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Landkreis Landsberg

25.04.2019

Die Trends auf der Nase: Wenn die Brille ein echter Kracher ist

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Dieter Funk ist Optikermeister und stellt die Gestelle auch gleich selbst her. Er hat in Kinsau eine Manufaktur.
Bild: Thorsten Jordan

Die Optiker in der Region setzen zwar auf die aktuelle Mode, allerdings muss die Brille zum Typ passen. Einer von ihnen sorgt selbst für Trends. Er hat seine eigene Fabrik im beschaulichen Kinsau.

Der Landkreis ist reich an Firmen, die ihre Produkte in die ganze Welt liefern. Auch in Sachen Brillen liegen die Landsberger stark im Trend. Es gibt sogar eine eigene Brillenmanufaktur im kleinen Kinsau im Süden des Landkreises. Eine Brille wechselt man zwar nicht so oft wie seine Kleider, aber auch hier wechselt die Mode. Oft tragen die Gestelle auch die Namen bekannter Modedesigner, wie beispielsweise Prada, Gucci, Escada oder Tom Ford. Ob nun retro, bunt oder sehr klassisch: „Modern und in ist gerade alles“, sagt Katja Schmid von Optik Sehform in Landsberg. Sie hat sich nach den großen Messen von der Mikli-Vertreterin Monika Hermann beraten lassen, die ihre Musterkoffer mit dabei hatte. Eine große Auswahl, die die Kunden dann im Laden finden werden. Das LT hat einen optischen Trendstreifzug unternommen.

Achteckige Gläser sind keine Seltenheit

Absolut in sind runde Metallbrillen mit sehr dünnem Rand – mal in Pastell, mal in Gold. Die Hersteller setzen auf Transparenz und Zweifarbigkeit bei den Gestellen. „Erlaubt ist, was gefällt“, sagt Inhaberin Katja Schmid und zeigt einige auffällige Cateye-Brillen. Einer der großen Trends, so erfährt man, sind wieder die rahmenlosen Brillen. Weniger ist also mehr. Die Designer müssen sich dann in Sachen Gläser etwas einfallen lassen – mit getönten Kanten oder Facettenschliff, sechs- oder achteckigen Gläsern oder auffälligen Bügeln oder Stegen, die so zum Hingucker werden.

Rund 15.000 Brillen im Jahr fertigt Dieter Funk in Kinsau. Eine moderne Fabrik für Brillen samt Beratungsraum steht dort im Gewerbegebiet. Das große Gebäude unweit der B17 ist bereits 2017 entstanden. Industrielook mit Sichtbeton, immer wieder aufgelockert durch Holzelemente, raue Steinplatten als Beratungstische. „Viele kennen noch unseren alten, kleineren Verkaufsraum im Dorf. Dort entsteht bald ein Schulungszentrum für unsere Augenoptiker, denn das richtige Gestell für einen Kunden“, so Funk, „ist vor allem eine Sache der guten Beratung.“

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Was eine gute Brille ausmacht

Dieter Funk hat seine Läden auch in Berlin und München. Der Designer ist in der ganzen Welt unterwegs und fertigt neben seinen Kollektionen auch Brillen auf Wunsch. Sie sind zwar außergewöhnlich, sollen aber vor allem eins: zum Träger passen. Dabei sieht er seisne Aufgabe darin, selber die Trends zu setzen. „Das ist wie bei der Haute Couture und einem Maßanzug: Die Brille muss auf die Nase passen, man muss die Form der Augenbrauen und vieles mehr berücksichtigen“, so Funk.

Trends für die Mode setzt Funk, der Jahrgang 1966 ist, dabei selber. „Ich gehe auf die Fashion Week und habe viele Kontakte zu Leuten aus der Modewelt.“ In seiner Kollektion spielt auch das Material der Fassung eine große Rolle. Bei ihm ist es meist Acetat. Man kennt Acetat aus der Herstellung von Kleidung, es besteht zu großen Teilen aus Baumwolle. Bei den Brillengestellen ist dieses Material besonders wegen seines geringen Gewichts vorteilhaft. Das Modell wird deshalb nicht zu schwer für den Nasenrücken.

Ein gutes Beratungsgespräch kann dauern

Besondere Farben, Farbstufen und eine lange Haltbarkeit zeichnen dann die Acetat-Brillen aus. Auch die Kollektion seiner Frau Saschee („Saschee Schuster“) sorgte für viel Aufmerksamkeit in der Modewelt, aber auch bei Schauspielern und Sängern. Zurzeit bei Dieter Funk im Trend: Runde Brillen wie aus der Hippiezeit oder massive Fassungen. „Ein Kracher im Gesicht halt“, sagt Dieter Funk.

Retro und Cateye-Formen hat in Landsberg auch Stefan Müller von Optikuss heuer im Angebot. Die sogenannten Schmetterlingsbrillen waren schon mal in den 50er-Jahren beliebt und feiern heuer ihr Comeback. Typisch für diesen Brillen-Trend ist die nach oben spitz zulaufende Form, die dann an Katzenaugen erinnert. Schon 2018 im Angebot, aber auch wieder in diesem Jahr sind Doppelsteg-Brillen mit auffällig geformten Nasenstegen und sehr ausgefallenem Material – und Farbkombinationen. Alle Optiker, so war auch in Landsberg zu erfahren, legen Wert auf gute Beratung und Service. „Nur eine witzige Brille zu verkaufen, mit der dann der Träger keine Freude hat, macht keinen Sinn. So ein Beratungsgespräch kann schon dauern“, sagt Optikermeisterin Katja Schmid.

Lesen Sie den Kommentar zum Artikel: Zwischen Kreativität und Weltmarktführern: Landsberg ist immer im Trend

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