von links: Heinrich von Bayern, Rebekka Kricheldorf, Mathias Kopetzki und Till Wyler von Ballmoos.
Bild: Julian Leitenstorfer

Heinrich von Bayern schrieb den „Kampf um Kaltenberg“. Das ist aber nicht die einzige Überraschung

Eines seiner vielen Hobbys ist das Fechten und das könnte Mathias Kopetzki durchaus zum Vorteil gereichen, denn in den nächsten Wochen wird der 43-jährige Schauspieler aus Berlin von mittelalterlichen Haudegen, Adligen und Schwertkämpfern nahezu Tag und Nacht umgeben sein. Mathias Kopetzki ist nämlich der neue Herold des Kaltenberger Ritterturniers (15. bis 29. Juli) und damit auch die neue prägende Stimme des weltweit größten Ritterevents.

Mit bösen und guten Buben und Mädels kennt er sich aus, schließlich arbeitete Kopetzki neben seinen Engagements an Theatern und Festspielen national wie international unter anderem in TV- und Filmproduktionen wie Soko Köln und Leipzig oder Alarm für Cobra 11. Er wurde eigentlich nach Kaltenberg „mitgebracht“, wie er im LT-Gespräch bei seinem jüngsten Besuch erzählt, und zwar von Rebekka Kricheldorf, einer in Berlin lebenden Dramatikerin und seit heuer ebenfalls neu im Team um Prinz Heinrich. Die 41-jährige Dramatikerin, die einmal erzählte, „durch Zufall“ auf den Studiengang „Szenisches Schreiben“ gestoßen zu sein, wird inzwischen regelmäßig in Häusern wie dem Staatstheater Kassel, dem Stadttheater Bern, dem Schauspielhaus Hamburg und anderen aufgeführt. Derzeit zählt sie, wie Peter Handke oder auch Ferdinand von Schirach, zum festen Autorenkreis am Deutschen Theater Berlin. Das Projekt Kaltenberg ist für sie eine spannende Herausforderung, die sie aber gerne annimmt: „Ich bin immer sehr stark von Neugier getrieben.“

Es ist aber dennoch kein ganz neues Team, sondern eine weiterentwickelte Mannschaft die sich um Regisseur Till Wyler von Ballmoos und Mario Luraschi schart – denn die Idee und die Story, die das Quartett umsetzen wird, stammt aus der Feder von Prinz Heinrich von Bayern selbst. Er steht heuer nun schon im dritten Jahr in der Verantwortung. Die Idee zum „Kampf um Kaltenberg“, so der Titel, hatte er allerdings schon von Anfang an – nur nicht Zeit, diese zu verwirklichen: „Zunächst war ich noch sehr mit der Logistik, Organisation und all den anderen Dingen beschäftigt.“ In diese Phase hinein fielen unter anderem auch das neue, viel beachtete Arenadach und das Engagement von Regisseur till Wyler von Ballmoos, der sich die Messlatte im vergangenen Jahr mit seiner Premierenshow schon anständig hochgelegt hatte.

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Der Schweizer sprüht daher vor Tatendrang. Natürlich soll die Arena-Show noch mehr die Handschrift des Teams tragen. In seinem Premierenjahr nutzte von Ballmoos vor allem die örtlichen Gegebenheiten – was er natürlich auch heuer wieder tun wird. Aber: „Es gibt noch ein paar Ecken und Orte, die wir bislang nicht bespielt haben und natürlich das phänomenale Dach.“

Der Fokus wird jedoch 2016 auf den Figuren liegen, die, anders als bisher, zu entwickeln eines der großen Anliegen von Rebekka Kricheldorf ist: „Es wird das Berechenbare fehlen, das der eine oder andere bisher vielleicht gewohnt war“, gewährt sie einen kleinen Einblick in ihre Vorstellungswelt, „die Charaktere darf man ruhig changieren lassen“. Natürlich werde es die klare Unterscheidung geben, wer der bösen und wer der guten Seite zugehörig ist – doch könnten die Grenzen fließender werden.

Eine Entwicklung wird Till Wyler von Ballmoos auf jeden Fall fortsetzen: die Einbindung von immer mehr Mitwirkenden in der Show. Dieses Mal werden 100 Statisten aus den Lagern zusätzlich mitmachen. Dabei zögert Wyler von Ballmoos inzwischen auch nicht, talentierten Mitwirkenden die Chance einer tragende Rolle zu geben. So taucht Andreas Sühner („Ein stattlicher Mann“) in der Rolle des Eroberers Theudebald auf, der neben seinen Expansionsaktivitäten intensiv auf der Suche nach einem Nachfolger ist. Der könnte vielleicht der Schwarze Ritter sein, der im Kampf um Kaltenberg von Rebekka Kricheldorf den Namen Vladorak bekam. Dargestellt wird er natürlich von Frédérik Laforêt, der zunehmend in die Fußstapfen seines Chefs Mario Luraschi als Stuntkoordinator tritt. Ebenfalls in die Geschichte integriert sind die Gauklerkönige des vergangenen Jahres, der Spielmann Danny und der Barde Mick, und der unverwüstliche Narr Wandelbar.

So wird eine kleine „Schlacht auf hohem Niveau“ zwischen den französischen Stuntprofis von „Cavalcade“ und ihrem tschechischen Pendant „Merlets“ auch das persönliche Upgrade von Wyler von Ballmoos sein, auf das er sich besonders freut. Königin Marian wird von Stuntreiterin Marion Levavasseur dargestellt, der Bayerische Prinz bleibt der Gute und der kann eigentlich nur Ludovic Gortva heißen.

Doch auch die anderen Kampftruppen zu Fuß – und da gerät von Ballmoos regelrecht ins Schwärmen – hätten sich in vielen Workshops und Trainingseinheiten den Winter über – auch angeleitet von Frédéric Laforêt, dem Schwarzen Ritter, oder Mario Luraschi, erneut weiterentwickelt und seien hochmotiviert. Das mache ihn als Regisseur „extrem glücklich“, zumal die Arbeit mit dem Team Luraschi/Laforêt „super gut“ funktioniere.

Um seinen Herold Mathias Kopetzki muss er sich weniger kümmern. Der lernt gerade seinen Text auswendig und trainiert die Stimme, denn die muss vom 15. bis zum 31. Juli über drei Wochenenden immerhin acht Vorstellungen durchhalten.

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